„Rückkehr“ nach Tur Abdin für aramäische Jugend undenkbar

Regisseurin Anja Reiß (l.)

Die Aramäische Gemeinde Leimen und der Kreis Aramäischer Studierender Heidelberg e.V.  zeigten den Dokumentarfilm „Die Rückkehr der Aramäer“ von Anja Reiß in der Leimener Rose. Die Aramäer sind die einzigen Christen, die noch heute die Sprache Jesu sprechen und ihren Ursprung sowie ihre Heimat in der Region  Tur Abdin in Nordmesopotamien haben. Schon immer wurden sie unterdrückt, verfolgt und letztendlich vertrieben. Der Film thematisiert die Sehnsucht nach einer Rückkehr in die alte Heimat, wo noch heute das komplette Kulturgut zu finden ist und begleitet die Hauptfigur, einen Aramäer aus Deutschland, der dies wagen möchte.

Anschließend wurde der Film als Einstieg in eine Podiumsdiskussion genutzt, bei der die Anwesenden ein Feedback geben aber auch Fragen stellen konnten. Neben der Regisseurin Anja Reiß und dem Co-Regisseur Jann Anderegg saßen der aus Heilbronn angereiste SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic und Daniyel Demir, Bundesvorsitzender der Aramäer im Podium.

Es kam zu einer anregten Diskussion über die Frage, ob es überhaupt sinnvoll und realisierbar sei, in die alte Heimat zurückzukehren, in der es kaum Infrastruktur, Arbeitsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven gibt. Vor allem für die hier in Deutschland geborenen Kinder sei eine „Rückkehr“ so gut wie unvorstellbar.

Dies konnte auch Josip Juratovic bestätigen, der durch seine kroatischen Wurzeln ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Viel sinnvoller sei es daher, die mitgebrachten Wurzeln hier in Deutschland zu verstärken, wie es z.B. auch die Stiftung für Aramäische Studien „Nisibin“ versucht, die es sich zur Aufgabe gemacht hat das erste Institut für Aramäische Studien an einer deutschen Universität einzurichten. Dennoch sollte man die noch im Tur Abdin ansässigen Aramäer und das verbliebene Kulturgut nicht vergessen, da ihre Lage immer noch problematisch ist, wie das Enteignungsverfahren des Klosters Mor Gabriel zeigt, welchen nun schon seit vier Jahren andauert.

Zusammenfassend war der Dokumentarfilm ein guter Denkanstoß für eine gelungene Podiumsdiskussion und einen schönen Abend. Die beiden Gastgebervereine bedanken sich recht herzlich für alle Helfer und Mitwirkende.

Gabriela Can

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