Stolpersteine für Sandhausen – Aus anonymen Opfern werden Menschen mit Namen

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Jonas Scheid

„Gerade, weil in Sandhausen eine Synagoge steht, müssen wir uns auch hier 70 Jahre nach Ende der NS-Diktatur unserer eigenen Geschichte stellen“. Engagiert warb Gemeinderat Jonas Scheid in der Gemeinderatsitzung am vergangenen Montag um Unterstützung des Projektes „Stolpersteine für Sandhausen“. Seine Fraktion hatte dies den beiden Initiatoren Rainer Kraft und Sascha Krebs bereits zugesagt und einen entsprechenden Antrag eingebracht.

Bei diesem Projekt geht es darum, an Sandhäuser Mitbürger zu erinnern, die in der Zeit von 1933 bis 1945 aus Sandhausen verschwunden sind. Juden und Menschen mit anderer Gesinnung wurden Opfer der nationalsozialistischen Diktatur, mussten ihre Heimat verlassen oder wurden in Konzentrationslager deportiert und umgebracht. Ihre Namen und ihre Herkunft wurden gelöscht und durch Nummern für die Zwangsarbeit und Ermordung ersetzt. In vielen deutschen Städten erinnern „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig an diese Menschen.

2217 - Stolperstein SandhausenMit Messingtafeln, auf denen ihre Namen stehen und die ins Bürgersteig vor ihrem letzten Wohnort eingelassen werden. Rainer Kraft und Sascha Krebs haben in mühevoller Arbeit recherchiert und Namen von Sandhäuser Opfern zusammengetragen. Auch haben sie bereits Kontakt mit dem Künstler aufgenommen. „Die Gräueltaten von damals kann man nicht ungeschehen machen, aber durch diese Initiative werden aus anonymen Opfern wieder Menschen mit Namen“, so Jonas Scheid. Gerade als Geschichts- und Politikstudent liege es ihm besonders am Herzen, dass diese Aktion in Sandhausen eine breite Unterstützung finde. Und nicht nur mit Worten, auch mit Taten.

Die SPD-Fraktion beantragte daher, dass die Gemeinde den Initiatoren kostenfreie Räumlichkeiten für Informationsveranstaltungen zur Verfügung stellt und dass der Bauhof bei der Umsetzung des Vorhabens praktische Hilfe leiste. Abschließend wies Jonas Scheid auf eine Veranstaltung am 9. Juni in der ehemaligen Synagoge hin, bei der das Projekt nochmals vorgestellt wird.

Einstimmig stimmte der Gemeinderat diesem Antrag zu.

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