Leserbrief Dieter Weber: „Wie teuer wird das Leimener Verwaltungsgebäude?“

Erst 5,6 oder 6,3 Millionen, dann 7,6 Millionen, aktuell 8,8 Millionen Euro.

8,8 Millionen Euro soll das neue Leimener Verwaltungsgebäude kosten. Nach heutigem Stand. Am 21.Mai 2015, bei der öffentlichen Sitzung des Leimener Gemeinderates, wurde die Zahl veröffentlicht. Geplant und vorgestellt war das Projekt mit rund 5,6 Millionen, inklusive doppelstöckiger Tiefgarage. Mittlerweile ist eine Etage gestrichen; diese Ersparnis mit einberechnet, hätten die Kosten damals nur bei rund 5 Millionen liegen sollen.

Wo werden die Kosten beim Einzug im Januar 2016 liegen? Bei Zehn Millionen?

Ein Teil der Mehrkosten ist zwar erklärbar, doch ein Unverständnis bleibt. Der Hinweis der Stadtspitze, der Gemeinderat habe alles abgesegnet, ist formal richtig, jedoch nicht hilfreich.

Warum? Nun, Leimen steht unter Kuratel weil sie seit Jahrzehnten ihre Finanzen nicht im Griff haben. 120 Millionen Euro Miese sollen es sein. Rekord in Baden-Württemberg? Genaues wird nicht veröffentlicht. In Sandhausen ist die gleiche Mehrheits-Partei am Ruder wie in Leimen, aber die Sandhäuser haben so gut wie keine Schulden und seit Jahrzehnten ein eigenes Verwaltungsgebäude. Die können das einfach besser mit den Finanzen.

Woran liegt`s also in Leimen? Nach meiner Meinung an den Personen, die in den Mehrheits-Parteien das Sagen haben und absegnen, was so vorgesetzt wird. Schulden fallen nicht vom Himmel und entstehen nicht von selbst. Und hohe Schulden erfordern das Absegnen und Mittragen ungünstiger Entscheidungen durch den Gemeinderat über Jahre. Wenn dann, wie bei der öffentlichen Sitzung, die höheren Kosten angesprochen werden, schließen sich bei Kritik die Reihen des Gemeinderates, und der Fragesteller wird hingestellt, als ob er keine Ahnung habe. Nun, angesprochen hat die Mehrkosten Sahin Karaaslan, Chef der Leimener Grünen und Gemeinderat. Erfolgreicher Selfmade-Geschäftsmann und Investor. Es ist anzunehmen, dass er mehr von Finanzen versteht als viele im Gemeinderat. Muss er auch, denn er gibt eigenes Geld aus und nicht das Geld der Gemeinde. Da sollte man lieber seinen Rat suchen.

Weiter wurde bekannt gegeben, der Zinssatz für die aufgenommenen 2,2 Millionen, liegt statt der geplanten 2 Prozent bei nur 0,3 Prozent. Ein Glück für Leimen, diese Entwicklung des Kapitalmarktes, jedoch im Moment unerheblich für die Baukosten. Das wirkt sich erst aus bei der Endabrechnung, wenn die Kredite abbezahlt sind. Richtig Geld gespart wird nur bei angepasster Tilgung. Hat man die bei den Zinsen eingesparten 1,7 Prozent genutzt um den Tilgung-Prozentsatz zu erhöhen? Hat sich der Gemeinderat darum gekümmert?

Wer in Leimen mangelnde Information anspricht, bekommt schon mal zu hören: „Aber das haben wir doch kommuniziert“! Ja, kann sein, aber nur, wenn man unter Kommunizieren ein paar dürre Sätze ohne viel Aussage versteht. Zahlen, Kosten, alles was das Geld der Bevölkerung kostet, muss umfassend öffentlich zugänglich gemacht werden. Es müsste auf der Leimener Internet-Seite leicht zu finden sein, transparent und verständlich! Vielleicht auch einen Blog dazu schalten, um Volkes Meinung zu hören. Aber wirklich umfassende Informationen – das geht mit unserem OB vermutlich nicht!

Immerhin, und ich nehme an, das haben wir unserer Bürgermeisterin Frau Felden zu verdanken, findet man auf der Leimener Web-Site einige hübsche Bilder und auch Text zum neuen Verwaltungsgebäude. Auf den ersten Blick gut gemacht, … aber eben keine Zahlen.

Dieter Weber, Leimen

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Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=64808

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