Ostern trotz Corona – Gedanken von Pfarrer Arul Lourdu

Liebe Schwestern und Brüder, ein winzig kleines und unsichtbares Virus hält im Moment alle Menschen, unabhängig von ihrer Kultur, ihrer Hautfarbe und ihrer Sprache in Atem und stellt das gesamte Leben auf den Kopf. Jegliche Nachrichten auf der ganzen Welt kennen nur das eine Thema: Corona. Die Entscheidungsträger und Politiker tun sich sehr schwer damit, immer neue und strengere Anordnungen für die Menschen zu erlassen. Viele Menschen sind durch diese Krise stark verunsichert.

Jetzt steht das größte Fest der Christen vor der Tür – Ostern. Die Fastenzeit, die Karwoche und die Osterzeit des Jahres 2020 sind sehr von dieser Krise überschattet. Wir dürfen keine öffentlichen Gottesdienste feiern und müssen uns mit viel Kreativität neue Onlineangebote für die Feierlichkeiten in diesen Tagen überlegen. Man stellt sich dabei die Frage, ob es in der Geschichte der Kirche jemals einen solchen „Ausfall“ von Ostern gab. Was selbst die ungerechtesten Regime niemals geschafft haben, hat dieses kleine Virus verursacht – eine große Krise der Menschheit.

Wie war eigentlich die Situation damals zu der Zeit, zu der Jesus gelebt hat? Auch zu dieser Zeit war die Situation für die normalen Menschen alles andere als einfach – es gab fremde Besatzer, korrupte Inlandsregierende, blinde Religionsführer, motivierte Befreiungskämpfer und das verwirrte und leidende Volk …

Jesus verspricht in dieser schwierigen Zeit, dass mit ihm ein neuer Himmel und eine neue Erde kommen – das Reich Gottes. Er zeigt durch die Heilung der Kranken, durch das Wiederbeleben der Toten, durch neue Sichtweisen für die Eingefahrenen usw., wie diese Welt Gottes aussehen kann. Doch all das hat in dem damaligen System für noch mehr Durcheinander gesorgt. Die Menschen hatten erwartet, dass Jesus das Land mit seiner Macht befreit, aber er spricht über das stille Wirken Gottes und schweigt selbst zu den ganzen Anklagen in der Gerichtsverhandlung von Pilatus. Seit Palmsonntag war Jerusalem deshalb im Ausnahmezustand. Die Menschen wussten nicht mehr, was sie tun sollten. Die, die Hosanna gesungen haben, schrien dann laut „Ans Kreuz mit ihm“! Am Ende stand die Kreuzigung Jesu.

Es war auch in der damaligen Zeit eine große Krise! Jesus wurde zur deren Beendigung durch den Tod am Kreuz mundtot gemacht. Doch ist dadurch alles gut geworden? NEIN! Die Krise des Volkes konnte man nicht durch das Auslöschen von Jesu Leben beenden, sondern durch das Osterlicht und die Auferstehung!

Das gilt auch für unsere Situation von heute. Die leeren Kirchen in dieser österlichen Zeit und der Stillstand auf der ganzen Welt sind ein Zeichen des Grabes Christi. Doch die große Angst vor dem Virus, vor Krankheit und Tod, hilft nicht dabei, die Krise zu beenden, sondern unser christlicher Glaube an die Auferstehung Jesu. Deshalb wollen wir mit großem Mut das Osterfest in diesem Jahr feiern.

Auch im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich euch liebe Kinder und Jugendliche, Ihnen liebe Erwachsene ein hoffnungsvolles, stärkendes und geistreiches Osterfest! Wollen wir die Freude der Auferstehung Jesu, jeder auf seine Art und Weise, unseren Familien, Freunden, Nachbarn und der gesamten Welt senden!

Ihr/Euer Pfarrer Arul Lourdu


Link: Kath. Seelsorgeeinheit: Kirche und Glaube leben – auch in Zeiten von Corona


 

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