Leimener Buchbinder erreicht 3. Platz im Wettbewerb „Tradition mit Zukunft“

Holzschindler, Vergoldermeisterin, Buchbindermeister – Berufe mit viel Geschichte und noch mehr Seltenheitswert. Wie wertvoll diese traditionsreichen Handwerkskünste auch heute noch sind, zeigt Eilles Kaffee mit der Initiative „Seltenes Handwerk – moderne Tradition“.

Im Rahmen eines Wettbewerbs haben sich über 30 Betriebe und Handwerker aus ganz Deutschland beworben, um zu zeigen, wie besonders und auch zukunftsfähig ihre Berufe sind. Darunter eine Geigenbauerin, ein Papierformer, eine Vergoldermeisterin, Säckler und viele mehr.

Drei davon wurden jetzt mit einem Preisgeld von insgesamt 8.000 Euro prämiert. Seltene und alte Handwerkstechniken erfordern Können, Geschick, Übung und viel Geduld. Damit ist die Herausforderung aller seltenen Handwerksberufe beschrieben: ihre Kunst für die zukünftigen Generationen zu erhalten.

Der erste Platz ging an die Holzschindler Stefan Müller und Ilona Gmach von der Bayerwald Holzschindeln UG – die Jury reiste aus diesem Anlass nach Viechtach und überreichte einen Scheck über 5.000 Euro. Mit dem zweiten Platz und 2.000 Euro wird Vergoldermeisterin Pauline Schöner prämiert. Der dritte Preis über 1.000 Euro geht an Buchbindermeister Kai Ortlieb.


Der drittplatzierte Buchbindermeister Kai Ortlieb im Portrait:  „Mit unserer Arbeit erhalten wir historische Schätze für die Nachwelt.“

Im Jahre 1985 begann Kai Ortlieb, 55, in Heidelberg seine Ausbildung zum Buchbinder im Fachbereich Einzel- und Sonderfertigung. Nach erfolgreichem Abschluss im Jahre 1988 sammelte er fünf Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Betrieben.

Einblicke erhielt er in die Kunstbuchbinderei, die Buchrestaurierung, die industrielle Buchbinderei und die Bibliotheks- und Sortimentsbuchbinderei. Zuletzt leitete er die Heidelberger Filiale einer namhaften Handbuchbinderei.

Es folgte 1993 der Besuch der Meisterschule in Stuttgart und deren Abschluss 1994 als Kursbester. Im Dezember 1994 wurde die Buchbinderei Kai Ortlieb als Neugründung aus der Taufe gehoben. Ab Juni 1998 komplettierten hochwertige Bilderrahmen das Leistungsangebot.

Der Handwerksmeister beherrscht nach wie vor die alten Techniken des Bücherbindens und Gestaltens und weiß um die Besonderheiten der Papier-, Karton- und Pappensorten bis hin zu den neuen Recyclingprodukten.

Besonders durch die Digitalisierung schätzen immer mehr Menschen den Wert historischer Bücher, die Wissen und Kunst in sich vereinen. Kai Ortlieb: „Das Preisgeld bleibt definitiv im Betrieb und wird reinvestiert. Mit der Summe von 1.000 Euro lässt sich da einiges bewerkstelligen.“

„Wir sind absolut begeistert davon, wie viele seltene Berufe in Deutschland noch ausgeübt werden“, betont Julia Starikova. Zusammen mit ihren Jurykollegen wertete sie die Bewerbungen aus. „Jede Bewerbung hätte eine Platzierung verdient.

Wir hoffen, dass wir mit unserer Initiative mehr Aufmerksamkeit für all diese schönen Handwerksberufe schaffen können“, so Starikova. Bei ihrer Auswahl achtete die Jury unter anderem auf Seltenheitswert, Zukunftsfähigkeit und die Leidenschaft für das besondere Handwerk. Patrick Neumann, Chefredakteur des handwerk magazin, unterstützte das Eilles-Team mit seinem Fachwissen bei der Entscheidung. 

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