Kleine Zoo-Bewohner im Fokus – Seltener Froschnachwuchs im Zoo zu sehen

(zoo – 22.4.23) Die knapp 3 cm kleinen, aber auffallend gemusterten Marañón-Baumsteigerfrösche haben Nachwuchs bekommen. Im Raubtierhaus des Zoo Heidelberg lässt sich momentan diese kleine Froschart mit ihren frisch geschlüpften Larven im Terrarium beobachten. Erkennen kann man sie an ihrer weißgepunkteten schokoladenbraunen Erscheinung. Bei ihrer Wohnungssuche sind sie sehr wählerisch, denn die zierlichen Frösche sind auf Wasserreservoire in Pflanzen angewiesen, die ihnen als Unterschlupf und Kinderstube für die Kaulquappen dienen.

Pfeilgiftfrosch „Marañón Baumsteiger“ (Foto: KW/Zoo Heidelberg)

Der Marañón-Baumsteiger hat seinen Namen vom ca. 1900 km langen Rio Marañón, der durch den Lebensraum dieser schönen Pfeilgiftfroschart fließt. An den Westhängen der Anden in Peru in 600 bis 1300 m Höhe bewohnt er große Trichterbromelien, die an Felshängen wachsen. Durch die anhaltende Zerstörung seines Lebensraums ist der Marañón-Baumsteigerfrosch von der IUCN inzwischen als stark gefährdet eingestuft.

Mit einer Größe von ca. 25 mm gehören sie zwar zu kleinsten Bewohnern des Zoo Heidelberg, dennoch kann man sie durch ihre Zeichnung gut erkennen. Da jedes Tier ein individuelles Punktemuster aufweist, lassen sich die einzelnen Frösche mit etwas Übung relativ leicht voneinander unterscheiden.

Kletternde Frösche

Die Männchen bemühen sich sehr, die Weibchen mit langanhaltenden Lockrufen auf sich aufmerksam zu machen. Die weiblichen Frösche beginnen nun, sich mehr in der Nähe der Männchen aufzuhalten und ihnen zu folgen. Ihre Eier legen sie an feuchten Stellen an Land ab, z. B. unter Laub oder in kleinen Felsspalten.

Versorgt wird der Laich vom Männchen: Es beschützt diesen vor Fressfeinden und befeuchtet ihn immer wieder mit Wasser. Eine besondere Eigenschaft, die den Marañón-Baumsteiger von anderen Froscharten gänzlich unterscheidet, ist seine brillante Fortbewegungstechnik: Sie springen nicht wie andere Frösche von A nach B, sondern bewegen sich, kletternd und krabbelnd ganz gemächlich. Um Ihre Larven sicher in die wassergefüllten Blattachseln der Bromelie zu bringen, transportieren sie diese auf Ihrem Rücken.

Vielseitige Pflanze für Ihre Bewohner

Kaulquappe in der Metamorphose: Von der Larve zum Frosch (Foto: Eric Diener/Zoo Heidelberg)

Für Ihre Mitbewohner bringt die Bromelienart „Aechmea nudicaulis“ viele Vorteile, da sie dem Frosch neben einem Unterschlupf zum Schlafen auch ein geschütztes, temperiertes Wasserreservoir für seine Kaulquappen bietet. Sie hat die richtige Blattgröße mit entsprechend großen Trichtern und ist im Regenwald immer mit Wasser gefüllt. So liefert die sogenannte Wohnbromelie die idealen Voraussetzungen, damit der Nachwuchs der Marañón-Baumsteiger seine Metamorphose vollziehen kann.

Im Terrarium des Raubtierhauses im Zoo Heidelberg kann man diesen faszinierenden Prozess und das fleißige Männchen dabei beobachten, wie es regelmäßig Larven auf dem Rücken zu den verschiedenen Bromelien transportiert. Dort dienen Algen, Moskitolarven und Ähnliches als Nahrung.

Nach und nach wachsen die Larven, entwickeln erst Hinterbeine, dann Vorderbeine und nach ca. drei bis vier Monaten schließen sie ihre Entwicklung ab und werden zu winzigen Fröschen von nur ca. 1 cm Größe. In den Bromelien werden die Larven zusätzlich von den Tierpflegern gefüttert. Aktuell kann man mit etwas Geduld zwei kleine Frösche in den Bromelien beobachten.

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