Leimens Bundeswehr-Patenbataillon: Neue Rekruten beginnen Grundausbildung

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Einkleidung in der „Kleiderkammer“

(fwu – 4.4.13)Am 2. April – dem ersten Werktag des zweiten Quartals – meldeten sich bei Leimens Bundeswehr-Patenbataillon in Germersheim die neuen Rekruten zur Ausbildung. In der 2. Ausbildungskompanie unter Kompaniechef Hauptmann Strelau traten insgesamt 52 Rekruten, darunter 3 Frauen ihren Dienst an. Da die Wehrpflicht ausgesetzt ist, handelt es sich durchweg um Freiwillige. 21 Rekruten leisten freiwilligen Wehrdienst und 31 wurden als Soldaten auf Zeit (SaZ) zum Luftwaffen-Ausbildungsbataillon kommandiert.

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Socken und Sportbekleidung

Rechtsverhältnisse

Während es bei den freiwillig Wehrdienstleistenden um eine zeitliche Überbrückung beispielsweise zwischen Ausbildungs- oder Schulende bis zum Studium gehen kann oder um ein Ausprobieren und  „Reinschnuppern“ in die Truppe mit der Idee einer späteren Verpflichtung zum SaZ, haben die bereits als SaZ eintretenden Rekruten diesen Entschluß bereits gefaßt und wollen das Soldatsein als Beruf für eine gewisse Zeit auszuüben.

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Der Stahlhelm gehört natürlich dazu

Im Gegensatz zu den Zeiten der Wehrpflicht, als man „gezogen“ wurde und der Dienst als Soldat vom ersten Moment an verpflichtend war, gibt es heute bei den Freiwilligen grundsätzlich eine Probezeit in der sowohl der Soldat als auch der Dienstherr Bundeswehr das Arbeitsverhältnis wieder kündigen kann.  Oder anders ausgedrückt: Gefällt einem Rekruten der Dienst nicht, darf er wieder gehen.

Dem gegenüber steht die Tatsache, daß man früher zu Zeiten des kalten Krieges mit Wehrpflicht hoffte, nicht in den Einsatz (Krieg) zu müssen, während es heute für fast jeden Soldaten zumindest im Bereich des Möglichen ist, in einen Auslandseinsatz gehen zu müssen. Für die meisten SaZ ist dies sogar wahrscheinlich.

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Hab‘ mein‘ Wagen vollgeladen, voll mit neuen Sachen

Beide Komponenten gemeinsam, Freiwilligkeit und Einsatzwahrscheinlichkeit, haben den Ton beim „Militär“ gegenüber früheren Zeiten deutlich geändert. Das alte Bild vom „Kommiss“ kann man getrost vergessen. Brüllende Vorgesetze und „Schikane“ sind „out“, denn wenn sowohl Vorgesetzte als auch Rekruten davon ausgehen können und müssen, (bald!) einmal gemeinsam im durchaus gefahrvollen Einsatz zu stehen (Stichwort „Afghanistan“) ändern sich auch Einstellung und Ausbildungsziele. Man könnte es auch Professionalisierung nennen, den unmotivierte zwangsgezogene Wehrpflichtige gibt es ja nicht mehr.  Das Team steht im Vordergrund. Doch manche Dinge haben sich nicht geändert …

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Vollzähligkeitsprüfung

Einkleidung

Nachdem am ersten Tag die Anreise zum Standort Germersheim und allgemeine administrative Aufgaben anstanden, ging es für die noch in Zivil gekleideten Rekruten am darauffolgenden Tag erstmals richtig „zur Sache“. An diesem Mittwoch stand der sichtbarste Schritt zur „Soldatwerdung“ an: Die Einkleidung! Der Empfang von Bekleidung und Ausrüstung  ist immer noch leicht abenteuerlich.

Von Unterwäsche über Waschzeug, Sportbekleidung, Uniform, Stahlhelm, Stiefel – eine Fülle von Dingen „ergießt“ sich in der „Kleiderkammer“, die heute zentral von einer Servicegesellschaft geführt wird und den Soldaten als Kunden betrachtet, auf die Rekruten. Zwar hat man immer noch nicht die Wahl zwischen verschiedenen „Modestilen“, aber auf Passgenauigkeit wird Wert gelegt und die Füße werden sogar vermessen, damit die Schuhe und Stiefel auch passen. Am Ende hat jeder Rekrut einen großen Einkaufswagen voller Gegenstände empfangen, die nochmals in einer großen Halle auf Vollzähligkeit überprüft werden.

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Noch in Zivil, aber schon (fast) perfekt beim Antreten

Während der entstehenden Wartezeiten, erhalten die Rekruten auch bereits ihre erste Schulung in militärischem Auftreten. Die Gruppenführer bringen ihnen das Antreten an, die ersten militärischen Kommandos erschallen durch die Halle. Gruppenweises „Rumstehen“ war gestern, heute sind bereits „Reih‘ und Glied“ angesagt. Und es geht schnell … schon nach kurzer Zeit stehen die Soldaten größenmäßig sortiert im Stillgestanden.

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Kompaniechef Strelau: Hemden auf DIN A4!

Der Spind

Gefühlte 2 Kubikmeter neuer Kleidung und Ausrüstung wurden dann auf die Stuben verbracht. Hier sind die Soldaten jeweils zu viert oder zu fünft gemeinsam untergebracht. Stock-Doppelbett, Spind (Schrank), Stuhl und Tisch bilden die Grundausstattung. Die Damen belegen dabei natürlich eine eigene Stube und haben selbstverständlich auch eigene Sanitäreinrichtungen.

Es gilt das ganze „Zeug“ irgendwie in den Spind zu bekommen. Die anfängliche Unmöglichkeit des Unterfangens wird durch die Ausbilder in den Bereich des Möglichen versetzt.

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Gerade muß das liegen!

Perfekte Ordnung ist angesagt. Jedes Ding hat seinen Platz. Aber nicht irgendeinen Platz im Spind, sondern einen bestimmten! Hemd auf Hemd, DIN A4 gefaltet.Das Format hat sich nicht geändert. Die Ausbilder machen es ganz klar: Hier beginnt militärische Ordnung, hier ist Perfektion angesagt (Das Video dazu finden Sie <hier>) Am Ende des Tages muß jeder Spind identisch und perfekt eingeräumt sein und das wird kontrolliert. Ein bißchen Druck ist da. Der Zivilist in den Rekruten wird beiseitegeschoben, die Beliebigkeit endet. Das Soldatsein beginnt! Und ab morgen sind die Rekruten auch als Soldaten erkennbar. In Uniform.

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Aufpassen! Aufkleber aus dem Helm entfernen!

Bei manchen muß noch am „Aussehen“ gearbeitet werden. Auch für den Haarschnitt gibt es Regeln. Und für Schmuck auch. Bis zur nächsten Woche gilt die eingeräumte Gnadenfrist. Dann sind auch alle Köpfe soldatisch.

Die Grundausbildung

In den kommenden drei Monaten erhalten die Rekruten unseres Patenbataillons ihre militärische Grundausbildung. Wir werden sie dabei begleiten und unseren Leserinnen und Lesern über die Fortschritte bis hin zum Gelöbnis/zur Vereidigung berichten.

Hintergrund Patenkompanie/Patenbataillon:

Die Umstrukturierung der Bundeswehr hat auch vor der Patenkompanie Leimens nicht halt gemacht. So war bisher die 12. Kompanie des Luftwaffen Ausbildungsregiment in Germersheim “unsere” Patenkompanie. Doch diese Kompanie wurde inzwischen umbeannt in „3.“ und besteht derzeit nur auf dem Papier, alle Dienstposten sind gesperrt. Auch das Luftwaffen Ausbildungsregiment selbst wurde verkleinert, hat jetzt nur noch Bataillonsgröße und heißt auch dementsprechend Luftwaffen Ausbildungsbataillon.

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Angetreten zum Marsch in die Kantine

Wie Bataillonskommandeur Oberstleutnant Dietmar Hinze jedoch betonte, werden die Städtepartnerschaften des ehemaligen Regimentes und die daraus resultierenden Verpflichtungen vom jetzigen Bataillon fortgeführt. Die vielen Leimenerinnen und Leimenern bekannten Stammsoldaten der ehemaligen “12.” sind nun in der 1. und 2. Ausbildungskompanie zu finden und werden auch an künftigen gemeinsamen Veranstaltungen zwischen Stadt und Patenbataillon teilnehmen können.

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