Leserbrief: Gedanken und Gedenken zum heutigen Jahrestag

Frau Sophia Magdalena Scholl ist am heutigen Jahrestag, am 09.Mai 1921 geboren, sie wäre heute 93 Jahre alt geworden.

Gedanklich besinnt mich persönlich dieser Jahrestag im Mai immer wieder zum Nachdenken, aber es bleibt nur Erschüttern und ein tiefes Durchatmen. Gegensätzlich ist dieser Tag auch sehr erfreulich, weil meine Tochter am gleichen Jahrestag geboren ist und unsere Schule in St.Ilgen zu Ehren und Gedenken der Geschwister Scholl den Namen „Geschwister-Scholl-Schule“ trägt.

Meine Mutter, Jahrgang 1920 hat auch alle Kriegswirren von 1939 bis 1945 miterlebt und ist Heute 94 Jahre alt. Frau Sophia Scholl könnte also unter gegebenen Umständen durchaus noch unter uns weilen. Frau Sophia. M. Scholl erhielt am 22. Februar 1943 in einem Lebensalter von 21 Jahren, nach einem dreitägigen Verhör und anschließenden Prozess, einen Richterspruch zum Tode. Genau gesehen wegen freier Meinungsäußerung.

Dieses Urteil lässt mich immer wieder erschaudern und bereitet Ohnmacht und Sprachlosigkeit. Sie wurde am 22. Februar 1943 in München, vom Scharfrichter Johann Reichhart Bayerns letztem Henker, der über 3000 Menschen exekutiert hatte, darunter auch die Geschwister Scholl, hingerichtet. Wie ich meine, ein grausamer und erschütternder Tod, wie auch bei allen ca. 24 Millionen Soldaten und ca. 40 Millionen Zivilisten die der 2. Weltkrieg forderte, zu beklagen ist.

Johann Reichhart, der Metzger am Sperrhaken der Heute eigentlich in Vergessenheit geraten ist, der stets nach altem Brauch im Gehrock und Zylinder hinrichtete sagte: Ich habe keinem wehgetan!?  Wollte er glauben machen, dass der Tod sanfter eintritt, wenn ein Fallbeil in Bruchteilen einer Sekunde den Kopf vom Körper trennt?

Der Urteilsvollzug, Auszug aus dem originalen Protokoll:

Der Hinrichtungsraum war gegen den Einblick und Zutritt Unbeteiligter vollständig gesichert. Die Fallschwertmaschine war, durch eine schwarzen Vorhang verdeckt, verwendungsfähig aufgestellt.

Um 17:00 Uhr wurde die Verurteilte durch zwei Gefängnisbeamte vorgeführt. Der Leiter der Vollstreckung stellt die Personengleichheit der Vorgeführten mit den Verurteilten fest. Sodann wurde die Verurteilte dem Scharfrichter übergeben. Die Gehilfen des Scharfrichters führten sie an die Fallschwertmaschine, auf welcher sie unter das Fallbeil geschoben wurde.

Scharfrichter Reichhart löste sodann das Fallbeil aus, welches das Haupt der Verurteilten sofort vom Rumpf trennte. Der Gefängnisarzt überzeugte sich vom Eintritt des Todes.

Die Verurteilte war ruhig und gefasst.

Von der Übergabe an den Scharfrichter bis zum Fall des Beiles vergingen 6 Sekunden.

Der ganze Hinrichtungsvorgang, der sich ohne Zwischenfall vollzog, dauerte vom Verlegen der Zelle an gerechnet ca. 48 Sekunden.

Nach der Abnahme von der Fallschwertmaschine wurden der Körper und das Haupt der Verurteilten in einen bereitstehenden Sarg gelegt und dem Polizeipräsidium München zur Verbringung in den Perlacher-Friedhof übergeben.

Gedanken:

Adolf Hitler war ein gläubiger Katholik / Christ.

Jeder deutsche Soldat der Wehrmacht hatte im 2. Weltkrieg auf seinem Koppelschloss die Umschrift um das Hakenkreuz „Gott mit uns“

Der gleiche Gott ist auch im gegenwärtigen Grundgesetz (Präambel) verankert, „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen…“

Aus der Bibel:

1. Mose 1,27 Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde…

2. Mose 20,13 Du sollst nicht Töten.

Mt 5,21-22 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12): »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein.

22 Ich aber sage euch (Jesus): Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.

Jakobus 2,10 Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig.

Ludwig Feuerbach: Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde.

E. Hennenberger

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