Leserbrief Wolfgang Müller zum Stadthaus: „Es wird Zeit“

(wm – 10.8.20) Demokratie heißt übersetzt „das Volk herrscht“ und das funktionierte auch bei der Planung der Bebauung des Rathaus Vorplatzes. Denn die Bürgerinitative „Festhalle NEIN“ wehrte sich erfolgreich gegen eine Festhalle und zudem gegen eine zu große „Kubatur“, sprich gegen ein zu groß und zu mächtig.

Apotheker Wolfgang Müller, Altstadtrat, Leimen

So wurde umgeplant und 2022 soll jetzt spätestens mit dem Neubau begonnen werden. Und dies an einem wahrlich historischen Ort und Platz mit so unterschiedlichen Namen – Rathausplatz, Rathausvorplatz und Schlossplatz. Aber für die alten Leimener war es immer der „Marktplatz“.

Dort steht seit dem Jahre 1802 das alte Leimener Rathaus, das „Palais Seligmann“ und in unmittelbarer Sichtweite das älteste Gebäude Leimen, die heute evangelische Mauritiuskirche aus dem 13. Jahrhundert mit der „Hosanna Glocke“, die dieses Jahr 550 Jahre alt wird.

Und dort unterhielt Leimens jüdische Gemeinde zudem eine Synagoge, die allerdings schon im Jahre 1905 abgebrochen wurde. Die Neuplanung fügt sich gut ein in ein Spannungsfeld zwischen alter und neuer Bausubstanz, aber viel wird davon abhängen wie das neue „Stadthaus“ genutzt und der „Marktplatz“ gestaltet sein wird.

Auch wenn Leimens Einzelhandel inzwischen fast gänzlich am nordwestlichen Stadteingang sich angesiedelt hat, sollte es weiter die Zielstellung sein, eine innerstädtische Nahversorgung im alten Stadtkern anzustreben. Und dies verbunden mit einer Verweil- und Wohlfühlatmosphäre auf dem gesamten Areal. Schade nur, dass ein wichtiger gastronomischer Eckpfeiler – trotz großartiger Restaurierung – wieder zugesperrt ist.

Und bei allen tollen Plänen – wie die gemeinsame Bewerbung mit Nußloch für die Landesgartenschau oder für ein interkommunales Gewerbegebiet mit Heidelberg – über die für die Bevölkerung erlebbare Zukunft Leimens wird hier, nach Jahrzehnten der Tristesse, im Stadtkern entschieden: mit einem schmucken „Stadthaus“ und einer genauso wichtigen attraktiven „Marktplatz-Gestaltung“. Und am besten ohne die das Stadtbild verschandelnde Blitzersäule.

Es wird Zeit.

Wolfgang Müller, Altstadtrat, Leimen

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