SVS: In Ingolstadt ein Unentschieden, doch gefühlt ein halber Sieg!

Torschütze zum Remis: Nico Klotz

(jb) Unter der Woche war ziemlich viel los am Hardtwald. Nach der 2:5-Niederlage in Bochum, zogen die Verantwortlichen am Montag die Reißleine und entließen den Erfolgstrainer Gerd Dais, der die Sandhäuser von der vierten bis in die zweite Liga geführt hat. Am Dienstag wurde bereits sein Nachfolger vorgestellt: Der in Sandhausen wohlbekannte Hans-Jürgen Boysen, der schon das dritte Mal das Traineramt am Hardtwald übernimmt. An diesem Sonntag gab Boysen dann in Ingolstadt sein Debüt. Gerade gegen den Tabellenfünften sollte ein Erfolgserlebnis her.

Doch das Debüt des neuen Trainers glückte. Die Sandhäuser betrieben einen sehr großen Laufaufwand sowie frühes Pressing und wurde dafür am Ende belohnt. Nico Klotz erzielte in der 82. Minute den Ausgleich für die Gäste aus der Kurpfalz und ließ die mitgereisten Fans jubeln. Hans-Jürgen Boysen wirkte nach dem Spiel erleichtert: „Das ist die beste Medizin für die Jungs; ein Erfolgserlebnis.“ Es war der erste Punktgewinn für den SV Sandhausen nach sechs Niederlagen in Folge.

Boysen ließ in seinem ersten Spiel in einem 4-4-2-System mit Onuegbu und Löning im Sturm spielen. Daniel Schulz hatte seine Verletzung auskuriert, weswegen er für Ole Kittner in der Innenverteidigung randurfte. Auf den Flügel schenkte der Trainer Schauerte und Adler das Vertrauen, in der Zentrale wurden wieder die beiden „Sechser“ Tüting und Fießer eingesetzt.

Pünktlich ging es los im Audi-Sportpark. Sandhausen versuchte in der Anfangsphase immer wieder mit Diagonalpässen zum Erfolg zu kommen. Sie störten die Gastgeber früh und ließen sie nicht ins Spiel kommen. Es entwickelte sich in der Folge ein chancenarmes Spiel, das von seinem Kampf im Mittelfeld lebte.

Nach einer Viertelstunde hatte der Ingolstädter Eigler die Chance, seine Mannschaft in Führung zu bringen, doch Nicky Adler, der erstaunlich viel Abwehrarbeit leistete, lenkte den Versuch im letzten Moment neben das Tor. Vier Minuten später machte es Eigler dann aber besser, als er Leitls Flanke direkt verwertete und sein Team in Front brachte. Dem Treffer war ein schneller Tempo- und Seitenwechsel der Ingolstädter vorausgegangen, die Gäste waren in dieser Situation sichtlich überfordert.

Ansonsten stand die Defensive aber wie in den guten alten Zeiten. Keine Wackler, keine einfachen Abspielfehler, nur die ein oder andere Ecke hätte verhindert werden können. Apropos Eckbälle: Trainer Boysen hatte offensichtlich Manndeckung als Verteidigungsmethode bei gegnerischen Ecken angeordnet, das war unter seinem Vorgänger Dais noch anders gewesen. Dieser Versuch, die Gegentorflut bei gegnerischen Ecken abzustellen, glückte weitesgehend, wobei die Ingolstädter sich aber auch nicht durch besonders gefährliche Ecken auszeichnen konnte. Bei Freistößen aus dem Halbfeld wurde es aber immer noch brenzlig.

Nur wenige Sekunden nach dem Gegentor, hatte Löning die Riesenchance zum Ausgleich, als er allein vor dem Ingolstädter Kasten auftauchte, das Spielgerät aber überhastet am linken Pfosten vorbeischob. Sandhausen versuchte in der Folge den Ausgleich zu erzielen, war jedoch vorne nicht gefährlich genug, Ingolstadt ruhte sich auf der knappen Führung aus.

In der zweiten Hälfte betrieben die Sandhäuser weiterhin höchsten Aufwand, aber im Offensivspiel hakte es gewaltig, es wurden kaum nennenswerte Chancen herausgespielt. Die Gäste hatten deutlich mehr Spielanteile, aber scheiterten immer wieder an der fehlenden Präzision beim „letzten Pass“.

Nach etwas mehr als einer Stunde wechselt Boysen dann doppelt. Für den schwachen Onuegbu und für Adler kamen Wooten und Klotz. Die Einwechslung von Nico Klotz machte sich am Ende bezahlt. Als schon jeder damit rechnete, dass dem FC Ingolstadt der dritte Heimsieg in Folge gelingen würde, spielte Tüting einen langen Ball in Strafraum der Gastgeber, wo Klotz lauerte, den Ball mit der Brust annahm und ihn frech an Ingolstadt-Torwart Özcan vorbeihob. Nach dem Ausgleich waren die Ingolstädter dann aus ihrem Tiefschlaf erwacht und warfen in der Schlussphase nochmal alles nach vorne, um doch noch drei Punkte zu ergattern. Es blieb jedoch beim verdienten 1:1.

Die Sandhäuser kamen im Laufe der Partie zwar kaum zu Torabschlüssen, doch sie verdienten sich diesen Punkt beim Tabellenfünften durch Tugenden, die sie in den letzten Wochen vermissen ließen: Konzentration, Kampf und Leidenschaft. Es scheint, als habe Boysen in nur wenigen Tagen etwas geschafft, was Dais zuvor nicht gelungen war: Die Mannschaft hat scheinbar endlich begriffen, was Abstiegskampf bedeutet. Das Erfolgserlebnis wird Mut für die kommenden Aufgaben geben. Schon an diesem Mittwoch steht das nächste Punktspiel an, dann sind die Cottbuser zu Gast am Hardtwald, die sich sicher für ihre Erstrundenniederlage im DFB-Pokal (0:3)sicher revanchieren wollen. Boysen machte sich nach dem Spiel schon wieder Gedanken wegen des kommenden Spiels: „Schade, dass die englische Woche jetzt kommt, denn wir haben viel läuferischen Aufwand betrieben.“

FC Ingolstadt: Özcan – da Costa, Mijatovic, Gunesch (68. Roger), Schäfer – Groß, Matip – Leitl (86. Heller), Caiuby – Eigler – Schäffler
SV Sandhausen: Ischdonat – Falkenberg, Pischorn, Schulz, Achenbach – Schauerte (81. Kandziora), Fießer, Tüting, Adler (65. Klotz) – Onuegbu (65. Wooten), Löning
Gelbe Karte: Schulz
Tore: 1:0 Eigler (19.), 1:1 Klotz (82.).
Zuschauer: 6547Schiedsrichter: Christian Fischer
 

(Pressemittelung des SV Sandhausen): Licht am Ende des Tunnels / „Lebenszeichen“ mit Remis Ingolstadt

(sim). Der SV Sandhausen als Neuling in der zweiten Bundesliga kann doch noch punkten: Nach sieglosen Wochen gab es beim FC 04 Ingolstadt ein 1:1 (1:0) Unentschieden, „das wir uns durch eine enorme Laufbereitschaft redlich verdient haben“, wie der neue Trainer Hans- Jürgen Boysen resümierte.

Er feierte damit einen geglückten Einstand und hofft, dass das Punktesammeln am Mittwoch zu Hause gegen FC Energie Cottbus weiter geht, „auch wenn die die Revanche für die Pokalniederlage im Visier haben“.

Boysen: „Unser Vorhaben in der Autostadt war es, stabil zu stehen und die vergangene Torflut zu verhindern. Auch wenn wir auf eine starke Truppe getroffen sind und zudem der Rückstand früh fiel, so glaube ich, das erreicht zu haben“. In die Viererkette kehrte nach wochenlanger Verletzungspause Daniel Schulz zurück, sodass Schulz und Pischorn bei brenzligen Situationen eine Bank waren und des weiteren die „Lufthoheit“ bei den Gästen lag. Zudem rückten Adler, Tüting und Onuegbu neu in die Stammformation. „Wir haben eine charakterstarke Mannschaft, wofür ich Gerd Dais danken möchte“, verteilte Boysen entsprechend „Blumen“ an seinen Vorgänger, der wiederum zu den Ersten zählte, um der Mannschaft per SMS zum Punktegewinn zu beglückwünschen.

Wie von Boysen prophezeit, machten die Gastgeber zu Beginn mächtig Druck und waren auf eine schnelle Führung aus. Die lag in der 12. und 16. Minute bereits „in der Luft“, ehe sie nach 19 Minute dann auch fiel. Stefan Leitl flankte von der rechten Eckfahne und Nürnberg Neuzugang Christian Eigler donnerte die Kugel unter die Querlatte. Fast im Gegenzug der Ausgleich, doch Frank Löning verließen frei vor Özcan die sonst so starken Torjägernerven.

Zwar hatten die Gastgeber noch die eine oder andere Möglichkeit, doch der Neuling wurde immer frecher und bot den Hausherren vor allem im zweiten Durchgang stets Paroli. FC-Trainer Tomas Oral nannte es deshalb auch als Versäumnis, „dass wir nicht das 2:0 nachgelegt haben“, bescheinigte seiner Mannschaft jedoch, „trotz des Remis auf einem guten Weg zu sein“. Acht Minuten vor dem Ende dann doch noch der Ausgleich.

Eine Diagonalflanke von Achenbach landete bei Nico Klotz, der eine Viertelstunde vorher eingewechselt wurde. Er machte kurzen Prozess: Nahm den Ball mit der Brust an und schob ihn rechts an dem FC-Keeper vorbei ins Netz. „Aufgrund der Leistung war der Treffer verdient. Es war der richtige Schritt und die beste Medizin sind in unserer Situation einmal Punkte“. Hans-Jürgen Boysen hat seinen ersten Arbeitstag an der Linie jedenfalls mit einer zufriedenen Heimfahrt beendet.

FC 04 Ingolstadt: Özcan; da Costa, Mijatovic, Gunesch (68. Roger), A. Schäfer; Groß, Matip; Leitl (86. Heller), Eigler, Caiuby; Schäffler.
SV Sandhausen: Ischdonat; Falkenberg, Pischorn, Schulz, Achenbach; Fießer, Tüting; Schauerte (81. Kandziora), Adler (66. Klotz); Onuegbu (66. Wooten), Löning.Tore: 1:0 (19.) Eigler, 1:1 (82.) Klotz,
Zuschauer: 6.547, Schiedsrichter: Christian Fischer (Hemer), gelbe Karte: Daniel Schulz (SVS). 

 

 

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