Pflanzung und Saat zum Wiederaufbau des durch Trockenheit geschädigten Waldes

Vom Sämling zum Baumriesen in der Schwetzinger Hardt.

Vorsichtig setzt Forstwirt Jonas Senger die Kieferpflanze in das Pflanzloch.

(rnk – 28.4.19) Der trocken-heiße Sommer des Jahres 2018 hat zu deutlichen Lücken im Hardtwald geführt. Jetzt im Frühjahr werden die ersten Lücken wieder neu bepflanzt und gesät. Die Forstwirte des Landesbetriebs ForstBW haben im April unter anderem einen durch Sturm, Trockenheit und Folgeschäden abgestorbenen Kiefernbestand neu angelegt. Die Fläche grenzt von Südwesten her an den Viehtriebweg und befindet sich ungefähr auf Höhe des Bannwalds „Franzosenbusch“. Forstrevierleiter Achim Freund und der Leiter des Kreisforstamts Dr. Dieter Münch erläutern das Vorgehen.

Welche Bereiche werden bepflanzt?

„Wir bepflanzen vor allem die Bereiche, wo Gräser, Moos oder Kronenreisig das Keimen feiner Samen erschweren. Hier auf dieser Fläche sind 3.000 kleine Kiefern vorgesehen, auf einer weiteren Fläche nochmal 2.000 Roteichen und im Herbst 5.000 Traubeneichen“, erläutert Forstrevierleiter Achim Freund die Pläne in seinem Revier. „Auf großen Teilen der freien Fläche haben wir aber auch mit einem Bagger den Boden frei geräumt. Hier können die Samen der verbliebenen Altbäume auf der Fläche oder aus den umliegenden Beständen gut keimen und anwachsen. Denn in der Regel ziehen wir die sogenannte Naturverjüngung der Pflanzung vor. Sollten je keine Samenbäume in der Nähe sein, haben wir zur Ergänzung noch zwei Kilogramm Kiefernsamen besorgt, das reicht für über 20.000 Quadratmeter aus!“

Was gibt es bei der Wahl der Baumarten und Pflanzflächen zu berücksichtigen?

Bis zur Pflanzung werden die Pflänzchen in einem Eimer schön feucht gehalten.

„Die Wuchsbedingungen für unsere Waldbäume verändern sich derzeit rasant, vor allem durch steigende Temperaturen und wenige Niederschläge in den Sommermonaten“, stellt Dr. Dieter Münch, Leiter des Kreisforstamts fest. „Zunächst versuchen wir die am besten an Trockenheit und Wärme angepassten heimischen Baumarten, wie die Kiefer und die Traubeneiche zu verwenden. Letztere wird allerdings besonders gerne vom Maikäferengerling befallen. Gemeinsam mit der FVA Freiburg betreiben wir eine intensive Bestandserhebung der Maikäferengerlinge. Auf besonders stark befallenen Flächen wird vorerst nicht gepflanzt, auf weniger stark befallenen Flächen ist die Roteiche mitunter eine gute Alternative zur Traubeneiche. Sie wird nicht so sehr gefressen.“

Wie sind die Erfolgsaussichten für die heute angelegten Waldbestände?

„Der Anwuchserfolg hängt stark vom Witterungsverlauf über die Sommermonate ab. Die Wurzeln der zarten Pflanzen reichen nur wenige Zentimeter in den Boden und auf der freien Fläche gibt es kaum Schatten. Regelmäßige und ergiebige Niederschläge sind dringend notwendig. Langfristig werden durch regelmäßige Pflege kräftige Bäume erhalten und zu starker Dichtstand verhindert“, so Achim Freund.

„Und mit der weiter voranschreitenden Klimaveränderung“, ergänzt Dr. Münch, „wird auf den trockenen Sandböden alleine mit derzeit heimischen Baumarten nur schwer ein geschlossener Wald zu erhalten sein. Deshalb laufen erste Versuche mit Baumarten aus südlichen Ländern wie der Zeder, der Baumhasel, der Hopfenbuche, oder der Zerreiche.“

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