Seniorenreise der Stadt Leimen – Polen, Ostpreußen und Masurische Seenplatte

3874 - Polenreise 4(18.6.14) Nach einer langen Fahrt erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein die reizvoll gelegene Hafenstadt Stettin an der Oder mit Polens wichtigstem Hafen. Sie wird auch die grüne Stadt genannt wegen der vielen Parks und Grünanlagen. Im Hotel trafen wir Anna, unsere polnische Reiseleiterin, die uns auf der ganzen Reise begleiten sollte. Gleich am ersten Abend empfahl sie uns, das Café 22 zu besuchen, das im 22. Stock des höchsten Gebäudes der Stadt liegt. Durch die Rundumverglasung bot sich ein faszinierender Ausblick auf Stettin und Umgebung.

3874 - Polenreise 5Am nächsten Morgen brachen wir zu einer Stadtrundfahrt auf. Zunächst erklärte uns Anna die Struktur der Stadt, die ähnlich wie Paris durch große Boulevards gegliedert ist. Am Schloss der Pommerschen Herzöge machten wir eine kurze Besichtigungspause. Das Schloss wurde im 2. Weltkrieg vollkommen zerstört und im Renaissance-Stil nach einem Stich von 1692 rekonstruiert. Vorbei an der gotischen Johanneskirche, der Jakobi-Kathedrale und den gut erhaltenen Stadttoren erreichten wir die Haken-Terrassen, eine elegante Grünanlage, die in Stufen von der Oder zu einer Reihe von repräsentativen Bauten an der oberen Straße emporklettert. Hier bot sich uns ein herrlicher Blick auf den Hafen.

Danach ging die Fahrt weiter durch die Kaschubische Schweiz in Richtung Danzig. Die Kaschuben sind ein westslawisches Volk, das sich hier niedergelassen hat. In der Kaschubischen Schweiz sind die „Waldkaschuben“ beheimatet, deren Lebensraum ein hügeliges, durch Vergletscherung entstandenes Gebiet mit etwa 250 Seen und ausgedehnten Wäldern ist. Die Reise führte uns durch kleine Dörfer mit ihren typischen niedrigen Fachwerkhäusern. Anna wusste uns die weite Fahrt zu verkürzen mit ihren anschaulichen Erklärungen und manchem lustigen Witzchen.

Nach einem Zwischenstopp erreichten wir unser Hotel Scandic in Danzig, direkt gegenüber dem historischen Bahnhof.

Danzig, die „Königin der Ostsee“ war wie auch Stettin im Mittelalter Mitglied der Hanse. Danziger Kaufleute häuften immense Reichtümer an und errichteten prunkvolle Bürgerhäuser, Kirchen und Denkmäler. Bombardements und Sprengungen machten die Stadt im Zweiten Weltkrieg dem Erdboden gleich. Die rekonstruierte Altstadt zeugt vom alten Glanz der Stadt. Zusammen mit Zoppot, dem Seebad, und der Hafenstadt Gdingen bildet Danzig die sogenannte Dreistadt mit insgesamt 750 000 Einwohnern.

Der nächste Morgen überraschte uns mit Regen und Sturm, was nicht sonderlich erfreulich war nach den sonnigen Tagen vorher. Trotzdem starteten wir zum Stadtrundgang. Geführt von einer ortskundigen Danzigerin konnten wir viel Wissenswertes über die Stadt und ihre Baudenkmäler erfahren. Die Führung begann in der Altstadt. Vorbei am Altstädtischen Rathaus, der alten Mühle und der Markthalle, alles malerische Backsteingebäude, gelangten wir in die Rechtstadt (städtisches Recht) mit dem wohl bekanntesten Wahrzeichen Danzigs, dem Krantor. An der Uferpromenade entlang gingen wir zum Frauentor, dem ältesten erhaltenen Stadttor. Durch das Tor gelangt man in die berühmte Frauengasse. Dort haben alle Häuser vor den Hauseingängen kleine Terrassen, die man über Stufen erreicht, die sogenannten Beischläge. In den kleinen Geschäften und Cafés dort, kann man so manches Schöne entdecken. Am Ende der Frauengasse überragt die Marienkirche, die größte Backsteinkirche Europas, die umliegenden Häuser. Sehenswert in der Kirche ist die Astronomische Uhr.

Vorbei am Goldenen Tor ging es weiter durch die Langgasse hin zum Grünen Tor und dem Langen Markt mit seinen prächtig verzierten Bürgerhäusern. Den Langen Markt schließt das Rechtstädter Rathaus mit seinem imposanten Turm ab.

Nach dem Rundgang hatte Anna eine besondere Überraschung für uns. Sie führte uns in das Restaurant „Haus zum Lachs“, das schon viele prominente Persönlichkeiten wie z. B. Königin Margarethe von Dänemark, Prinzessin Anne, Angela Merkel und viele andere Persönlichkeiten besuchten. Wir speisten dort in „königlich“ gehobener Atmosphäre. Das berühmte „Danziger Goldwasser“ wurde hier im Jahre 1598 erfunden.

Nach diesem schönen Erlebnis blieb uns noch genügend Zeit zu einem ausgedehnten Stadtbummel.

Das Abendessen nahmen wir im ältesten Gasthaus der Stadt, dem „Gdánska“, ein, empfohlen von unserer Anna.

3874 - Polenreise 1Das nächste Ziel war Oliwa, ein Stadtteil von Danzig. Auf dem Weg dorthin passierten wir die Werft, wo 1970 der Arbeiterstreik ausbrach. Ein Denkmal erinnert an die Opfer des Streiks. In der Kathedrale von Oliwa genossen wir ein klangvolles Orgelkonzert der berühmten barocken Orgel. Danach ging es weiter in das Seebad Zoppot. Bei Windstärke 6 waren einige von uns so mutig, einen Spaziergang auf die 512 m lange Seebrücke zu unternehmen. Vorbei an der Westerplatte, wo im September 1939 der Zweite Weltkrieg begann, fuhren wir zurück zum Hotel.

Am fünften Tag unserer Reise verließen wir Danzig und fuhren zur Marienburg an der Nogat, einst das Machtzentrum der Hochmeister des Deutschen Ordens. Die Marienburg zählte im Mittelalter zu den größten backsteingotischen Wehranlagen. Wir waren beeindruckt von dem gewaltigen Bauwerk.

Nach einer schönen Fahrt durch tunnelartige Buchenalleen erreichten wir Allenstein, die Hauptstadt des Ermlandes, wo Nikolaus Kopernikus einige Jahre wirkte. Hier erwartete uns ein Folkloreabend. Beim Abendessen wurden wir mit Tänzen in landesüblichen Trachten unterhalten. Wer Lust hatte, konnte nach der Darbietung an einer kleinen Kutschfahrt teilnehmen. Danach fuhren wir zu unserem Hotel in Sensburg.

Zuerst starteten wir am nächsten Morgen zu einer Masurenrundfahrt. Wir erlebten eine faszinierende Landschaft mit zahlreichen großen und kleinen Seen, ausgedehnten Wäldern und Feldern und verstreuten kleinen Dörfern. Viele Seen sind durch Kanäle wie dem Oberländischen Kanal miteinander verbunden, ein Eldorado für Wassersportler. Auf den Feldern spazierten viele Störche und in den Dörfern konnte man zahlreiche Nester mit jungen Störchen beobachten.

Über Rastenburg erreichten wir ein düsteres Denkmal der Geschichte, die Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier und Schauplatz des am 20. Juli 1944 fehlgeschlagenen Attentats auf Hitler durch Oberst Graf von Stauffenberg. Durch einen sachkundigen Führer erfuhren wir viel Wissenswertes über diesen dunklen Punkt der Vergangenheit.

Die prächtige barocke Wallfahrtskirche „Heiligelinde“ war unser nächstes Ziel. Anna führte uns durch die Basilika, deren Hauptaltar ein mit Silberblech ikonenartig verkleidetes Marienbild von 1640 trägt. Ganz im Barockstil gehalten, zählt die Basilika zu den prunkvollsten Denkmälern Polens. Die barocke Orgel besitzt bewegliche Figuren, die wir bei einem kleinen Orgelkonzert bewundern konnten.

3874 - Polenreise 11Am nächsten Tag erwartete uns ein besonders schönes Erlebnis, eine beschauliche Stakenbootfahrt auf dem Fluss Krutinna mit seinem kristallklaren Wasser. Zunächst aber fuhren wir nach Nikolaiken am Spirdingsee, dem größten der masurischen Seen. Nikolaiken gilt wegen seiner Flussläufe und Brücken als masurisches Venedig und ist einer der bekanntesten Orte der Masurischen Seenplatte. Nach einem kurzen Rundgang durch die Altstadt und einem Spaziergang an der Seepromenade ging es weiter.

Zur Mittagspause führte uns Anna in ein wunderschön in die masurische Landschaft eingebettetes Landrestaurant des Grafen Potocki. Seine Mutter richtete hier zum Gedenken an die aus dem ehemaligen Ostpreußen stammende Publizistin Marion Gräfin Dönhoff den „Salon Marion Dönhoff“ ein.

Nach einem Besuch des Philipponenklosters der „Altgläubigen“, einer Abspaltung der russisch-orthodoxen Kirche, fuhren wir zum Hotel zurück.

Statt des für Sonntag angekündigten Wellness- und Entspannungstages entschlossen sich die unternehmungslustigen Leimener Senioren zu einer Bootsfahrt auf dem zweitgrößten See der Masurischen Seenplatte, dem Mauersee in Lötzen. Anna hatte ein Ausflugsboot nur für uns reserviert und so verbrachten wir eine schöne Zeit auf dem See.

Am Abend hieß es dann Koffer packen.

Heute verlassen wir die Masuren mit dem Ziel Thorn, der Geburtsstadt des Astronomen Kopernikus. Die Stadt wurde von dem Deutschritterorden gegründet. Mit seinen Bürgerhäusern, Kirchen und dem Rathaus gehört Thorn zu den besterhaltenen mittelalterlichen Siedlungen. Nach einem kurzen aber regnerischen Stadtrundgang, ging es weiter nach Posen. Es blieb jedoch noch Zeit, zum Kauf der „Thorner Kathrinchen“, einem nach jahrhundertealter Tradition hergestellten Lebkuchengebäck.

Wir erreichten Posen, das letzte Ziel unserer Reise. Nach einem kurzen Stadtrundgang, bei dem wir den schönen Marktplatz mit seinem prächtigen Renaissance-Rathaus und den schönen Bürgerhäusern bewundern konnten, führte uns Anna zum traditionsreichen Restaurant „Unter den Ziegen“ zu einem festlichen Abschiedsessen. Nun hieß es Abschied nehmen von einer sympathischen sachkundigen Reiseleiterin, die uns Land und Leute ihrer polnischen Heimat nahegebracht und uns bei den langen Busfahrten mit Geschichten aus den Masuren unterhalten hat.

Am nächsten Morgen brachen wir sehr früh zur Heimfahrt auf. Nach einem Zwischenstopp im Gasthof „Frankenfarm“ in Bad Berneck erreichten wir voller neuer Eindrücke Leimen.

Es war eine sehr eindrucksvolle und harmonische Reise, die von den bewährten Reiseleitern, Hannelore und Hinrich Hinrichs, sehr gut vorbereitet und organisiert war. Wie immer wurden wir mit Leckereien und der obligatorischen „Schluckimpfung“ gut versorgt.

Text: Hildegard und Heinz Pluta – Nußlocher Senioren, die sich gerne wieder den Leimener Senioren anschließen.

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