So lernen Kinder gesundes Essen zu schätzen

Ernährung gehört zum Fächerkanon „AES“ der Otto-Graf-Realschule Leimen

Das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ ist zwar recht altmodisch – aber nicht verkehrt. Das gilt jedoch nicht allein für Schulstoff, sondern auch für andere Bereiche wie beispielsweise Ernährung.

Und diesbezüglich herrscht in Deutschland tatsächlich Handlungsbedarf. Denn wie die sogenannte EsKiMo-Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt, ist gesunde Ernährung für Kinder auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Vielfach konsumieren sie zu wenig Obst und Gemüse. Auch komplexe Kohlenhydrate, wie sie zum Beispiel im Vollkornbrot stecken, kommen zu selten auf den Tisch. Im Gegensatz dazu essen Kinder zu viel Fleisch und Wurstwaren. Der Rückschluss aus diesen Ergebnissen ist gleichwohl leichter formuliert als umgesetzt: Kinder müssen gesünder essen. Dahingehende Maßnahmen liegen im Grunde auf der Hand und sind leicht umgesetzt – gemeinsam mit Kindern Mahlzeiten zuzubereiten und dabei einige Dinge zu beachten führt dazu, dass sie Spaß am Kochen haben und eine ausgewogene Ernährung zu schätzen lernen.

Dennoch kann es passieren, dass der Nachwuchs trotzig die Lippen zusammenpresst, sobald eine Gabel mit Gemüse den Mund erreicht, und gesunde – und damit vermeintlich wenig schmackhafte – Gerichte prinzipiell verschmäht. Mit diesem Thema setzen sich nicht nur unzählige Eltern und Erzieher auseinander, es beschäftigt auch Ernährungspsychologen.

Prinzipiell ist es hilfreich, wenn die Kleinen durchaus mal mit dem Essen spielen dürfen. Denn das steigert die Neugierde, es auch tatsächlich zu probieren. Zwar stecken Babys sorglos so ziemlich alles in den Mund, was ihnen über den Weg läuft. Danach jedoch setzt bei gut der Hälfte der Zwei- bis Sechsjährigen die sogenannte Nahrungsmittel-Neophobie ein, ein Überbleibsel aus der Evolution, das sich in einer Skepsis gegenüber neuen Lebensmitteln äußert und bereits den Neandertaler-Nachwuchs davor bewahrte, etwa giftige Beeren zu probieren.

Kinder sind allerdings von Natur aus Forscher und daher leicht für entsprechende Projekte und Aktivitäten zu motivieren. Diese Neugier sollten Eltern sich auch beim Essen zunutze machen. Was schmeckt bitter, was süß? Welche Konsistenz hat dieses Gemüse, warum prickelt jenes Obst auf der Zunge? Die Möglichkeiten sind vielfältig, Nahrung ganz neu zu entdecken.

Auf Verbote sollten Eltern beim Thema Ernährung allerdings verzichten. Sie führen nur zu Trotzreaktionen. Genau deshalb sollten Süßigkeiten oder Fast Food bisweilen auch ausdrücklich erlaubt sein – aber nach Spielregeln, die vorher gemeinsam mit den Kindern festgelegt wurden. Anstelle von Süßigkeiten kindgerecht zu Snacks geschnittenes Obst oder Gemüse anzubieten ist ebenfalls hilfreich: Man zeigt damit Alternativen auf und kann den Nachwuchs spielerisch motivieren, zu Gesundem zu greifen.

Trotz aller Maßnahmen ist eines klar: Ohne Geduld funktioniert es nicht. Daher sollte man selbst nörgeligen Kids immer wieder das ungeliebte Gemüse anbieten, wenn auch in veränderter Form: Wie wäre es mit roher Paprika statt gekochtem Paprikagemüse? Tauschgeschäfte nach dem Motto „Wenn du deinen Teller leer isst, bekommst du ein Eis“, sind allerdings keine gute Idee. Denn sie machen das Essen zur Ware – und Kinder können sehr gute Händler sein.

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