Silvester 2026: Polizei bilanzierte ruhigen Verlauf mit Einschränkungen
(Wan – 01.01.26) Das Polizeipräsidium Mannheim hat die Einsatzmaßnahmen zum Jahreswechsel 2025/2026 abgeschlossen. Die vorab getroffenen Dispositionen und der Kräfteansatz wurden an die Lage angepasst. Neben den örtlich zuständigen Polizeirevieren unterstützten Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei, der Wasserschutzpolizei sowie die Ordnungsdienste der Städte Mannheim und Heidelberg die Operationen im gesamten Rhein-Neckar-Kreis.
Lageentwicklung in der Silvesternacht
Anfangs zeigte sich ein eher ruhiges Bild. Kurz vor Mitternacht kam es jedoch zu einer deutlichen Zunahme der Einsatzanforderungen. Mehrere Feuerwehreinsätze – darunter die Berufsfeuerwehren Mannheim und Heidelberg sowie Freiwillige Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet – waren erforderlich. Die Brände beschränkten sich überwiegend auf Mülltonnen, vereinzelt wurden Balkonbrände durch fehlgeleitete Pyrotechnik registriert. Im Heidelberger Stadtteil Emmertsgrund wurde eine Person durch Brandwirkung leicht verletzt, ein Beamter erlitt durch Rauchgas ebenfalls leichte Verletzungen. Der entstandene Sachschaden wird derzeit noch evaluiert, ein Brand eines Doppelhauses im Mannheimer Stadtteil Käfertal verursachte jedoch einen Schaden in Höhe von rund 200.000 Euro. Personen kamen hier nicht zu Schaden.
Mannheim: Versammlungen und Beschädigungen
Rund um den Wasserturm, auf der Kurpfalzbrücke und am Plankenkopf versammelten sich mehrere tausend Feiernde. Am Mannheimer Wahrzeichen hielten sich zeitweise über 2.000 Personen auf, was eine Umleitung des Fahrzeugverkehrs zwischen 23:15 Uhr und 01:00 Uhr erforderlich machte. Unter den Feiernden waren Personengruppen mit Aggressionspotenzial erkennbar, deren Eskalation durch frühzeitiges Einschreiten der Polizeikräfte verhindert werden konnte.
Im Stadtteil Schönau beschädigte eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen Straßenbahnen in der Lilienthalstraße durch Stein- und Böllerwürfe. Scheiben und eine Eingangstür wurden zerstört, bei einer Straßenbahn wurde das gesamte Fahrerhaus entglast. Zudem wurden eine Haltestelle, ein Aufenthaltsraum der rnv sowie ein Jugendhaus beschädigt. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, die Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs dauern an.
Heidelberg: Hoher Andrang und Sperrmaßnahmen
Der Großteil der Feiernden konzentrierte sich in Heidelberg im Bereich der Alten Brücke und der Theodor-Heuss-Brücke. Auf der Theodor-Heuss-Brücke hielten sich zeitweise rund 1.800 Personen auf, weshalb die Brücke gegen Mitternacht für weitere Zugänge gesperrt werden musste. Zeitgleich wurde die B 37 zwischen Stadthalle und Neckarmünzplatz für den Verkehr gesperrt. Sämtliche Maßnahmen konnten gegen 00:45 Uhr wieder aufgehoben werden, nachdem sich die Menschenmassen in die Altstadt bewegt hatten.
Rhein-Neckar-Kreis: Ruhiger Verlauf, Aggressionen gegen Einsatzkräfte
Im Rhein-Neckar-Kreis verlief der Jahreswechsel aus polizeilicher Sicht ohne größere Vorkommnisse. Rund um Walldorf versammelten sich zwar zahlreiche Personen, es kam jedoch nicht zu Ordnungsstörungen.
Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen registrierte die Polizei vier Widerstandshandlungen und tätliche Angriffe gegen Beamte, wobei drei Polizeibeamte leicht verletzt wurden. Zudem kam es zu gezielten Beschüssen und Bewurf von Einsatzkräften mit Knallkörpern und Pyrotechnik, die Verursacher konnten jedoch in den Menschenmassen nicht identifiziert werden.
Einsatzleiter Alexander Ulmer resümierte am Ende der Nacht: „Unser Einsatzkonzept ist aufgegangen. Durch frühzeitiges, entschlossenes und besonnenes Vorgehen konnten Eskalationen verhindert werden.“
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