Systemrelevante Landwirtschaft: Gestern Kartoffelpflanzzeit – Morgen Spargelstechzeit

Maschinen im Kartoffelpflanzeinsatz bei Peter Köllner

(fwu – 3.4.20) Wo früher ganze Divisionen von fleißigen Menschen in der Landwirtschaft schufteten, sind heute in den meisten Fällen hocheffiziente Maschinen im Einsatz. Mit von menschlicher Hand kaum zu erreichender Präzision und unglaublicher Geschwindigkeit erledigen sie nun die Arbeit. Und weil das so schnell geht, sieht man die Arbeiten kaum noch und der Kontakt zur Landwirtschaft wird für den Normalsterblichen zu einem seltenen Erlebnis. Von den 80 Millionen Bundesbürgern arbeiten heute noch ca. 600.000 in diesem Bereich (Statistik), ernähren damit aber alle anderen 79,4 Millionen! Eine unglaubliche Entwicklung und Leistung dieses Wirtschaftszweiges.

Eine vierreihige all-in-one Kartoffelpflanzmaschine

Kartoffelpflanzung erfolgt maschinell

In den letzten Wochen konnte man beispielsweise auf den Feldern von Landwirtschaftsmeister Peter Köllner aus Sandhausen eine mächtige Kartoffelpflanzmaschine im Einsatz sehen. Dabei handelte es sich um eine von einem großen Schlepper gezogene all-in-one Maschine, die alle bei der Pflanzung erforderlichen Arbeitsschritte auf einmal erledigt.

Nach den ersten Metern wird genau geprüft of die Pflanztiefe und der Abstand der Kartoffeln zueinander stimmt

Anschließend kann es dann losgehen.

Sie legt die kleinen Pflanzkartoffeln (Knollen genannt) gleich in vier Reihen gleichzeitig in die Erde. Jede einzelne Kartoffel in genau der gleichen vorgegebenen Tiefe von 19 cm und in perfekt gleichem Abstand. Auch die Anhäufung der Kartoffeldämme erfolgt bei der All-In-One-Maschine automatisch. Das führt zu einer Geschwindigkeit von ca. 5 Hektar Auspflanzung in nur zwei bis drei Stunden. Dabei kommen etliche Tonnen Pflanzgut in die Erde. Insgesamt pflanzt Peter Köllner rund um Sandhausen und St. Leon-Rot ca. 30 Hektar Kartoffeln an. Aus jeder Knolle wachsen in den nächsten Monaten – abhängig von der gewählten Kartoffelart – bis zu einem Dutzend Kartoffeln heran. Die Ernte – auch wieder mittels leistungsfähiger Maschinen – kann dann je nach Wetter ab Mitte bis Ende Juni erfolgen.


Spargelhof KöllnerSpargelhof Köllner Logo 300x120


Spargelernte ist Handarbeit

Peter Köllner in seinem Hofladen mit frisch geerntetem Spargel im letzten Jahr

Im Gegensatz zur hochautomatisierten Kartoffelpflanzung und Ernte erfordert der Spargel heute bei der Ernte noch reine Handarbeit. Das mühselige Spargelstechen beginnt in den nächsten Tagen und ob es in der jetzigen Coronakrise ausreichend Saisonarbeiter geben wird, ist ein hochpolitisches Thema. Beim Spargelhof Peter Köllner haben sich schon jetzt viele Freunde, Bekannte und mitdenkende Menschen telefonisch gemeldet, um ihre Mithilfe beim Spargelstechen anzubieten. Wie und wann was genau passieren wird ist derzeit noch unklar. Klar ist aber, der Spargel darf nicht in der Erde bleiben.

Wenn Not am Manne ist, kommt es auf jeder Hand an (600.000 fehlen!) und vielleicht kommen dann in den nächsten Wochen doch Menschen mit der Landwirtschaft in Kontakt, die das bisher nie geglaubt hätten. Statt Urlaub-auf-dem-Bauernhof könnte es dann heißen Mithelfen-auf-dem-Bauernhof.  Einmal Spargelstecher sein, könnte auch ein Erlebnis fürs Leben werden! In einigen Tagen wissen wir mehr und werden berichten.

Eines jedenfalls ist und bleibt Fakt: Die Landwirtschaft ist auch ein wirklich systemrelevanter Bereich.


Über diese Websites kann man sich für Mithilfe / Aushilfe / Tätigkeit in der Landwirtschaft bewerben:

DasLandhilft.de

Auf der Website findet ihr detaillierte Informationen, Anleitungen und einen Erntekalender. Ihr könnt euch direkt auf einer Karte mit den Landwirten vernetzen. Die Website ist eine Initiative des Bundesverbands der Maschinenringe e.V.  in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Saisonarbeit-in-Deutschland.de

Die klassische Jobbörse der Landwirtschaft. Sie wurde vom Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e.V. entwickelt und wird vom Deutschen Bauernverband unterstützt und von der landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.

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