Landeszentrale für politische Bildung zu Gast an der Otto-Graf-Realschule Leimen

Die Otto-Graf-Realschule Leimen begrüßte vier Referenten der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) zu einer politikdidaktischen Großveranstaltung. Unter der Leitung von Rebecca Beigel, Isabella Lauber, Stefan Artmann und Kai Pearse-Danker fanden parallel zwei Planspiele zum Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene für die Klassen 9a und 9c statt.

Politische Entscheidungen auf Bundesebene bleiben für Jugendliche oft kaum nachvollziehbar, obwohl sie häufig ihre Lebensrealität betreffen. Um diese Distanz zu verringern, bietet die LpB mit dem Planspiel „Bundestag macht Schule“ einen handlungsorientierten Einblick in das Gesetzgebungsverfahren. Zur Debatte stand ein Gesetzesentwurf, der vorsah, dass Jugendliche unter 18 Jahren keinerlei Alkoholika mehr erwerben und konsumieren dürfen. Nach einer kurzen Einführung erlebten die Schülerinnen und Schüler eine plötzliche politische Metamorphose: aus Schülern wurden Bundespolitiker. In der Rolle Abgeordneter mit fiktiver Biographie galt es in den Ausschüssen und Plenarphasen Masche für Masche am Gesetzestext zu stricken.

In Diskussionen geschickt zu argumentieren, durch Sachkenntnis zu überzeugen und konträre Positionen durch Kompromissformeln zu vermitteln stellte hohe Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler. Die bestimmende Leitfrage war, wie Jugendliche tatsächlich vor den negativen Auswirkungen des Alkohols in ihrer Entwicklung geschützt werden können, ohne anfällig für den Reiz des Verbotenen zu werden. Am Ende des Verhandlungstages sah das verabschiedete Gesetz vor, dass Jugendliche ab 16 Jahren mit einer Art Alkoholausweis alkoholische Getränke konsumieren und kaufen dürfen. Dieser Ausweis kann nur durch den Besuch vorgeschriebener Lehrgänge erworben werden, die sich mit den schlimmen Folgen des Alkoholkonsums auseinandersetzen.

Warum Max Weber in seinem Werk „Politik als Beruf“ von einem „langsamen Bohren von harten Brettern“ sprach, erfuhren die Schülerinnen und Schüler bei der schweißtreibenden Suche nach Kompromissen am eigenen Leib. Doch jene Leidenschaft, von der Weber ebenso sprach, konnte während des Planspiels geweckt werden. Deutlich zeigte sich, dass die große Stärke der Planspiele in der Betonung des aktiven Tuns und der hohen Dichte an Kommunikation und Interaktion liegt, die die Teilnehmer im Sinne Pestalozzis mit „Kopf, Herz und Hand“ fordert und fördert.

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