Leserbrief Daniel Kraus: „Kampfhundesteuer trifft und bestraft die Falschen“

(fwu – 11.12.19) Das schreckliche Verbrechen, bei dem zwei Kampfhunde in Leimen auf einen Jugendlichen gehetzt wurde und ihn schwer verletzten, machte und macht bundesweite Schlagzeilen. Der Prozeß gegen die Täter läuft derzeit in Heidelberg. Zu einer möglichen Erhöhung der Hundesteuer für Listenhunde in Leimen erreichte uns der nachfolgende Leserbrief zu dem auch parallel eine Online-Petition stattfindet.


(Leserbrief von Daniel Kraus – 11.12.19) Liebe Leserinnen und Leser, ich möchte diesen Weg nutzen um auf eine sich anbahnende Ungerechtigkeit und Diskriminierung von bestimmten Hunden und deren Haltern hinzuweisen.

Die Stadt Leimen beabsichtigt eine Kampfhundesteuer einzuführen. Im Gespräch sind 600€ pro Tier (bisher 96€). Bei der üblichen Doppelung für den Zweithund kämen hier im dümmsten Fall 1800€ pro Jahr auf uns zu falls die Stadt auf die Idee kommt unseren Zweithund auch höher zu besteuern.

Warum wird das geplant: Im Frühjahr/Sommer haben zwei Jugendliche ihre unter falscher Rasse gemeldeten 11 Monate alten American Staffordshire Terrier auf einen 15-Jährigen gehetzt, gezielt und mit Vorsatz! Das Opfer wurde hierbei schwer verletzt und bleibt sein Leben lang entstellt.

(Anmerkung der Redaktion: Der nachfolgende Absatz wurde vom Verfasser in einer Korrektur vom 17.12. als Falschdarstellung zurückgenommen und wurde daher von uns auch hier im Original durchgestrichen)

Das Schlimme ist, daß dem Ordnungsamt bereits lange vorher schon Anzeigen von Nachbarn vorlagen! Anzeigen über die schlechten Haltungsbedingungen der Tiere und darüber, dass sie misshandelt wurden. Es wurde aber nichts unternommen, auch als Zweifel an der Rasse der Hunde aufkamen, wurde erst noch lange um Erfüllung der Auflagen gebeten. Einen Wesenstest hatten die Hunde natürlich auch nicht absolviert.

Diesen Vorfall nimmt sich die Stadtverwaltung jetzt zum Anlass, etwas gegen „diese gefährlichen Kampfhunde“ zu unternehmen, völlig ungeachtet dessen, daß es mit den im Stadtgebiet Leimen gemeldeten 30 Listenhunden nie Probleme gab. ALLE haben ihren Wesenstest! Zitat aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom vergangenen Donnerstag: „Wir hatten bisher nie Probleme“.

Und genau diese 30 Tiere und ihre Familien plant die Stadt jetzt zu bestrafen. Das ist an Ungerechtigkeit nicht zu überbieten! Gebt diesen 30 UNSCHULDIGEN Hunden bzw deren Besitzern eine Stimme! Wir können nichts für diese Tat! Unsere Hunde, zum Beispiel, sind 9 und 10 Jahre alt, Baldur ist schon fast blind. Sie sind einfach nur verläßliche, herzensgute, ganz normale Familienhunde, die für niemanden eine Gefahr darstellen.

Die Gefährlichkeit eines Hundes hängt nicht von seiner Rasse ab sondern von der Art und Weise wie und von wem er großgezogen und erzogen wurde.

Eine Kampfhundesteuer wird keinen einzigen Beißvorfall verhindern, sie wird nur bewirken, dass diejenigen Halter, die es mit dem Gesetz jetzt schon nicht so genau nehmen und Hunde nur als Prestige-Objekt halten, sich noch mehr jeglicher Kontrolle entziehen und die Steuer einfach durch Nichtanmeldung oder Anmeldung über einen Freund in einer anderen Gemeinde umgehen. Oder sie holen sich schlicht und ergreifend einen Hund einer Rasse, die nicht der Kampfhundesteuer unterliegt und machen diesen scharf.

Am Ende sind immer die ehrlichen und verantwortungsbewußten Halter die Gelackmeierten. Es ist einfach nur Unrecht, sich aus blindem Aktionismus heraus an einer Minderheit bereichern zu wollen, die überhaupt nicht Ursache des Problems ist. Es braucht keine Verbote und höheren Steuern. Konsequente Kontrollen und das Umsetzen der bestehenden Gesetze wären vollkommen ausreichend.

Auch eine höhere Besteuerung von tatsächlich gefährlichen Hunden, also welche, die bereits gebissen haben bzw von Listenhunden ohne bestandenen Wesesnstest wäre denkbar, SOLANGE bei bestandenem Wesenstest der höhere Steuersatz hinfällig wird, da mit dem Wesenstest die VERMUTETE Gefährlichkeit offiziell widerlegt wurde und der Hund nach dem Gesetz als normaler Hund zu behandeln ist.

Das ist fair und ein Anreiz, sich an die Gesetze zu halten und den Hund ordentlich zu erziehen! Das wäre ein intelligenter Weg, der Sicherheit bringt und welcher der Stadt Werkzeuge zur zusätzlichen Regulierung an die Hand gibt und der diejenigen Hundehalter, die sich an Gesetze und Vorgaben halten, fair und gerecht behandelt und eben nicht die Falschen trifft.

Vielen Dank für das Lesen unseres langen Textes und wenn sie uns mit unseren Hunden begegnen, haben sie keine Angst, sprechen Sie uns gerne an wenn Sie Fragen oder Vorbehalte haben und lernen Sie unsere Hunde kennen. Sie haben für jeden ein Schwanzwedeln übrig!

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