Kriegsgräber auf dem Leimener Bergfriedhof – Dokumentation erinnert an Kriegstote

2140 - Totengedenken WK2 - 2(mu – 21.07.2016) Vor 100 Jahren, im Juli 2016 begann die Schlacht an der Somme, eine der blutigsten des an blutigen Schlachten nicht gerade armen Ersten Weltkriegs. Bis November 1916 bekämpften sich vor allem englische und deutsche Soldaten an diesen eher unbedeutenden kleinen nordfranzösischen Flüsschen. Am Ende waren rund 1 Million Soldaten tot, verwundet oder vermisst, ohne dass sich die militärische Lage auch nur im geringsten geändert hätte.

„Die Geschichte lehrt uns, dass der Mensch nichts aus ihr lernt“, so die eher pessimistische Einschätzung Mahatma Gandhis, die sich zumindest in die Zeit bis 1945 leider zu bewahrheiten schien. Der Zweite Weltkrieg forderte noch mehr Opfer als der Erste, unvorstellbare Gräuel wurden Wirklichkeit.

Erst allmählich schien sich der Gedanke durchzusetzen, dass Krieg als „ultima ratio“ der Politik ausgedient hatte. Die europäische Einigungsbewegung zeigte auf, wie zivilisierte Menschen Probleme lösen – durch Diskussion, Gespräche und Argumente.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Millionen von Menschen die Unfähigkeit der Herrschenden, Konflikte friedlich auszutragen, mit ihrer Gesundheit und oft auch mit ihrem Leben bezahlt. In vielen Städten erinnern zumindest Denkmale und Gedenkstätten an sie, die heute als Mahnmal verstanden und als Teil einer Erinnerungskultur gepflegt werden.

Auch auf dem Leimener Bergfriedhof erinnern Gedenksteine und Denkmäler an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Das älteste dieser Mahnmale verweist auf den Deutsch-Französischen Krieg, in dem auch der am 11. September 1845 in Leimen geborene Christoph Weidmann am 25. September 1870 in Vendenheim bei Straßburg fiel.

Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 fielen insgesamt 88 junge Männer aus Leimen an den Fronten, im Zweiten Weltkrieg waren es knapp 200, hinzu kommen 110 Vermisste, von denen man nie wieder etwas hörte. Wie viele mögliche Nobelpreisträger mögen darunter gewesen sein?

Horst Lange aus Leimen hat in Eigenregie eine sauber gedruckte 90seitige Studie vorgelegt, in der die Gedenkstätten auf dem Leimener Bergfriedhof genauer vorgestellt werden. Er erinnert darin nicht nur an die Opfer der Kriege, sondern beleuchtet auch die Geschichte des Bergfriedhofs und geht ausführlich auf die Gedenksteine der Opfer der Vertreibung ein. Zahlreiche Bilder, Skizzen, Namenslisten oder Urkunden runden die Dokumentation ab und machen sie zu einem wertvollen Nachschlagewerk.

Die Broschüre ist gegen eine kleine Spende zugunsten des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge bei der Stadtverwaltung Leimen solange der Vorrat reicht erhältlich.

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