SVS: Fette 1:6 Klatsche gegen Hertha BSC Berlin

Fehlte als Rückhalt der Mannschaft im Tor, Daniel Ischdonat

Gegen die Hertha aus Berlin gab es für den SV Sandhausen die bisher höchste Saisonniederlage. Man unterlag mit 1:6 den in allen Belangen überlegenen Gästen. Insbesondere das Fehlen von Torhüter Ischdonat rächte sich bitter. Ersatztorhüter Langer breite zwar seine Schwingen aus, aber der Ball wollte sich meist nicht in ihnen verfangen. Wegen einer „Notbremse“ sah der überforderte Langer in der 64. Minute zudem noch ROT und in der Schlußphase „klepperte“ es dann fast im Minutentakt  im Sanhäuser Kasten. Das Ergebnis: Sandhausen ist auf dem letzten Tabellenplatz angekommen.

Die Tore: Adrian Ramos (28.), Peter Niemeyer (34.), Ronny (68. /Foulelfmeter), Sami Allagui (81.), Marcel Ndjeng (89.) und Ben Sahar (90.) trafen für Berlin.  Andrew Wooten (75.) für die überforderten Gastgeber.

Hertha BSC eine Nummer zu groß / Verdiente Niederlage

(sim). „Wir haben gegen die bislang stärkste Mannschaft auch in dieser Höhe verdient verloren“. Gerd Dais, der Trainer des Zweitligaaufsteigers SV Sandhausen sagte dies mit belegter Stimme und gratulierte seinem Kontrahenten von Hertha BSC, Jos Luhukay zum Sieg: „Unsere Gäste werden bei der Endabrechnung ganz oben stehen und für uns geht es bis zum letzten Spieltag um den Verbleib“.

Über die 1:6 (0:2) Niederlage im heimischen Hardtwaldstadion sollte man bei den Gastgebern vor der Rekordkulisse von 8.300, darunter etwa 2.000 Gästeanhänger, nicht zu lange lamentieren, denn die Berliner waren ganz einfach eine Nummer zu groß für den Neuling. Punkte, die beim Absturz ans Tabellenende fehlen, wurden sicherlich in anderen Partien „verschenkt“. Hinzu kam auf Gastgeberseite, dass mit Ischdonat, Achenbach und Fießer unmittelbar vor der Begegnung noch drei Stammkräfte absagen mussten, die bislang in allen Pflichtaufgaben im Einsatz waren. Dies alles will aber Präsident Jürgen Machmeier so nicht alleine stehen lassen: „Klar haben Spieler gefehlt, aber alle die auf dem Platz standen, erheben den Anspruch zweitligatauglich zu sein und werden dementsprechend auch bezahlt“. Er bemängelte ganz besonders das Zweikampfverhalten, „mit dem wir in der zweiten Liga sicherlich nicht bestehen können“.

Der unglücklichste Akteur auf dem Feld bis zu seiner roten Karte war Michael Langer. Jetzt hatte er die Bewährungschance durch die Erkrankung von Daniel Ischdonat und dann unterlaufen ihm sofort zwei folgenschwere Patzer: Beim 2:0 durch Niemeyer (34.) ging er wenige Meter vor seinem Kasten zu entschlossen an das Spielgerät, sodass vom Rücken des Berliner der Ball über die Linie flog und den von ihm verschuldeten Foulelfmeter verwandelte Ronny zum entscheidenden 3:0 in der 68. Minute.

Die Führung der Gäste, die eigentlich überfällig war, besorgte Ramos (28.) nach einer Kopfballstafette über Schulz und Lustenberger nach Eckstoß. Bereits zuvor brannte es lichterloh im SV-Strafraum nach Aktionen von Rommy (10./20.) und Ramos (18.). „Trotzdem ist es uns weit gehendst gelungen, kompakt zu stehen und die Räume eng zu machen. Schwierigkeiten hatten wird jedoch mit Standardsituationen, wie die beiden Treffer beweisen“, bemängelte Gerd Dais und fügt hinzu: „Nach vorne gab es keine Entlastung, es war Einbahnstrassen Fußball und im technisch taktischen Bereich erteilte uns Hertha eine Lehrstunde“.

In Unterzahl kamen die Platzherren nach 75 Minuten zum Ehrentreffer. Riemann zog auf der linken Seite und in seine flache Hereingabe lief der zuvor eingewechselte Andrew Wooten und schob ein. Langers Vertreter Philipp Kühn erlebte in den letzten zehn Minuten ebenfalls die Wirklichkeit der zweiten Liga. Allagui (81.), Ndjeng (89.) und Sahar (90.) sorgten dafür, dass die Hertha mit 6:1 den höchsten Saisonsieg feiern konnte unsd gleichzeitig im elften Spiel in Folge ungeschlagen blieb. Jos Luhukay sah deshalb auch einen mit Leichtfertigkeit heraus gespielten Erfolg, erkannte zudem viele schöne Spielzüge seiner Mannschaft und lobte: „Wir haben läuferisch viel investiert und wurden mit einem erfolgreichen Abend dafür belohnt“.

Wie geht es beim Aufsteiger weiter? „Wir dürfen jetzt nicht nach dem Motto Knüppel aus dem Sack reagieren. Noch sind 21 Spiele zu absolvieren und das Saisonziel, einen Platz über dem Strich zu sein, längst nicht in die Ferne gerückt“, betont ein trotzdem angekratzter Trainer Gerd Dais die Situation.

SV Sandhausen: Langer; Schauerte, Pirschorn, Morena, Kandziora; Glibo; Klotz (Wooten), Danneberg (67. Kühn), Tüting, Riemann (85. Blacha); Lönig.
Hertha BSC Berlin: Kraft; Pekarik, Lustenberger, Brooks, Bastians; Niemeyer, Kluge; Ndjeng, Ronny ((3. Mukhtar), Nico Schulz (76. Sahar); Ramos (73. Allagui).
 
Spielstatistik der Zweitligapartie SVS – Hertha BSC Berlin
Torschüsse 3 SVS und 24 Hertha BSC
Ballbesitz 35 % SVS und 65 % Hertha BSC
Zweikämpfe gewonnen 45 % SVS und 55 % Hertha BSC
Ecken 0 SSV und 7 Hertha BSC
Abseits 1 SVS und 2 Hertha BSC
Fouls 9 SVS und 9 Hertha BSC
Torschüsse 1 Kandziora SVS und 6 Ramos Hertha BSC
Torschussvorlagen je 1 Klotz und Riemann SVS und Ronny Hertha
Ballkontakte 65 Schauerte SVS und 135 Lustenberger Hertha
Zweikämpfe gewonnen 62 % Pischorn SVS, 73 % Lustenberger Hertha
Flanken 2 Kandziora SVS und 2 Schulz Hertha BSC
 
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