Manfred Hennige debütierte mit „Die schöne Müllerin“ bei der Liedertafel

512 - Liedertafel 2(llrf – 7.6.13) Der Mann ist von sich überzeugt. Das mit Recht und das ist gut so. Manfred Hennige gab in den Räumen der Liedertafel Leimen sein Konzertdebüt. Der Tenor singt bereits seit 2003 im Verein. Mit dem Schubert Zyklus „Die schöne Müllerin“ trat er nun erstmals in die Öffentlichkeit. Gefördert von Chorleiter Hans-Josef Overmann, selbst Solosänger, nahm Hennige bei diesem Gesangsunterricht. Mit Erfolg, wie vor gut besuchtem Hause zu hören war.

Begleitet wurde der Tenor von der Pianistin Adelheid Lechler. „Das Wandern“ gehört zum Auftakt des Liederkreises, damit hatte Hennige bereits die halbe Miete intus. Doch ein anstrengendes Programm lag noch vor dem Sänger. 20 Gedichte hatte Schubert als Grundlage genommen, musikalisch die Schicksale des Müllersgesellen umzusetzen. Der Inhalt ist eben typisch romantisch.

512 - Liedertafel 1Der Geselle befindet sich auf Wanderschaft. Er folgt dem Lauf eines Baches, der ihn schließlich zu einer Mühle führt. Dort verliebt er sich in die Tochter seines neuen Meisters. Doch die angestrebte Liebesbeziehung zur schönen und für ihn standesgemäß unerreichbaren Müllerin scheitert. Zwar scheint sie ihm vielleicht zunächst nicht abgeneigt. Doch dann wendet sie sich einem Jäger zu, denn dieser hat den angeseheneren Beruf und verkörpert Maskulinität und Potenz. Aus Verzweiflung darüber ertränkt sich der unglückliche Müller in dem Bach.

Nein, so verzweifelt musste der Interpret des Konzert nicht sein. Im Gegenteil, freudig und erquicklich wurde das Szenario abgehandelt. Im Forte und in der Höhe ein manches Mal etwas zu stark in Schräglage, in mittlerer Stimmlage ausgeprägt und ebenmäßig mit lyrischem Ansatz. So konnte Manfred Hennige die „Neugierige“, die „Ungeduld“ oder den „Morgengruss“ entbieten. Hennige bezeichnet sich als „Spätzünder“ im Gesangsgeschäft, mit 41 Jahren trat er in den Chor der SAP ein und singt seit zehn Jahren im „ProArte“, dem Vocalkonsort der Liedertafel Leimen. Bei Overmann begann die Gesangsausbildung, es folgten solistische Tenorpartien und Auftritte bei Oratorien und in Ensembles.

Selbstsicher und dennoch schlicht wurde vorgetragen, es war ein großes Repertoire, das Hennige als Debütant ausgewählt hatte. Und dennoch gespickt mit all den Höhen, Tiefen und Risiken, die dem Sänger als Solisten gefährlich werden könnte. Takt- und Tonlagenwechsel, manches Mal vom Klavier erzwungen, führten zu individueller Interpretation.

466 - Die schöne MüllerinAdelheid Lechler am Flügel studierte an der Musikhochschule Stuttgart und in Karlsruhe und ist Preisträgerin mehrere Musikwettbewerbe. Pädagogisch tätig war Lechler an der Hochschule für Kirchenmusik und an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg. Ihr oblag die Führung durch Schubert´s „Müllerin“. Stellenweise ein wenig zu dominant, was der Mächtigkeit des prägenden Resonanzbodens eines Flügels geschuldet sein mag. Dagegen hatte Manfred Hennige ab und zu anzukämpfen. Doch, um im Zyklus zu bleiben, „Trockne Blumen“ gab es nicht am Ende. Eher einen wunderbaren Blumenstrauß und viel Beifall für den Erstlingsauftritt des Tenors Manfred Hennige

 

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