Lernfabrik 4.0 – Zentren beruflicher Schulen erfolgreich im Landeswettbewerb

6035 Hubert_Sternberg_Schule_Wiesloch_20151207(rnk – 8.12.15) Große Freude bei Landrat Stefan Dallinger, der Kreisverwaltung und den Leitern der beruflichen Schulen in der Trägerschaft des Rhein-Neckar-Kreises. Der einwohnerstärkste Landkreis ist einer von 15 baden-württembergischen Kreisen, der den Landeswettbewerb Lernfabrik 4.0 gewonnen hat. Unter Federführung der Hubert-Sternberg-Schule am Zentrum beruflicher Schulen in Wiesloch und unter Beteiligung aller weiteren beruflichen Schulen in seiner Trägerschaft sowie dem Amt für Nahverkehr und Wirtschaftsförderung im Landratsamt hat sich der Rhein-Neckar-Kreis um diesen Wettbewerb des baden-württembergischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums beworben.

Das Besondere im Rhein-Neckar-Kreis ist, dass sich alle fünf Zentren beruflicher Schulen mit einem gemeinsamen Konzept um die Lernfabrik 4.0 beworben haben. Jede Schule hat dabei ihre standortspezifischen Stärken und Schwerpunkte eingebracht. „Alle beruflichen Schulen und die Kreiswirtschaftsförderung haben an einem Strang gezogen“, lobt Klaus Heeger, Fachleiter an der Hubert-Sternberg-Schule und verantwortlich für die Bewerbung die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Und sagte weiter: „Mit der Lernfabrik 4.0 gewinnen unsere beruflichen Schulen ein weiteres Alleinstellungsmerkmal im internationalen Wettbewerb und werden fit für die Zukunft gemacht.“ Industrie 4.0 werde vor allem die Arbeitsbedingungen nachhaltig verändern. Auf diese Entwicklungen müssen die Verantwortlichen Lehrer und Schulträger die Fachkräfte von morgen und die Beschäftigen vorbereiten. Wegen der komplexen Abläufe bei Industrie-4.0-Prozessen sei es wichtig, die Fachkräfte in möglichst praxisnahen Lernumgebungen aus- und weiterzubilden. „Die Lernfabrik ist hierfür ein ideales Instrument“, freut sich auch der Leiter der Hubert-Sternberg-Schule, Jürgen Becker. In den Lernfabriken werden die Schülerinnen und Schüler an die Bedienung von Anlagen auf der Basis realer Industriestandards herangeführt.

Die Lernfabrik soll auch kleineren und mittleren Unternehmen im Landkreis Anregungen zur Umsetzung für typische Prozesse von Industrie 4.0 bieten. Sie soll so das Thema und seine Bedeutung noch bekannter machen und vor allem dem Mittelstand die damit verbundenen Chancen näher bringen. „Die Lernfabrik 4.0 ist für die Schulen hier in der Region zum ersten Mal die Chance bei einer neuen Technologie vorne mit dabei zu sein“, ergänzte Klaus Heeger. Sie werde im Rhein-Neckar-Kreis als Konzern oiL4.0 – offene integrierte Lernfabrik 4.0 – abgebildet. Die Zentrale stellt die Hubert-Sternberg-Schule Wiesloch und die gewerblichen Schulen Eberbach, Schwetzingen, Sinsheim und Weinheim zeichnen sich als einzelne Produktionsstandorte aus. Die Johann-Philipp-Bronner-Schule Wiesloch übernimmt die kaufmännischen Aufgaben.

Auch das Amt für Nahverkehr und Wirtschaftsförderung war in den Prozess intensiv eingebunden. „Wir haben die Bewerbung um eine Lernfabrik 4.0 der fünf beruflichen Schulen seitens der Wirtschaftsförderung intensiv im Rahmen unseres smart county Projekts unterstützt. Durch den Gewinn der Förderung besteht nun die Möglichkeit für unsere Unternehmen, modernste Technologie 4.0 an den Schulen auch für unternehmenseigene Präsentationen und Weiterbildungen nutzen zu können“, sagte der Leiter der Wirtschaftsförderung, Nils Drescher.

Das Ministerium fördert dieses Projekt mit 500.000 Euro – davon 400.000 Euro für Sachleistungen und 100.000 Euro Weiterbildungsmittel für die Lehrkräfte. „Uns ist es gelungen, auch die regionale Wirtschaft für dieses Projekt zu gewinnen“, so Nils Drescher. Die Verantwortlichen aus den Firmen und Unternehmen im Rhein-Neckar-Kreis verdeutlichen durch eine sehr großzügige finanzielle Unterstützung, dass sie hinter dem Konzept der beruflichen Schulen stehen. Und auch der Schulträger Rhein-Neckar-Kreis steuert 770.000 Euro bei. Mit einem pädagogischen Konzept werden die beruflichen Schulen die Lernfabrik 4.0 in ihrem Unterricht umzusetzen. Sie haben nun die Möglichkeit, junge Menschen auf komplexe Prozesse von Industrie 4.0 in einer praxisnahen Lernortumgebung vorzubereiten, damit sie den Anforderungen in ihrem zukünftigen Berufsleben oder Studium gewachsen sind.


Hinweis:

Lernfabrik 4.0 ist ein Labor, das im Aufbau und in der Ausstattung industriellen Automatisierungslösungen gleicht und in dem Grundlagen für anwendungsnahe Prozesse erlernt werden können. Maschinenbau und Elektrotechnik werden dabei durch professionelle Produktionssteuerungssysteme verknüpft.
Zielgruppe der Lernfabrik 4.0 sind Auszubildende in dualen Ausbildungsgängen der Fachbereiche Metall- und Elektrotechnik, sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Technikerschulen oder an Weiterbildungslehrgängen aus mittelständischen Unternehmen im Rahmen von Angeboten der Fördervereine der beruflichen Schulen und von Kooperationen mit Wirtschaftsorganisationen, angewandten Hochschulen und der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg.


 

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