Kröten kreuzen Straßen – Nachts gilt: Fuß vom Gas
(rnk – 20.2.26) Wenn es nachts ein paar Grad über Null hat und der Regen kommt, geht es los. Frösche, Kröten, Molche und Salamander wandern zu ihren Laichgewässern. Sie machen das nicht aus Jux, sondern weil es seit Jahrtausenden so läuft. Früher führten die Wanderwege der Amphibien über Wiesen, Äcker und Waldstücke. Heute schneiden Straßen diese Wege. Autos fahren auch nachts. Genau dann, wenn die Tiere unterwegs sind.
Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis hat deshalb wieder Geschwindigkeitsbegrenzungen und Sperrungen angeordnet. Grundlage ist die aktuelle Medieninformation vom 19. Februar 2026 . Betroffen sind zahlreiche Kreis-, Landes- und Bundesstraßen im gesamten Kreisgebiet.
Das Ziel ist schlicht: Tiere schützen – und die Menschen, die ihnen helfen.
Wenn die Nächte mild werden
Als Faustregel gelten mehrere Nächte mit vier bis fünf Grad plus und Regen. Dann wandern die Tiere. Und zwar nicht tagsüber, sondern vor allem abends und nachts. Deshalb gelten viele Tempolimits zwischen 18 oder 19 Uhr und dem frühen Morgen.
Wer nachts mit 70 durch so einen Abschnitt fährt, merkt oft nicht einmal, was unter den Reifen passiert. Ein einzelnes Auto kann eine ganze Wanderstrecke ausdünnen. Das klingt dramatisch, ist aber seit Jahren belegt. Amphibienpopulationen gehen bundesweit zurück. Straßen sind ein Grund.
Tempo 30 oder 50 – nicht aus Schikane
In vielen Bereichen wird auf 30 km/h reduziert, teils auf 50 km/h. Mancher schimpft über „noch mehr Schilder“. Die Regelungen gelten nur während der tatsächlichen Wanderzeit. Danach werden sie wieder abgebaut. Das ist kein Dauerzustand.
Besonders sensibel sind Strecken mit ehrenamtlichen Helfern. Sie sammeln Tiere in Eimern an Fangzäunen ein und tragen sie über die Straße. Nachts, mit Stirnlampe, Warnweste und kalten Fingern. Wer da mit Tempo 80 vorbeizieht, bringt nicht nur Kröten in Gefahr.
Das Landratsamt weist ausdrücklich darauf hin: Warnkleidung ist Pflicht, die Fahrbahn darf nur betreten werden, wenn es nötig ist . Sicherheit geht vor – auch beim Naturschutz.
Wo es konkret gilt
Die Liste der betroffenen Strecken ist lang: von Bammental über Eberbach, Hemsbach, Neckargemünd, Schriesheim bis Waibstadt. Teilweise gelten reine Tempolimits, teilweise Warnleuchten. Manche Gemeindeverbindungswege werden nachts ganz gesperrt.
Wer es genau wissen will, findet alle betroffenen Straßen in der vollständigen Mitteilung des Landratsamts . Es lohnt sich, vor der gewohnten Abkürzung einen Blick darauf zu werfen.
Ein kleines Opfer für ein größeres Problem
Fünf Minuten später ankommen. Das ist meist alles. Keine Weltreise, keine Zumutung.
Am Ende geht es nicht nur um ein paar Kröten. Es geht darum, wie wir mit dem umgehen, was noch da ist.
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