Mich deucht, Spiegel-online hat Sehnsucht nach gehobener Sprache

(fwu – 14.11.14 / Humor/Satire) Selten, daß es mich beim Lesen von Spiegel-online durchzuckt. Wenn, dann in der Regel, weil es auch dort mit der korrekten Rechtschreibung nicht mehr zum besten bestellt ist und die automatische Rechtschreibkorrektur mal wieder einen mehr oder weniger lustigen Lapsus produziert hat. Lektor ist halt ein aussterbender Beruf und das Gros der Bevölkerung hält „Lektor“ inzwischen eh für den Namen des kannibalistischen Serienmörders Hannibal Lecter.

Doch heute gab es bei Spiegel-Online keinen auffälligen Rechtschreibfehler, sondern eine richtig schöne Stilblüte (<hier>), Zitat:

„Wahrscheinlich fasziniert uns der tiefe Fall von Thomas Middelhoff auch deshalb so sehr, weil wir dabei in den Abgrund schauen, der in vielen Menschen dräut.“

Der Rückfall auf die quasi mittelhochdeutsche Sprachebenen deucht mich der Ausdruck einer tiefen verborgenen Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ zu sein. Der Spiegel-Redaktion hätte ich das gar nicht zugetraut! Und falls es dort doch noch einen Lektor geben sollte, wird er diese Stilblüte wohl mit einem breiten Grinsen im Gesicht durchgewunken haben.

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