Nachbetrachtung: Ein kulinarischer Abend in Gauangelloch

„Lieblich sind die Juninächte,
Wenn des Abendrots Verglimmen
Und des Morgens frühe Lichter
Dämmernd ineinanderschwimmen“

so beschrieb ein romantischer Dichter die hellen Nächte um die Sommersonnenwende.

Was tut man in solch einer lieblichen Nacht? Einfach zum Schlafen ist sie sicher zu schade. Und wieder Fußball-Europameisterschaft gucken? Auch langweilig auf die Dauer! Also, auf zum kulinarischen Abend, in diesem Jahr ein Sommerabend, den das Küchenteam von St. Peter Gauangelloch in jedem Jahr zu wechselnden Jahreszeiten veranstaltet.

Noch steht die Sonne am Himmel, der Platz vor dem Edith-Stein-Haus liegt aber bereits im Abendschatten. Wer ankommt, taucht ein in Gespräch und Gelächter vieler bereits versammelter Gäste, wird freundlich mit einem Aperitif begrüßt, trifft auf bekannte und neue Gesichter und wird rasch in die Unterhaltung mit einbezogen.

Im Saal laufen die letzten Vorbereitungen und auch die gedämpften Signale, die aus der Küche den Geruchssinn erreichen, tragen zur freudigen Erwartung bei, die sich noch steigert, als die Gäste in den diesmal in Erdbeerrot dekorierten Saal gebeten werden, wo die Speisekarte die Neugier auf ein sommerliches Menü mit zehn Gängen vom Aperitif bis zum Mokka weckt.

Johannes Wegenkittl und Martin Ritz sorgten wieder für Moderation und Unterhaltung. Bereits die ersten der bekannten Melodien aus Musical und Operette animierten zum Mitsingen. Eine Reich-Ranicki Parodie und Wortspiele um Fußball und Literatur füllten die Zeit zwischen den Gängen, sorgten für zahlreiche Lacher und ernteten stürmischen Applaus.

Doch zurück zum Kulinarischen: Ein Rote Bete Crêpe auf Zuckerschoten wartete bereits auf die Gäste und erwies sich, nachdem die Getränke aus dem reichhaltigen Angebot gewählt und von dem sehr aufmerksamen Serviceteam serviert waren, als äußerst schmackhaft. Eine gelungene Eröffnung für ein gelungenes Menü. Es schloss sich ein exotischer Krabbensalat an: Sehr fruchtig und durch die bittere Note von Chicoree auch anregend. Beim Gruß aus der Küche, Spargel- und Apfelscheiben mit einem Erdbeerdressing mussten einige Gäste feststellen, dass sie das Angebot an Vorspeisen unterschätzt und die ursprünglich reichlich vorhandenen kleinen Gabeln und Messer bereits verbraucht hatten. Dies war aber kein Problem für das Serviceteam, das schnell und diskret mit geeignetem Besteck aushalf.

Sehr sommerlich, ein Genuss durch den vollen Fruchtgeschmack und die zurückhaltend sich entfaltende Schärfe, die sozusagen nach einem Schluck Weißwein rief, war das geeiste Süppchen von der Charentais-Melone. Dem schloss sich ein an Frische kaum zu übertreffender Blattsalat mit Rosenblättern und Erbeerspalten an Johannisbeerdressing an. Das Hauptgericht, Lendchen mit buntem Reis und gefüllter Gurke überzeugte durch zartes Fleisch, gelungene Würze und die pikante Note der mit Feta gefüllten Gurke.

Ehe sich nun durch ein angenehm sattes Gefühl unter den Gästen Müdigkeit breit machen konnte, folgte der kabarettistische Höhepunkt des Abends: Die Pfarrer Lourdu (Herr Striebel) und Denoke (Herr Vogel) suchen einen dritten Mann zum Skat und laden Johannes Wegenkittl (Herr Mosbach) ein, einige Runden mit ihnen zu spielen. Es folgt eine Aufführung des Skat-Sketches von Loriot mit der ganzen Komik, die sich daraus ergibt, dass der dritte Mann zwar das Spiel nicht kennt, mit altklugen Belehrungen aber nicht geizt und die beiden Skatprofis zur Verzweiflung treibt. Den Zuschauern wurde schnell klar: So wie die Pfarrer nach nur 10 Minuten Vorbereitung ihre Rollen als Skatspieler leben, müssen sie sich mindestens einmal in der Woche zum Skat treffen. Aber wer ist da der dritte Mann? Sicher nicht Johannes Wegenkittl. Dazu ist er als Mosbach, der das Spiel überhaupt nicht kennt, viel zu überzeugend.

Auf Lendchen und Kabarett tat nun ein Obstbrand aus Gaiberg gut. Ehe sich der Abend mit Panna Cotta und einem außerordentlich gelungenen Kürbiskernparfait dem Ende zuneigte, galt es noch die Zahl der Kaffeebohnen in einem Glas zu schätzen. Der Erlös dieser Aktion kommt der Erneuerung der Fenster des Edith-Stein-Hauses zugute.

Sehr herzliche Worte fand Pfarrer Lourdu zum Dank für die Leistungen und den Einsatz des Küchenteams, des Serviceteams und der vielen Personen, die außerdem zum Erfolg dieses Abends beigetragen haben. Assistiert von Pfarrer Denoke überreichte er Blumen und kleine Geschenke.

Natürlich wurde nach dem Mokka, wie es schon beinahe Tradition ist, auch noch gemeinsam gesungen. Wer dann, beschwingt durch diesen schönen Abend, den Heimweg antrat, konnte, wenn er den Blick über den Gickelsberg zu den Höhen des Odenwaldes schweifen ließ, schon des Morgens frühe Lichter ahnen.

Text und Bild: Kath. Kirche Leimen

 

LeimenBlog.de Ihre lokale Internetzeitung für Leimen, Nußloch, Sandhausen

Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=20215

Kommentare sind geschlossen

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen