Mulchen nach Maß im regionalen Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“

5415 - Asphaltierter Waldweg(rnk – 17.7.15) „Für die Wege im Waldschutzgebiet haben wir jetzt einen ausgeklügelten Mulchplan“, berichtet Revierförster Gunter Glasbrenner mit Blick auf die Maßnahmen an den Wegrändern im regionalen Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“. Bei Waldbesuchern sorgt das Mähen und Mulchen der Wegränder immer wieder für Irritationen, weshalb das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises nun aufklären möchte. So bemängeln manche Waldbesucher, die Wege würden zu spät oder zu wenig von wuchernden Pflanzen am Rand befreit. Naturfreunde kritisieren zudem, dass beim Abmähen von Brombeeren, Gras und Brennnesseln manchmal auch eine seltene Pflanzenart betroffen sei oder Lebensstätten für Insekten verloren gehen könnten. „Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung“, räumt der Revierförster ein. „Aber wir Forstleute müssen einen Mittelweg finden und die Wege so naturverträglich wie möglich freihalten“, fügt Glasbrenner hinzu. Aus diesem Grund gibt es im regionalen Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ nun einen Mulchplan, der die verschiedenen Ansprüche und Ziele ausbalanciert. Je nachdem, ob die Wege im Erholungswald, Schonwald oder im Bannwald verlaufen, werden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten bearbeitet.

Während im Bannwald die Natur Vorrang hat und die Wegränder soweit möglich sich selbst überlassen werden, mähen und mulchen die Forstarbeiter im Sommer die eineinhalb bis zwei Meter breiten Seitenstreifen entlang der Haupterholungs-achsen im Erholungswald und auch im Schonwald, wie beispielsweise am Wall-dorfer Sträßle, Reilinger-, Ketscher oder Fuhrmannsweg. Hier überwiegen die Interessen der erholungsuchenden Menschen, weshalb bei kräftigem Pflanzenwuchs auch ein zweites Mal gemäht wird. Auf den untergeordneten Wegen, vor allem im 1.288 Hektar großen Schonwald, dürfen die Schlepper mit Mulchanbaugerät aber in der Regel erst ab Ende August oder Anfang September rollen. Bis dahin können auf diesen Flächen alle Pflanzen wachsen, blühen und Samen bilden, Insekten Nektar sammeln und Raupen das Blattgrün fressen.

„Wir freuen uns, dass sich die Menschen der Hardtgemeinden für die Belange des Naturschutzes interessieren und mehr über die Zusammenhänge erfahren möchten“, so der Leiter des Kreisforstamtes Dr. Dieter Münch. Er bittet darum, bei Fragen oder Unklarheiten direkt die zuständigen Revierleiter anzusprechen. Diese sind gerne bereit, von der Abwägung zwischen den Wünschen der Erholungsuchenden, den Interessen des Waldnaturschutzes und der Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu berichten.

Informationen zum regionalen Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ gibt es auch unter www.schwetzinger-hardt.de

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