Spritzbeton statt Hörsaal:
BFDler bauen im Zoo eigene Projekte
(kar – 15.5.26) Staub liegt in der Luft, Wasser läuft über die Schläuche, der Mörtel klebt an den Handschuhen. Vor den Pflanzenkübeln nahe der Elefantenanlage arbeitet Paul konzentriert an der Spritzbetonmaschine. Hinter ihm kontrolliert Marwin die Leitungen. Was heute routiniert aussieht, begann vor wenigen Monaten mit vielen offenen Fragen.
Die beiden 19-Jährigen Paul Raitzig und Marwin Stiller absolvieren seit September 2025 ihren Bundesfreiwilligendienst im Garten- und Handwerksteam des Zoo Heidelberg. Gemeinsam mit Yannick Erdel, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr macht, haben sie in den vergangenen Monaten zwei Projekte umgesetzt: eine neue Mauer vor dem Schneeeulen-Gehege und die Verkleidung großer Pflanzenkübel.
Erst planen, dann bauen
„Wir haben bei Null angefangen“, sagt Marwin Stiller. Welche Maschinen werden gebraucht? Welcher Mörtel hält? Und wie entsteht überhaupt so eine Struktur? Vieles mussten sich die drei selbst erarbeiten.
Dafür recherchierten sie Materialien, telefonierten mit Firmen und probierten verschiedene Lösungen aus. Die Vorbereitungen liefen bereits im vergangenen Herbst. Im Frühjahr begann dann die praktische Arbeit: Alte Holzelemente wurden entfernt, Metall- und Eisenbügel gebogen und befestigt, Estrichgitter eingesetzt und anschließend Schicht für Schicht modelliert.
„Wir haben viel nach dem Prinzip ‚trial and error‘ gearbeitet“, erzählt Paul Raitzig. Besonders das richtige Mischverhältnis für den Mörtel habe anfangs Zeit gekostet. „Aber als es dann funktioniert hat, war das ein richtig gutes Gefühl.“
Verantwortung auf der Baustelle
Die fertige Mauer vor dem Schneeeulen-Gehege verändert den Bereich inzwischen sichtbar. Für die jungen Männer war das Projekt mehr als eine Übung. „Eigenständig an so einer Aufgabe zu arbeiten und seine Fähigkeiten auszuprobieren, ist einfach schön“, sagt Paul. Die Gruppe habe eigene Ideen einbringen können. „Am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat.“
Noch anspruchsvoller wurde die Arbeit an den Pflanzenkübeln nahe der Elefantenanlage. Anders als bei der Mauer mussten die drei dort ein freistehendes Gerüst konstruieren und dreidimensional arbeiten.
Die Arbeiten dienen zugleich als Vorbereitung auf ein größeres Projekt: Im neuen Schildkrötenhaus des Zoo Heidelberg sollen Fassaden und Beete gestaltet werden. Wenn alles nach Plan läuft, können Besucher die Ergebnisse im kommenden Herbst sehen.
Vom Schulalltag in die Praxis
Zum Alltag der Freiwilligen gehören nicht nur Bauprojekte. Die BFDler helfen bei der Parkreinigung, pflanzen Blumenzwiebeln, reparieren Zäune und unterstützten bereits den Bau des neuen Außengeheges der Varis.
Für Paul war der Schritt nach dem Abitur bewusst gewählt. „Ich wollte erstmal etwas anderes machen als Schule und Lernen – weniger sitzen und mehr anpacken“, sagt er. Nach dem Bundesfreiwilligendienst kann er sich inzwischen einen handwerklichen Beruf vorstellen.
Wer sich für praktische Arbeit, Gartenbau und Handwerk interessiert, kann sich noch für einen Bundesfreiwilligendienst ab September 2026 im Zoo Heidelberg bewerben.
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