Seniorenreise der Stadt Leimen in´s Land zwischen Harz und Elbe

Nachlese zur Seniorenreise der Stadt Leimen Land zwischen Harz und Elbe vom 06. bis 12. Oktober 2011.

Magdeburg, Hundertwasser-Gebäude

Zu besichtigen gab es Erfurt, Dessau, Leipzig, Wittenberg, Dessau-Wörlitz, Magdeburg und Halle. Allen diesen Städten und ihrer Umgebung liegt eine große kulturelle oder geschichtliche Vergangenheit zu Grunde. Und so fuhren wir voller Erwartungen und Vorstellungen, von unseren Reiseleitern gut versorgt mit diversem Informationsmaterial und Stadtplänen, Richtung Osten. Natürlich mussten wir in den nächsten Tagen unsere Vorstellungen korrigieren, einige deckten sich mit unseren Erwartungen, aber die meisten wurden bei weitem übertroffen. Aber der Reihe nach:

1. Tag

In aller Frühe stiegen die ersten Senioren – noch etwas verschlafen – in den Bus und schon eine Stunde später, nachdem die letzten zugestiegen waren, befanden wir uns auf der Autobahn Richtung Würzburg.

Erfurt: Stärkung nach Stadtführung vor Weiterfahrt nach Dessau

Unsere erste Station, nach zwei ausgiebigen Pausen auf der Autobahn, war Thüringens Landeshauptstadt Erfurt. Gegen Mittag trafen wir dort unsere Stadtführerin, die uns gemütlich und mit viel Informationen die Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt zeigte. Der Dom und die Severikirche mit der über 500 Jahre alten Glocke beeindruckte uns genauso, wie die überraschend schöne und von Fachwerkhäusern geprägte Stadt. Wir bummelten über die Fußgängerzone mit dem Fischmarkt und dem Roland sowie der bekannten Krämerbrücke und nutzten die Zeit auch für ein kleines Mittagessen.

Erfurt, Stadtrundgang

Die Touristenführerin erklärte uns in humorvoller Art Begriffe wie „Hochzeitshaus“, „Blau machen“, „Kurve kratzen“ und „Erfurter Puffbohnen“.

Da „Puffbohnen“ schon im Mittelalter auf dem Boden rund um Erfurt besonders gut gediehen, erzählt man sich: echte Erfurter zogen früher ehrerbietend ihren Hut, wenn sie an einem Puffbohnenfeld vorübergingen. Diese innige Verbindung zur Puffbohne brachte den Erfurtern ihren Spitznamen „Erfurter Puffbohne“ ein. Schließlich waren die Bohnen in Hungerzeiten die Hauptnahrung der Bewohner.

Bei der Rückkehr zum Bus überraschte uns unsere Mitreisende, Frau Patry, mit ihrem selbstgebackenen Kuchen, dazu gab der Busfahrer Kaffee aus. Beides wurde natürlich dankend und gerne von allen angenommen, einfach schön ist so eine Überraschung. So gestärkt ging es weiter nach Dessau. Dort angekommen bezogen wir das im Zentrum gelegene 4 Sterne NH-Hotel. Ein Hotel, mit dem alle sehr zufrieden waren. Es war ruhig, hatte große Zimmer, das Frühstücksbuffet war einfach super und abends wurde am Tisch serviert.

2. Tag

Wir besichtigten Dessau, die „Bauhausstadt“. Mit der örtlichen Reiseleiterin fuhren wir in die Außenbereiche der Stadt, zum rekonstruierten Bauhausgebäude mit der Bauhausstiftung (heute ein Ort der Forschung, Lehre und experimentellen Gestaltung), zu den noch verbliebenen Meisterhäusern in der Bauhaussiedlung sowie dem Gelände der ehemaligen Junkers Flugzeug- und Motorenwerke.

Erfurt, Reisegruppe auf dem Domplatz

Die vom Krieg sehr zerstörte Stadt wird heute von vielen Plattenbauten und Grünanlagen geprägt, wobei die Grünanlagen nach Abriss von maroden Plattenbauten entstanden sind. Zu Fuß führte uns die Reiseleiterin über den Marktplatz, durch die bescheidene Fußgängerzone zum beeindruckenden alten Rathaus, der Marienkirche und dem renovierten schönen Schloss. Mit den vielen Informationen, die sie uns gab, erwähnte sie auch die bekannten Dessauer wie

Kurt Weill, Dieter Hallervorden, Walter Gropius, Hugo Junkers und natürlich den „Alten Dessauer“, General und preußischer Heeresreformer, auf dessen Spuren wir in den folgenden Tagen noch oft stießen.

3. und 4. Tag

Die folgenden 2 Tage führten uns zur „Messestadt Leipzig“ Wir dürfen vorwegnehmen, dass Leipzig die Krönung war und zwei Tage kaum ausreichten, alles Wichtige und Interessante zu sehen.

Leipzig, vor Völkerschlachtdenkmal

Die tolle örtliche Reiseleiterin zeigte uns auf einem Stadtrundgang das Altstadtviertel „Drallewatsch“, das alte Rathaus von 1855 mit dem dahinter liegenden „Naschmarkt“, die „Mädlerpassage mit Auerbachs Keller“, wo Goethe seinen „Faust“ geschrieben hat, das uralte Café „Zum arabischen Coffeebaum“, den Augustusplatz mit der Oper, dem Gewandhaus und den Panorama-Tower, die Nikolaikirche, den Hauptbahnhof, die Thomaskirche, das neue Rathaus von 1905, in dessen Ratskeller wir einmal zu Mittag aßen und ebenso die schöne, im Barockstil erbaute „Alte Börse“. Wir bummelten durch die alten Handelshöfe wie Bartels Hof, Specks Hof und Stenzlers Hof, als Vorreiter zur heutigen Leipziger Muster Messe und liefen weiter durch den großen Fußgängerbereich der Innenstadt mit den schön renovierten Häusern. Etliche von uns probierten in einem der vielen Straßencafés eine „Leipziger Lerche“, eine gebackene Spezialität, die köstlich schmeckte.

Als Überraschung ermöglichten Hannelore und Hinrich Hinrichs uns, dass wir in der Thomaskirche an einer 1 stündigen Veranstaltung mit dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester teilnehmen konnten.

Mit dem Bus fuhren wir die Strecke der „Montags- Demonstration“ vom 09.10.1989 ab, die dem Fall der Mauer vorausging. Weiter ging es durch den schönen Stadtteil „Gohlis“, mit vielen Häusern aus der Gründerzeit, dem Schillerhaus und dem Gohliser Schlösschen sowie durch den Stadtteil „Plagwitz“, dem ehemaligen Industrieviertel mit den früheren Buntgarnwerken. In den alten Fabrikgebäuden sind heute Wohnungen, Lofts, Büros und Altersheime untergebracht. In Verbindung mit den vielen Kanälen und weiten Grünanlagen sind das tolle Wohngebiete.

Leipzig, vor Völkerschlachtdenkmal

Natürlich durfte auch ein Besuch des 1913 fertiggestellten „Völkerschlachtdenkmal“ nicht fehlen. Hier fand auch unser traditioneller sonntäglicher Frühschoppen statt.

Danach ging es zum „Markkleeberger See“, ein künstliches Gewässer vor den Toren von Leipzig. Er entstand durch die Flutung des Braunkohletagebaus Espenhain und ist Teil des so genannten Leipziger Neuseenlands, einer Bergbaufolgelandschaft mit mehreren gefluteten Tagebaurestlöchern. Mit seiner Tiefe von 57 Metern ist er der tiefste dieser Seen. Wassersporteinrichtungen wie Schwimmbäder und Wildwasserbahnen sind dort entstanden sowie Möglichkeiten zum Kanufahren und Segeln.

Zum Abschluss teilten wir uns in zwei Gruppen, eine besuchte das „Asisi Panometer“, das weltgrößte 360 Grad Panorama AMAZONIE, in einem ehemaligen Gasometer. Die andere Gruppe besichtigte verschiedene MDR-Studios auf dem ehemaligen Leipziger Schlachthof. Beide Gruppen waren beeindruckt und begeistert. Damit waren die zwei Tage in Leipzig mehr als ausgefüllt.

5. Tag

Wittenberg, Reisegruppe mit Martin Luther Denkmal

Wir lernten wir die Lutherstadt Wittenberg und das Gartenreich Wörlitz kennen. Es war die erste Stadtbesichtigung im Regen, der uns oft bedroht, aber sich bisher immer zurück gehalten hatte. Mit dem Regenschirm in der Hand und gute Laune im Kopf folgten wir der Reiseleiterin zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und hörten geduldig ihren Ausführungen im Regen zu.

Wittenberg, Stadtrundgang

Die weltberühmten Reformationsstätten in der Altstadt und in verschiedenen Epochen entstandene Gebäude zählen zu den bedeutendsten Stätten der deutschen Geschichte. Die Wirkungsstätten von Martin Luther, Phillip Melanchthon und Lucas Cranach des Älteren werden bereits seit Jahrhunderten von internationalen Gästen aufgesucht. Das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Stadt- und die Schlosskirche sind als Luthergedenkstätten seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Aber auch die Cranachhöfe, das alte Rathaus, der Marktplatz und die Fußgängerzone mit den alten aber renovierten Häusern und den Bächle sind eine Begehung wert.

Wittenberg, mit Schloßkirche

Nachdem wir ausführlich die Schlosskirche von innen besichtigt hatten, auch wegen des Regens, und uns in verschiedenen Gaststätten und Cafés gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Wörlitz.

Während der Fahrt, die uns an Schloss Oranienbaum vorbei führte, hörte der Regen auf. Er sollte uns bis zur Heimfahrt auch nicht mehr stören.

Wörlitz ist mit dem Wörlitzer Park der Höhepunkt des „Dessau-Wörlitzer Gartenreiches“ und seit dem Jahr 2000 UNESCO-Welterbe. Dort angekommen erwarteten uns schon die Ruderer an der Gondelstation, bei denen wir zuvor telefonisch die Wetterlage erfragten. Verteilt in drei offenen Gondeln wurden wir von den humorvollen Bootsführern durch die herrlich gelegene und mit viel altem Baumbestand versehene Seenplatte gerudert und gleichzeitig ausgiebig informiert. In Wörlitz wärmte uns ein Kaffee wieder auf und wir fuhren nach einem informationsreichen Tag wieder zurück nach Dessau.

6. Tag

Er brachte uns nach Magdeburg, der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Bei der Fahrt, die uns hauptsächlich über Bundesstraßen führte, bekamen wir einen Eindruck von der „Magdeburger Börde“. Diese waldarme, fruchtbare Landschaft ist flach und zieht sich endlos mit Kartoffel-, Zuckerrüben- und Weizenfeldern bis zum Horizont.

Magdeburg, Hundertwasser-Gebäude

In der Stadt beeindruckte uns der Dom, das Kloster, das alte Rathaus und das „Grüne Zitadelle“ genannte Hundertwasserhaus. Von der Elbe und Kanälen durchzogen ist die Stadt der größte Binnenhafen in den neuen Bundesländern. Ansonsten war das Stadtbild von Neubauten geprägt, da im Krieg sehr viel zerstört wurde. Durch die strategisch zentrale Lage der Stadt, schon in früheren Zeiten, war hier immer ein großer Militärstützpunkt, was die vielen alten Kasernenbauten belegen. Die Bundesgartenschau 1999 mit ihren vielen Skulpturen im Elbauenpark hat einen Teil davon genutzt. Eine benachbarte Kasernenanlage aus wilhelminischer Zeit ist Sitz und Standort der meisten Fachbereiche der Hochschule Magdeburg-Stendal geworden. Dieser Campus wurde bei einer nationalen Studentenbefragung 2009 zum zweitschönsten der Bundesrepublik gewählt. Weitere im ostelbischen Stadtteil Brückfeld gelegene ehemalige Kasernenbauten beherbergen nach erfolgter Sanierung und denkmalgerechter Umgestaltung verschiedene Ministerien des Landes. Diese positive Entwicklung wurde uns bei der Stadtrundfahrt mit viel Erläuterungen und Stolz von unserem Stadtführer gezeigt. Nach der umfangreichen Stadtrundfahrt bummelten wir in kleinen Gruppen durch die Stadt, viele von uns genossen die Mittagspause im „Hundertwasser Haus“, das bedeutend vielfältiger und größer gestaltet ist als das in Wien. Danach ging die Fahrt wieder durch die Magdeburger Börde zurück nach Dessau.

7. Tag

Mittwoch, der 12. Okt., unser letzter Besichtigung- und Heimfahrtstag war angebrochen. Die Fahrt führte uns zuerst zur Händelstadt Halle (Saale).

Halle, Markthirche

Dort, an der Moritzburg, erwartete uns unsere Reiseleiterin Frau Teichmann, die uns auch schon durch Leipzig und Wittenberg ganz toll geführt hatte. Und so fingen wir gleich mit der Besichtigung der genannten Burg an, die heute als Stiftung geführt und als Kunstmuseum dient. Im Innenhof der Burg verteilte sie „Halloren“ an uns, das sind Schokokugeln, eine Spezialität in Halle. Dabei erzählte sie uns in ihrer humorvollen Art die Anekdote von Halloren, Hallensern und Hallunken. Wobei Halloren die Salzarbeiter waren, die ursprünglich in der Saline das „weiße Gold“ gewannen. Als Hallenser dagegen wurden die Händler und Bürger bezeichnet, die mit Salz gehandelt haben. Halunken schließlich waren alle Zugereisten.

Zu Fuß gingen wir langsam, immer ein Ohr in Richtung von Frau Teichmann , zum Zentrum. Am Georg Friedrich Händel-Haus blieben wir etwas länger, aber dann stießen wir direkt auf den Marktplatz. Schon von weitem sahen wir den bekannten „Roten Turm“, aber jetzt in Verbindung mit der Marktkirche waren wir beeindruckt von dem Wahrzeichen Halles, den 5 Türmen. Diese beiden Bauwerke beherrschten den weitläufigen Marktplatz, sodass das G.F.Händel-Denkmal in den Hintergrund trat. Nach entsprechender Zeit versorgten wir uns auf dem gerade stattfindenden Wochenmarkt mit Bratwurst oder Fischbrötchen „to go“ oder wir erholten uns in einem Café, um nach der Pause die Heimreise anzutreten.

Halle, Dom

Unterwegs machten wir noch eine Rast, bei der Frau Patry die zweite Hälfte ihres selbstgebackenen und begehrten Kuchens verteilte und während der Weiterfahrt spendierte Sigurd, unser Geburtstagskind, eine Flasche mit Destilliertem.

Und so trafen wir schon bald in Neckarsulm ein, wo wir alle im Brauhaus zu Abend aßen und die Reise noch einmal Revue passieren ließen. Auf der Weiterfahrt stieg die Stimmung im Bus, verursacht durch Herrn Nägeles „Spende“, dann wurde das „Badnerlied“ gesungen und danach Monikas Lieblingsschlager. Wir waren eine tolerante, disziplinierte und sehr unterhaltsame Gruppe, mit der das Reisen Spaß macht.

Letztes gemeinsames Abendessen auf dem Heimweg

Bedanken möchten wir uns bei der Fa.Hoffmann für den modernen und komfortablen Reisebus, bei Werner, unserem Busfahrer, der uns souverän über die Autobahnen und in den engen Stadtstraßen gefahren hat. Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei unseren bewährten Reiseleitern Hannelore und Hinrich Hinrichs. Wir hatten viel Informationsmaterial, alles war gut organisiert und ihre ruhige und souveräne Art hat sich auf die ganze Gruppe übertragen. Sie haben uns wieder einmal eine schöne und gelungene Reise ermöglicht.

Elsbeth und Wolfgang Martens, Mitreisende.

 

 

 

 

 

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