Sandhäuser Kerwe:
Die Kerwerede von Kerweschlackel Jochen

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Ein Jahr ist vorbei, wir haben uns alle gefreut:
Uff die Kerwe 2020 – Eröffnung heut!

Uff den Umzug fantasievoll und farbenfroh,
Sou ebbes gibt es sonst nirgendwo.
Drei Tage feiern mit Musik auf den Bühne
un die Vereine kenne ihr Jahrebudget verdiene.

Uff Bürgermeister Kletti mit dem Holzhammer am Fass,
un voller Spannung – wird er dieses Johr nass.
Auf das beste Bier der Welt – es ist ein Genuss,
Freibier! – weil ma nix bezahle muss!
Und die Brezel darf ma ao net vergesse,
die gehe weg, als gäb‘s nie wieder was zu esse.

Auf 3 Tage Freude, Frohsinn und gute Laune,
die umliegende Gemeinde kenne do nur staune.

Doch ä Beben durch Sandhausen geht,
Soebbes hewe mir alle noch net erlebt!
Sandhäuser Kerwe – das Fest der Feschte,
in der ganze Republik schun iwwa 40 Jahre des Beschte!

Ein Virus hat sie uns verdorbe,
Die Kerwe is in dem Johr gstorbe.

Zusammen gekommen sind wir, wie alle Jahr,
um zu grüßen die ganze Kerweschar.
Doch wu is es dann, des Sandheiser Publikum,
des ist doch heit ä Unikum.

Sou manches hätten mir gern gerichtet,
und hewe doch uff so vieles verzichtet.
Mei guti Schlumpel, hoch soll sie lebe,
dir müsst man jo in Name gebe.

Jedoch in Anbetracht der tristen Lage,
ihr liewe Leit´, sou lasst euch sage,
hewe mir vom Kerwekomitee beschlosse,
dass mer des mit dem Name des Johr losse,
was soll ich sage, ihr könnt es vielleicht ahne,
des is die Schlumpel „Ohne Name“.

Sie wird net am Rothaus hänge – wohlgelaunt,
Von alle Kerwegäste bestaunt!
In dem Johr, da geht’s dere richtig mies,
steril verpackt vom Kopf bis zu de Fiss.
Noch lange muss sie sich richtig schone,
un wird in Quarantäne wohne.
Mit einer Maske vorm Gesicht,
da sieht ma ihre Schönheit nicht,
Und ist´s auch Brauch zur Sandhäuser Kerwe,
in dem Johr wird die a net sterbe.

Sie wird – wie es eigentlich bekannt,
am Dienstag ganz bestimmt net verbrannt.

Ä ganzes Jahr habe ich die jetzt zur Frau,
des gab´s noch nie – des ist die Schau!

Mit ihrer grazilen Gestalt, mit Haut und Haar,
sehe mir die wieder – nächstes Jahr.

Im Frühjahr, war´s noch net abzusehe,
was dieses Jahr so werd geschehe.
In klone Virus kam da an,
und legte unser Leben lahm.
Kommunen musste schnell entscheide,
des mocht sou mancher gar net leide.
Ruck zuck, wer hätte des gedacht,
der „Lockdown“ kam – mit ganzer Macht.

Kon Zug, kon Bus, Geschäfte zu,
selbst Klopapier war all, im Nu!
Masken war´n aus – Regale leer,
so vieles gab´s ofach net mehr.
Ich wollte meine Augen nicht traun,
Hamsterkäufe – ma glaubt es kaum!

Die Wirtschaft steckt im schwarze Loch
und viele Branche kämpfe noch,
wenig Geld und Kurzarbeit,
fürs feiern war da keine Zeit.

Ko Frühlingsmeile, kon Tanz in den Mai,
alles fällt aus, was es auch sei.
Des Hopfezopfe, die Parties der Kegler,
Hundezüchter und ao bei de´ Vögler,
Konzerte, Waldfeste, Fußball – des ist jo zum Weine,
ko Veranstaltungen, ko Feschte der Vereine.
Museen, Selbstständige und auch Messe,
in Gasthäuser gab es nix zu esse,
und viele sind jetzt, was für ein Graus,
so arm wie eine Kerwe – Maus.
Ko Hochzeit, kon Geburtstag – mir hoffte des Beschte,
und jetzt unser Kerwe – das Fest der Feschte.

Trauern tun auch unsa Feunde vun über der schwarze Brück
Für die ist die Sandhäuser Kerwe des größte Glück.
Aber für die ist jedes Fest in Sandhause famos,
Weil in Dilje ist des ganze Jahr nix los!  

De Herbst un de Winter, die werre lang,
so vieles wird anerscht, da wird ohm ganz bang.
Wintermärkte un Halloween,
auch die kumme mir debei in den Sinn
und hoffentlich – ich sag des frei heraus,
falle Weihnachte und Silvester net ao noch aus.
Im Frühjahr dann, wer hätt´s gedacht,
da gibt’s ao ko Fasenacht.
Ich könnt noch weiter lamentiere,
den Kerwe-Montag ruiniere?

Die Kerwe in Sandhausen, des is alter Brauch,
die geben die Kerweborscht – so schnell net auf.

Die Pandemie ist für uns kein Fluch,
„ Du do mit derre do“ – das ist unser Spruch,
die Schlumpel ist mit dem Schlackel verheiert,
dann wird halt im kleine Rahme gefeiert.
Mit Zuversicht schaue mir voraus
und fällt auch noch manches Festche aus,
dir dummer Virus – lass dir sage,
Mir werre deswege net verzage!
Corona werd uns net unterkriege,
mir werre COVID19 auch noch besiege!

Freue mir uns auf´s nächste Johr – schaun net zurück –
neue Kerwe – neues Glück!

Ich beend mein Vortrag, gebt uns nun Alkohol,
hebt die Gläser – bleibt gesund – auf euer Wohl!

Ihr liewe Leut – hier jetzt zum Trost,
auf einen Dopsi, na dann Prost!


Danksagung: Die Kerwerede wurde von Elsbeth Schneider gedichtet und die Kerwe-Masken, die bestimmt auch einen Weg in das Heimatmuseum finden werden, wurden von Sabrina Eckel genäht.

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