SVS: Gegen FC St. Pauli soll der Umschwung kommen

2174 - SVS Boysen

SV-Trainer Hans-Jürgen Boysen

(sim – 8.2.13). Das erste Heimspiel im neuen Jahr absolviert Neuling SV Sandhausen am Faschingssonntag (13.30 Uhr) gegen den FC St. Pauli im Hardtwaldstadion. „Den Auftritt vor einer Woche bei Union Berlin haben wir uns sicherlich alle ganz anders vorgestellt, doch jetzt muss zu Hause gegen die Hanseaten der Umschwung kommen“.

SV-Trainer Hans-Jürgen Boysen hofft, dass in der langen Trainingswoche bis zum Spiel mit insgesamt sieben Einheiten einiges aufgearbeitet werden konnte: „Die Nachbereitung am vergangenen Montag mit allen Spielern, auch den Verletzten, hat länger als zwei Stunden gedauert“, wie der Trainer berichtet. „Es war an der Zeit einige grundlegende Dinge zu klären, damit auch die Neuzugänge und Diejenigen, die in absehbarer Zeit wieder zum Mannschaftstraining stoßen, wissen, wie es im Abstiegskampf im taktischen Bereich auf dem Spielfeld weitergeht“.

Dass durch die vielen Verletzten (in Berlin fehlten zehn Akteure) die Vorbereitung nicht „rund“ lief, ist kein Geheimnis. Boysen: „Trotzdem benötigen wir vom Anpfiff an mehr Aufmerksamkeit für den Gegenspieler, muss bei ruhenden Bällen entschlossener agiert werden und letztendlich müssen wir wieder die Präsenz erreichen, dass der Gegner mit Respekt ins Hardtwaldstadion kommt und nicht meint, mit der Schießbude der Liga es zu tun zu haben“.

Dem Trainer ist es nicht entgangen, dass die Gäste mit 18 Treffern die wenigsten Tore bislang erzielten, wobei in der Fremde sogar nur vier Einschüsse gelangen. Besondere Aufmerksamkeit erhält sicherlich Gästeangreifer Daniel Ginczek, der im Sommer von Borussia Dortmund kam und sieben der 18 Tore alleine erzielte. Mit Fin Bartel fehlt allerdings ein Routinier wegen der fünften gelben Karte.

121 - TabelleZuletzt hat auf Gastgeberseite Jan Fiesser wegen dem gleichen Vergehen pausieren müssen. „Er wird sofort wieder in die Anfangsformation zurückkehren“, lässt sich Hans-Jürgen Boysen ansonsten jedoch nicht in die Karten schauen. Wieder im Training sind Nicky Adler und seit dem letzten Donnerstag auch Daniel Schulz, während Nico Klotz mit dem Lauftraining begonnen hat. Die Variationsmöglichkeiten werden also wieder größer. „Ob es zu weiteren Veränderungen kommt, muss man abwarten. Da möchte ich erst das Abschlusstraining am Samstag vor rüber gehen lassen, ehe ich mich entscheide“ (Boysen).

Der FC St. Pauli hat für die Partie beim SV Sandhausen an knapp 2.400 Gästefans Tickets veräußert, sodass die Mannen von Michael Frontzek auf stimmgewaltige Unterstützung hoffen können. Der Ex-Nationalspieler aus Mönchengladbach hat am 7. Oktober die Regie am Millerntor übernommen und hierbei Andre Schubert abgelöst. Nach einem kurzen „Hoch“ mit acht Punkten aus vier Spielern, schien der FC St. Pauli wieder in die Erfolgsspur gelangt zu sein. Doch dann ging es so weiter, wie es mit Schubert aufgehört hatte: Im Zick-Zack-Kurs. Die letzte Nulldiät zu Hause gegen FC Energie Cottbus haben Hans-Jürgen Boysen und sein Assistent Gerhard Kleppinger persönlich in Augenschein genommen. „Ich hoffe, dass wir die Erkenntnisse gewonnen haben, die zum vierten Dreier für unsere Mannschaft ausreichen“, so die beiden Spielbeobachter.

Geleitet wird das Kellerduell von Benjamin Brand aus Gerolzhofen/Bayern. Der 23-Jährige BWL-Student hat 2012 den Zweitligasprung geschafft.

FC St. Pauli gastiert im Hardtwald mit großen Anhang

(sim) Vielen Besuchern des SV Sandhausen ist sicherlich noch die tolle Atmosphäre bei der Vorrundenpartie gegen den FC St. Pauli im Hamburger Millerntorstadion im September in den Ohren. Jetzt kommt der Verein der „etwas anderen Art“, der am 15. Mai 1910 gegründet wurde, nach Sandhausen und erneut wird mit einer überragenden Stimmung zu rechnen sein. Am Faschingssonntag werden rund 2.500 Anhänger den „Kiezclub“ in die Kurpfalz begleiten, wobei der FC St. Pauli natürlich in ganz Deutschland seine Anhänger besitzt, sodass der Anteil direkt aus Hamburg (man spricht von etwa 800) sicherlich weniger sein wird.

Die Spielstätte der Kiezkicker, die sich im Herzen des Stadtteils St. Pauli zwischen dem Wirtschaftsgymnasium, dem Bunker an der Feldstraße und dem Heiligengeistfeld sowie der berühmten Hamburger Lustmeile befindet, ist natürlich mit dem SV-Hardtwaldstadion nicht zu vergleichen. Aufgrund von Umbaumaßnahmen in mehreren Etappen besitzt das Millerntorstadion zwischenzeitlich ein Fassungsvermögen von 24.487 Zuschauern. Aber auch in anderen Dingen sind die „Braun-Weißen“ aus dem Norden mit den „Schwarz-Weißen“ des Südens nicht vergleichbar. Die Hanseaten haben rund 15.000 Mitglieder im Rücken und bieten neben dem Fußball noch 14 weitere Sportarten an. Beim SV Sandhausen mit seinen etwa 800 Mitgliedern wird ausnahmslos Fußball gespielt.

121 - MorenaDer FC St. Pauli blieb zwar bei den Hanseaten stets im Schatten des großen HSV (auch wenn man acht Jahre in der gleichen Klasse, nämlich der Bundesliga spielte), doch die Mannen vom Heiligengeistfeld haben ihren eigenen Charme stets hoch gehalten und weiter entwickelt. Der FC St. Pauli ist fünf Mal in die Bundesliga auf- und demzufolge auch fünf Mal abgestiegen. Selbst der Unterbau, die zweite Bundesliga, war nicht immer Heimstätte der Kiezkicker, die mehr als einmal in den Niederungen des Amateurbereichs verschwanden, aber stets aufstanden und wieder kamen. Die letzten neun Jahre der bewegten Vereinsgesichte hat Fabio Morena, der seit Sommer in Diensten des SV Sandhausen steht, hautnah miterlebt. Der in Stuttgart geborene Defensivakteur spielte bei den Braun-Weißen und war über mehrere Jahre gar deren Kapitän. Beim Vorspiel in Hamburg gab es für ihn eine begeisternde Verabschiedung vor 21.000 Besuchern.

Scheiterten die St. Paulianer in der Vorsaison nur wegen der schlechteren Tordifferenz gegenüber Fortuna Düsseldorf am Aufstiegsrelegationsspiel, so stottert momentan immer noch das Getriebe der Hanseaten, denn mit 23 Punkten und dem 13. Tabellenplatz ist die Mannschaft noch längst nicht über dem „Berg“. Der SV Sandhausen als Vorletzter besitzt 15 Zähler und möchte natürlich im ersten Heimspiel des neuen Jahres diesen Rückstand um drei Zähler verringern.

Den Fehlstart hat Trainer Andre Schubert am eigenen Leib verspürt, denn er wurde nach dem siebten Spieltag nach nur sechs Punkten entlassen, nach dem er am 1. Juli 2011 bei St. Pauli anheuerte. Sieben Punkte waren es nach Spieltag neun, als Michael Frontzek, der ehemalige Mönchengladbacher Bundesligaprofi, der auch 19 Mal das Nationaltrikot trug, die Kommandobrücke bestieg. Von da an schienen weitaus bessere Zeiten anzubrechen, denn unter der Regie des 48-Jährigen holte die Mannschaft in vier Spielen acht Punkte. Danach riss jedoch wieder die Erfolgsserie und die nächsten sieben Partien brachten genau so viele Zähler wie die ersten sieben Paarungen, nämlich sechs.

Vor Beginn der Saison standen elf Abgängen die gleiche Anzahl von Neuen gegenüber und die Zielsetzung am Millerntor lautet weiterhin „ganz oben mitspielen“. Davon ist der Verein derzeit natürlich um einiges entfernt. In der „Januar-Wechsel-Periode“ ging lediglich Mahin Saglik, der ursprünglich für Tore sorgen sollte, zum SC Paderborn. Geholt wurde niemand. Der beste Torschütze ist Daniel Ginczek mit sieben Treffern. Er wechselte im Sommer von Borussia Dortmund ans Millerntor. Mit Fin Bartels muss Frontzek auf einen Routinier in Sandhausen verzichten. Bei der Nulldiät am vergangenen Wochenende zu Hause gegen den FC Energie Cottbus sah er die fünfte gelbe Karte und ist eine Partie gesperrt.

 

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