Nußlocher Forsteinrichtung 2019-2028 – Waldbegang mit Bürgerbeteiligung

Der Aufforderung zur aktiven Beteiligung zum Thema Waldbewirtschaftung des Kommunalwaldes ist eine rege Anzahl an Bürgern nachgekommen. Durch schriftliche Anregungen und auch durch die Anwesenheit beim Waldbegang am 24.03.2018 wurde vorrangig Interesse für den Bereich „Pappelwald“ bekundet.

Der Arbeitskreis „Forsteinrichtung“, gebildet aus Vertretern des Gemeinderates, hat bei einem Waldbegang mit dem Revierleiter Böning sowie dem Forstbezirksleiter Schweigler die für die Waldbewirtschaftung der nächsten 10 Jahre wichtigen Fragestellungen an exemplarischen Waldbeständen besprochen, um die Auswirkungen der festzulegenden Vorgaben zu

– den Hiebssätzen (Abwägung zwischen Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion),
– dem Baumartenverhältnis,
– den auszuweisenden Waldrefugien

zu beurteilen.

Die getroffenen Einschätzungen werden in das Forsteinrichtungswerk 2019-2028 mit einfließen, welches bis zum Herbst 2018 vorliegen wird. So konnten die Herren Böning und Schweigler an zwei Standorten inmitten unseres Waldes veranschaulichen, welche Bestände zur Erzielung bestimmter Hiebssätze tangiert würden und welche Auswirkungen damit einhergehen.

Auch wurde veranschaulicht, welche Waldbereiche sich für die Ausweisung von Waldrefugien eignen. Als Waldrefugien eignen sich alte Wälder aus standorttypischen Baumarten, die die Funktion für den Artenschutz erfüllen, an mattwüchsigeren Standorten liegen, die schlecht erschlossen sind und somit auch nicht an Straßen oder eine Bebauung angrenzen. Waldrefugien sind gemeinsam mit einem Netz von Habitatbaumgruppen Inhalt des Alt- und Totholzkonzeptes, welches seit mehreren Jahren im Nußlocher Wald umgesetzt wird.

Für den Nußlocher Wald wurden für einen Bereich im „Buchwald“ und einen Bereich beim „Wilhelmsberg“ geeignete Flächen für ein Waldrefugium vorgeschlagen.

Auch zur Höhe des Holzeinschlages (festgelegt im sog. Hiebssatz in Festmeter/Jahr) konnte der Arbeitskreis „Forsteinrichtung“ eine Einschätzung vornehmen. Für die anstehende 10 –Jahresplanung kann man sich vorstellen, dass auf kleinen Flächen das hiebsreife Holz entnommen wird und zusätzlich zur Naturverjüngung Nachpflanzungen mit Mischbaumarten vorgenommen werden. Dies soll zur Baumartenvielfalt beitragen, die eine Stabilität des Waldes fördert. Verschiedene Baumarten sind unterschiedlich anfällig für Insekten, Pilze und Witterungsextreme (Klimawandel).

Beim Standort „Pappelwald“ konnten Herr Schweigler und Herr Böning die interessierten Bürger über die Hintergründe der aktuellen Baumfällungen informieren und die Möglichkeiten der zukünftigen Behandlung des Bestandes darstellen, wobei Maßnahmen zur Verkehrssicherung in jedem Fall vorgenommen werden müssen.

Herr Bürgermeister Förster konnte die Befürchtungen von Seiten der Bürgerschaft zur Beseitigung des Waldes entkräften, in dem er klarstellte, dass aktuelle Baumfällungen im Grenzbereich zum Industriegelände rein der Verkehrssicherung gedient haben und hier keine Ausweisung von Gewerbeflächen im Raum steht.

Das individuelle Landschaftsbild des Pappelwaldes mit den mächtigen Bäumen wird sich langfristig allerdings nicht erhalten lassen. Dies lässt das Lebensalter der Pappeln, die mit ihren gut 60 Jahren schon in einer fortgeschrittenen Lebensphase sind, nicht zu. Es wird sich ein anderer Waldcharakter ergeben.

Für die kommende 10-Jahresplanung kann man sich, so Herr Bürgermeister Förster, durchaus eine Prioritätensetzung zum Erhalt der Pappeln und nicht zur forstwirtschaftlichen Nutzung vorstellen. Dies würde lediglich eine Bedarfsfällung der an die Bebauung sowie Wege angrenzenden Pappeln bedeuten, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

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