Leserbrief: Dieter Weber zur Inklusion in Leimen

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Dieter Weber

Inklusion, ein Thema der letzten Wochen in den Medien. Kontrovers behandelt und diskutiert. Was auch immer die Gesellschaft unter Inklusion versteht, am Anfang aller Inklusion steht der barrierefreien Zugang. Und, nicht überraschend, da sieht es in Leimen schlecht aus.

Dabei geht Inklusion alle an. In Deutschland leben 18,1 Mio. Menschen mit einer Beeinträchtigung, das sind 20% der Bevölkerung. 95% aller Beeinträchtigungen treten erst im Verlauf des Lebens auf, die meisten im Alter. Nicht wenige, die das jetzt lesen, werden, wenn sie alt genug sind, zu den Betroffenen gehören.

In der RNZ vom 29.April 2014 stand ein Artikel über die kleine Victoria aus Leimen. Zur Erinnerung: sie ist mobilitätsbehindert, im Rollstuhl und besucht die zweite Klasse der Leimener Turmschule. Das Klassenzimmer befindet sich im EG und ist über eine Rampe erreichbar. Ab dem neuen Schuljahr besucht sie die dritte Klasse, aber die Klassenzimmer der dritten und vierten Klassen sind im zweiten Obergeschoss und es gibt keinen Aufzug. Das Klassenzimmer in das EG verlegen, löst nicht das Problem, denn der Computerraum ist dann immer noch im OG. Dazu stellte OB Ernst klar: „Wir werden keinen Lift einbauen“. Und Ernst brachte die barrierefreie Geschwister-Scholl-Schule im Stadtteil St.Ilgen ins Spiel. So steht es in der RNZ.

Ja, unser OB mag zwar annehmen, die GSS sei barrierefrei, das ist jedoch nicht so ganz richtig. Denn der Computerraum ist auch hier nicht barrierefrei zugänglich.

Zur Information: Die Geschwister-Scholl-Schule besteht aus den Gebäuden A, B und C. Gebäude A, das Hauptgebäude, ist mit Aufzug versehen, alle Gebäudeteile mit Rollstuhl zugänglich. Die Gebäude B und C sind im EG barrierefrei zugänglich, die Etagen darüber nicht; kein Aufzug vorhanden. Der Computerraum ist im Gebäude B, Obergeschoß. Nicht barrierefrei also. Und selbst wenn die GSS komplett barrierefrei zugänglich wäre, ist es nicht einzusehen, weshalb Victoria mit ihrem Rollstuhl den weiten Weg von Leimen Mitte zur GSS auf sich nehmen soll.

Wenn sich OB-Ernst zum Thema in den Medien äußert und Vorschläge macht, muss er über die Gegebenheiten informiert sein. Nach so vielen Jahren im Amt! Er hätte sich zumindest vorab informieren können.

Wie auch immer die Leimener Entscheider zur Inklusion, zum barrierefreien Zugang stehen, auf Dauer muss jede Schule uneingeschränkt für alle zugänglich sein. Also fangt endlich an das zu verwirklichen!

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