Sumatra-Tiger-Nachwuchs – Wichtiger Beitrag für das Erhaltungs-Zuchtprogramm

Tigerin Karis mit ihrem Nachwuchs in der Wurfbox (Foto: Zoo Heidelberg)

(zoo – 20.8.23) Es war ein besonderer Moment für die Tierpfleger im Zoo Heidelberg: Am 10. August brachte Sumatra-Tigerin Karis in ihrer Wurfbox drei Junge zur Welt. Eines wurde tot geboren, die anderen beiden Tigerbabys sind wohlauf.

Die erfolgreiche Zucht dieser Großkatzen ist ein wichtiger Beitrag für den Artenschutz. Durch Wilderei und Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums sind die Sumatra-Tiger stark vom Aussterben bedroht.

Es ist still im Raubtierhaus. Die Tierpfleger bewegen sich leise. Nur ein leises Maunzen ist zu hören. Für Zoobesucher ist das Haus bis auf weiteres geschlossen und der Nachwuchs noch nicht zu sehen. “Die Kleinen sind fit und trinken viel. Ihre Augen sind noch zu. Sie suchen blind die Nähe zur Mutter und kuscheln.

Tigerin Karis im Außengehege (Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg)

Mutter Karis kümmert sich sehr gut um die beiden und versorgt sie rund um die Uhr. Sie putzt sie sorgfältig und lässt sie gut trinken”, berichtet Bianca Weißbarth, Revierleiterin im Raubtierhaus. Das Tierpflegerteam kann Karis und ihre Jungen über eine Kamera in der Wurfbox beobachten, ohne die Familie zu stören. Die Tigerin und ihr Nachwuchs brauchen derzeit noch viel Ruhe.

Vater Tebo ist von der Mutter und den kleinen Raubkatzen getrennt. “Durch das sogenannte Schmusegitter im Innenbereich hat er die Möglichkeit, Kontakt mit ihr aufzunehmen und zu kommunizieren. Er kann durch das Gitter auch in die Wurfbox schauen und die Kleinen hören. Somit bleibt er mit ihnen trotz der räumlichen Trennung in Kontakt. Dies stärkt die Bindung”, erläutert Weißbarth.

Vor der Geburt war Karis 101 Tage lang trächtig und hielt sich die meiste Zeit auf der Außenanlage auf. Als es so weit war, zog sie sich in die geschützte Wurfbox zurück. Nachts um halb eins kam das erste Jungtier zur Welt, gegen halb sieben die beiden anderen. Das totgeborene Jungtier wurde von der Tigerin gefressen – ein normales Verhalten in der Natur, um die Wurfhöhle sauber zu halten.

Tiger Tebo im Außengehege (Foto: Susi Fischer/Zoo Heidelberg)

„Mit etwa zwei Jahren werden sie in andere Zoos umziehen. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm gibt genaue Empfehlungen, wohin welcher Tiger abgegeben werden soll.

Aktuell sind 121 Sumatra-Tiger europaweit in 56 Zoos untergebracht. Alle sind Teil des Zuchtprogramms und dienen als Botschafter für ihre hochbedrohten Artgenossen in der Natur.

Auf der Insel Sumatra leben nur noch wenige hundert Tiger. Die Sumatra-Tiger sind stark vom Aussterben bedroht”, erklärt Sandra Reichler, Kuratorin für Säugetiere im Zoo Heidelberg. “Das Tigerpaar Karis und Tebo harmoniert gut miteinander. Auch unabhängig vom Paarungsgeschehen sind die beiden sehr gerne zusammen“.

Im Rahmen des Zuchtprogramms für Sumatra-Tiger wurde Karis als genetisch ideal passende Partnerin für Tebo ausgewählt. Jetzt liegt es vor allem an der Tigerin, sich gut um den Nachwuchs zu kümmern. Die ersten Wochen sind eine kritische Zeit für das Überleben der Winzlinge.

Unklar ist noch, welches Geschlecht sie haben. Dies wird sich bei der ersten Untersuchung durch die Tierärztin zeigen. Dann werden sie auch geimpft und gechipt. Noch sind die Jungtiere zu klein, um auf der Außenanlage herumzutoben. Das Raubtierhaus bleibt für einige Wochen geschlossen. Sobald die Kleinen mobil genug sind, alleine die Wurfbox zu verlassen, werden sie für die Zoobesucher zu sehen sein.
 


Sumatra Tiger vom Aussterben bedroht
Der Sumatra-Tiger ist die kleinste Unterart des Tigers und kommt ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra vor.

Der Zoo Heidelberg beteiligt sich seit 1998 am Europäischen Zuchtprogramm für Sumatra-Tiger und trägt so zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Tigerunterart bei. Durch die Lebensraumzerstörung und Wilderei nimmt der Bestand der Sumatra-Tiger in freier Wildbahn immer weiter ab.

Der illegale Handel mit Tigerprodukten, vor allem für die traditionelle chinesische Medizin, ist ein weiterer Faktor. Aktuell wird das natürliche Vorkommen der Tiere nur noch auf wenige hundert Exemplare geschätzt.

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