Leserbrief Ingo Schmidt: Braucht Leimen wirklich eine Gemeinschafts-Schule?

(12.4.14) Am 2. April war in der RNZ zu lesen, dass Ende Februar die Gemeinderäte von Leimen, Nußloch, Sandhausen und Walldorf im dortigen Rathaus tagten. Auf der Grundlage von Zahlen, Informationen und Empfehlungen des Staatlichen Schulamtes Mannheim wurde über eine gemeinsame Schulentwicklung, wie auch über das Thema Gemeinschaftsschulen beraten. Laut Information des Schulamtes soll in der baden-württembergischen Schullandschaft künftig nur noch das Gymnasium neben der Gemeinschaftsschule bestehen. Hier sehe man lieber der Umwandlung der Realschule in eine Gemeinschaftsschule entgegen. Zuvor waren, wie hinlänglich auch auf Leimen-Lokal zu lesen, andere Modelle im Gespräch.

1357 - Gemeinschaftsschule pdv 1

Ingo Schmidt

In einem weiteren Artikel in der RNZ vom gleichen Tag wird dem Leser unter anderem erklärt, dass es noch bis 2015 dauern werde, bis die verbindlichen Förderrichtlinien des Landes bekannt sind. Diese Förderung sei für die Stadt Leimen wichtig, da es ja um Millionen-Investitionen beim Thema Gemeinschaftsschule gehe. Die schmalen Stadtfinanzen machen da die Entscheidung nicht einfacher. Weitere Stimmen aus der lokalen Politik äußern sich entsprechend ihrer Parteizugehörigkeit mehr oder weniger aufgeschlossen zur Sache.

Was bedeutet dies für Eltern und zukünftige Schülergenerationen?

Sehen wir uns hierzu das von Jahr zu Jahr besser organisierte und expandierende Angebot an privaten Bildungseinrichtungen an. Hier hebe ich besonders die Einrichtungen, die sich auf das Angebot der Lernbegleitung spezialisiert haben, hervor. Hier bekommt jeder Schüler maßgeschneidert das Unterstützungsangebot, welches er benötigt. Der Anbieter ist bestrebt bestmögliche Leistung abzugeben. Der Schüler wird zusehen, möglichst viel an Wissen mitzunehmen. Dass wir ein breites Angebot an privaten Bildungsanbietern, speziell im Bereich Lernunterstützung haben, zeigt, dass das staatliche Bildungsmonopol nicht in der Lage ist, das Wissen so zu vermitteln, dass es der breiten Masse an Schülern gerecht wird. Andererseits sehen wir, dass der private Sektor in der Lage ist, diese Bildungslücken zu schließen. Ein privat organisierter Anbieter reagiert weit schneller auf sich ändernde Anforderungen und ist bestrebt die Bildung als Dienstleistung kostengünstig anzubieten, da ihm das Geld des Steuerzahlers nicht nachgeworfen wird. Ebenfalls braucht er nicht auf Richtlinien, Fördergelder und endlose Diskussionen seitens staatlicher Ämter zu warten. Private Anbieter schauen darauf, was gebraucht wird und schließen die Lücke. Je mehr Wettbewerb und Anbieter, desto effektiver die Umsetzung.

Der Schluss daraus kann nur heißen, mehr Wettbewerb in Sachen Bildung, weg vom staatlichen Bildungsmonopol.

Kurzfristig, gleichzeitig flächendeckend und für alle Eltern erschwinglich, wird dies leider nicht machbar sein. Dennoch sollten wir diese Option nicht aus den Augen verlieren, sondern genau daran arbeiten, dies zu ermöglichen. Alles andere ist Flickschusterei und dient allein den etablierten Parteien auf dem Rücken von Eltern und Schülern ihre bildungspolitischen Ansichten durchzudrücken.

Ingo Schmidt, Leimen

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