Potenzialanalyse vorgestellt: „Erneuerbare Energien Rhein-Neckar-Kreis“

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(rnk – 11.11.22) Wie viel Potenzial an Erneuerbaren Energien steckt in unserem Landkreis? Auf diese Fragestellung kann nun die Rhein-Neckar-Kreis weite Potenzialanalyse „Erneuerbare Energien im und für den Rhein-Neckar-Kreis“ eine fundierte Antwort geben. Sie wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Wirtschaft des Kreistags am Dienstag, 8. November 2022 vorgestellt und an die Kreiskommunen übergeben. Erstellt hat die Analyse das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Hochschule Trier. Sie hat das Potential der erneuerbaren Energien im Kreisgebiet ermittelt und führt dieses mit einem Szenario zum zukünftigen Energiebedarf im Kreis zusammen. Somit ist erstmal eine Analyse möglich, ob der Kreis das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 aus eigener Kraft schaffen kann.

Die Analyse zeigt eindeutig: Der Rhein-Neckar-Kreis besitzt mit seinen geografisch-topografischen Besonderheiten, die auf seiner landschaftlichen Vielfalt begründet sind, unterschiedliche Schwerpunkte bei den Energiepotenzialen. Das größten Ausbaupotenziale ermittelt die Potenzialanalyse in der Photovoltaik (5,6 Mio. MWh) und Windkraft (4 Mio. MWh).

Würden beispielsweise im Strombereich alle geeigneten Dächer mit Photovoltaik-Anlagen bestückt, könnte der Strombedarf im Rhein-Neckar-Kreis zu knapp zwei Drittel bilanziell gedeckt werden – und das ohne in Anspruchnahme von Freiflächen. Nimmt man noch die Potentiale der PV-Freiflächenanlagen hinzu könnten rund 150% des Gesamtstrombedarfs des Landkreises gedeckt werden. Ähnlich groß ist das Potential bei Windkraft. Bei einer vollständigen Erschließung aller Potentiale könnte der aktuelle Stromverbrauch bilanziell zu rund 160 Prozent abgedeckt werden. Die sonstigen Potenziale, wie etwa Wasserkraft, nehmen im Stromsektor eine untergeordnete Rolle ein.

Im Wärmebereich wird deutlich, dass nicht ausreichend Potenzial besteht, um Wärme unmittelbar aus regenerativen Quellen wie Biomasse und Solarthermie in ausreichender Form bereitzustellen. Beide Potenziale zusammen kommen auf einen Anteil von rund zehn Prozent gemessen am Ist-Verbrauch.

Doch dafür gibt es Lösungen. Michael Müller, Bereichsleiter beim IfaS, wies bei der Vorstellung der Analyse darauf hin, dass das regenerative Strompotenzial den gegenwärtigen Stromverbrauch um etwa das Vierfache übersteige. „Somit bietet sich die Chance, teilweise die Sektoren Wärme und Verkehr mitzuversorgen – etwa über die Umwandlung von Strom zu Wärme, den sogenannten Power-to-Heat, für Wasserstoff oder auch für Elektromobilität.“

Erneuerbare Energien sind somit zukunftsträchtige Möglichkeiten, eine nachhaltige Energieversorgung auch im Rhein-Neckar-Kreis sicherzustellen. Doch in wie weit kann durch einen theoretisch maximalen Ausbau der erhobenen Erneuerbaren Energien-Potentiale der Verbrauch des Rhein-Neckar-Kreises im Jahr 2040 gedeckt werden und damit Klimaneutralität erreicht werden? Das Szenario zeigt auf, dass im Kreis bei einer ehrgeizigen Reduktion der Verbräuche und gleichzeitigem Ausbau der Erneuerbaren Energien 100% des Strombedarfs, 88 Prozent des Wärmebedarfs und bis zu 64 Prozent des Energiebedarfs aus dem Verkehrssektor aus lokal erzeugten Erneuerbaren Energien gedeckt werden kann.

Umgerechnet auf CO2-Emissionen bedeutet dies, dass mit dem lokal vorhandenen Potential die Treibhausgasemissionen bis 2040 um bis zu 93 Prozent reduziert werden kann. „Das Ziel der Treibhausgasneutralität wird somit unter den gemachten Annahmen knapp verfehlt“, macht Müller noch einmal klar deutlich.

Aus den nunmehr vorliegenden Ergebnissen der Potenzialanalyse können die technischen Potenziale von Wind, Sonne, Wasser und Biomasse sowohl auf die Gesamtfläche des Rhein-Neckar-Kreises als auch auf die Gesamtfläche der einzelnen Kreiskommunen bezogen dargestellt werden. „Mit der Studie haben die Kreiskommunen nun eine wissenschaftlich fundierte Basis für eine energiepolitische Strategie in der Region“, betonte Landrat Stefan Dallinger. Alle Kreiskommunen erhalten Kommunenscharf einen Steckbrief, der Energieerzeugung- und Verbrauch abbildet, sowie Geoinformationsdaten zu den vorhandenen Erneuerbaren Potentialen.

In welchem Umfang diese technischen Potenziale im Bereich der Erneuerbaren Energien jedoch letztendlich erschlossen und nutzbar gemacht werden können, liegt – wie die neuesten Entwicklungen zeigen – nicht allein in der Planungs- und Entscheidungskompetenz der Kommunen, sondern im bundes- und landespolitischen Kompetenzbereich.

Die vollständige Studie kann unter www.rhein-neckar-kreis.de/erneuerbareenergien abgerufen werden.

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