L600-Rückbau – Ein Kommentar von Fritz Uthe

Entgegen unserer sonstigen Grundhaltung, keine persönlichen Meinungen zu lokalpolitischen Themen zu veröffentlichen, fordert der bevorstehende Schildbürgerstreich des Rückbaus der L600 doch einen Kommentar unsererseits:

Ich danke allen Leser für ihre Treue

L600-Rückbau? Ein Schildbürgerstreich!

Also, vor 25 Jahren wurde ein rechtswirksame Beschluss zum Rückbau der L600 gefasst. Heute beruft man sich darauf, dass seinerzeit dadurch tatsächlich Recht gesetzt wurde. Das hat aber in den letzten 25 Jahren offensichtlich niemanden ernsthaft interessiert. Es ist zumindest nichts passiert. Außer, dass sich die Rahmenbedingungen seit diesem Beschluss grundlegend geändert haben und HEUTE niemand mehr auf die Idee käme, etwas derartiges zu beschließen. Dennoch soll HEUTE der antike Beschluss umgesetzt werden. Das mutet schon ausgesprochen merkwürdig an und ist einem normalen Bürger kaum zu vermitteln.

Der damalige und auch heute noch angegebenen Grund für den Rückbau ist: Umwelt und Naturschutz. Doch der ist an dieser Stelle niemanden mit vernünftigen Menschenverstand zu vermitteln. Wenn aus einer 10 m breiten Straße ein 3 m breiter Feldweg wird, an dessen Rändern vorher und nachher Landwirtschaft betrieben wird, dann blüht dort keine Blumen mehr und kein „Juchtenkäfer“ oder ähnliches Getier fünde dort neuen Lebensraum. Und DAS will man den Bürgern dann als gelungenen Naturschutz vermitteln? Bürgern, die dann wegen des Wegfalls der L600 im Stau stehen und Umwege fahren müssen?

Was auch immer in der Vergangenheit getan oder unterlassen wurde, es kommt auf das Heute an. Und heute käme kein vernünftiger Mensch auf die (neue) Idee, eine intakte, funktionierende und erforderliche Entlastungsstraße zu vernichten. Zumal es genügend attraktive Naturschutz-Alternativen gibt, die auch als Ausgleichsmaßnahmen angeboten werden. Außerdem wäre es auch für die Befürworter des Rückbaus ganz einfach, sich von der Notwendigkeit dieses L600 Teilstückes zu überzeugen! Man müsste dieses Teilstück nur für eine Woche sperren und würde unmittelbar sehen können, was durch einen Wegfall passieren würde, wohin sich der Verkehr verschieben würde. Doch das Risiko dieses Realitätschecks wollen etliche Verantwortliche wohl nicht eingehen. An dieser Stelle erweisen sich Politiker und Naturschützer als sture Betonköpfe. Da nützt dann auch eine Blume im Haar nichts mehr! Auch der Naturschutz hat sich in den letzten 25 Jahren weiterentwickelt und sollte – nein muss !– sich an den Gegebenheiten des Hier und Jetzt orientieren. Vielleicht versuchen das alle Verantwortlichen noch einmal.

Alle Meinungen und Stellungsnahmen zur L600 gibt es <hier>

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