Nachhaltigkeitstage 2015 in Leimen

5280 - Rückhaltebecken LokAg(lag – 29.6.15) Am 12. und 13.06.2015 fanden, wie überall in Baden-Württemberg, auch in Leimen die Nachhaltigkeitstage 2015 statt – leider nicht mit dem Erfolg wie in vielen anderen Städten des Landes. Die Tage begannen mit einer Führung in den Abwasseranlagen am Landgraben/ am Ende des Falltorweges, die am 11. Juli des vergangenen Jahres eingeweiht wurden. Betriebsleiter Thomas Maier und Fachbereichsleiter Andreas Englert nahmen sich für unsere kleine Gruppe viel Zeit.

Die Anlage besteht auf 17.000 qm aus einem Abwasser-Hebewerk, zwei unterirdischen Regenüberlaufbecken und einem oberirdischen Regenrückhaltebecken. Die Abwässer von Leimen-Mitte inklusive Lingental und Teilen von St. Ilgen fließen durch die Kanalisation zum Hebewerk. Das Hebewerk ist wegen des nur geringen möglichen Gefälles der Abwasserkanalisation in der Rheinebene nötig. Mithilfe von Förderschnecken wird das Abwasser nach dem Gesetz des Archimedes hier um ca. 3 m angehoben, damit es mit natürlichem Gefälle zur Kläranlage gelangt.

Bei Starkregenereignissen, die in den letzten Jahren zugenommen haben, gelangen große Wassermassen über die Ortskanalisation in die neuen Regenüberlaufbecken. Das überlaufende Regenwasser wird dann zur Entlastung über Förderschnecken in den Landgraben eingeleitet. Bei länger anhaltendem Regen kann das Wasser über weitere Förderschnecken in das offene Regenüberlaufbecken geleitet werden. Die gesamte Anlage wird elektronisch gesteuert und geregelt, und sie besitzt aus Sicherheitsgründen, da oft bei Unwetter der Strom ausfällt, Netzersatzanlagen.

Da auf dem Gelände der Anlage früher Zauneidechsen lebten, die Art aber auf der Roten Liste bedrohter Tiere steht, wurde für sie am Landgraben ein neuer Lebensraum geschaffen. Anlage und Biotop sind sehr informativ beschildert, und man kann sie bei einem Spaziergang am Wanderweg L1 studieren.

Der Vortrag der Kliba zum Stand der Energiewende musste leider mangels Besuchern entfallen.

Am Samstag folgte unter Führung des Technischen Geschäftsführers des Abwasser- und Hochschutzwasserverbandes, Herrn Zöllner, die Besichtigung des Hochwasser-Rückhaltebeckens in Gauangelloch. 2002/2003 verwandelte sich der dort fließende Gauangelbach durch schwere Unwetter in ein reißendes Gewässer.

Die Anlage entstand zum Schutz der Bevölkerung gegen die zunehmenden schweren Unwetter. Bei ihrer Dimensionierung ging man vom sog. Jahrhunderthochwasser und einem Faktor für die Klimaveränderung aus. Die Anlage besteht aus einem befestigten Überlauf mit Schwelle und einem Raubettgitter. Da vom Wald her bei Unwetter viel Gehölz angeschwemmt wird, wurde die Anlage mit einem Stahlrechen ausgestattet. Die Reinigung des Rechens erfolgt mit einem automatisch betriebenen Greifer. Die Anlage ist videoüberwacht und mit der AHW-Zentrale vernetzt; zur Absicherung ist ein Notstromaggregat vorhanden, im Extremfall kann ein Stauwärter vom Technikgebäude aus arbeiten.

Wir danken allen, die uns so fachkundig informiert haben, von ganzem Herzen für ihr Engagement und die hochinteressanten Ausführungen, die in keiner Weise durch die geringe Besucherzahl getrübt wurden, auch wenn wir uns mehr Interesse seitens der Bevölkerung gewünscht hätten.

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