„Tanken am Leimbach“: Über 100 Teilnehmer auf Streifzug durch St. Ilgens Geschichte

(fwu – 8.3.24) Die Diljemer Nachtwächterführung des Stadtteilvereins waren auch in der Vergangenheit schon beliebt und gut besucht.  Die Anzahl der Teilnehmer an der „Tanken am Leimbach“-Führung überraschte dann aber selbst die Vereinsvorsitzende Helga Bender. Sie konnte über 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Bürgermeisterin Claudia Felden, an der ersten Station der Führung (s.u.) begrüßen.

Passend zum Führungstheme (Tanken, Autos, Verkehr) waren sie und weitere Mitglieder des Vereins mit Verkehrswarnwesten ausgestattet. Diese wurden auch benötigt, denn wenn ein „Demonstrationszug“ von über 100 Menschen die Straße überquert, dann dauert das eine Weile und die Autos müssen im Zweifel warten, bis der Lindwurm passiert hat. Helga Bender zeigt sich auch dabei souverän und regelte den Verkehr, damit Nachtwächter Jürgen Steinbächer und die Teilnehmer zu den verschiedenen Stationen gelangen konnten.

Station 1: Tankstelle Erben/Stern

Die Führung begann an der Tankstelle Erben/Stern in der Theodor-Heuss-Straße, wo Wolfgang Stern die Geschichte des Standorts lebhaft präsentierte. Ursprünglich als Fahrradgeschäft gegründet, wurde die Werkstatt 1950 um eine ARAL-Tankstelle erweitert. Unter Konrad Erben erfolgte der Ausbau zur LKW-Reparaturwerkstatt, und 1972 erhielt man sogar einen Vorvertrag für Mercedes Nutzfahrzeuge von der Daimler Benz AG.

Die Fortführung durch Schwiegersohn Wolfgang Stern 1975 und die spätere Umwandlung in eine GmbH im Jahr 1978 dokumentieren die kontinuierliche Entwicklung. Heute repräsentieren die Tochter und der Sohn der Familie Stern stolz das Unternehmen, das seit 2013 auch VW PKW und Nutzfahrzeuge vertreibt.

Station 2: Tankstelle Purkart

Die Nachtwächterführung führte weiter zur Tankstelle Purkart in der Leimbachstraße/Ecke Bahnhofstraße. Franz Purkart übernahm die Tankstelle im Juli 1967, nachdem er sie eigentlich nur zum Tanken aufsuchen wollte. Durch Zufall erfuhr er vom bevorstehenden Verkauf und schlug vor, die Tankstelle zu übernehmen. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Tankstelle zu einem festen Bestandteil der Gemeinde, bevor er schließlich mit der Werkstatt in die Hansastraße 1 umzog. Heute führt sein Sohn den Betrieb „Auto Purkart“ an diesem Standort.

Station 3: Schnapsbrennerei Kraft/Erben

Elke Herd trug die Geschichte der Schnapsbrennerei Kraft/Erben vor, die von Jakob und Marie Kraft in der Leimbachstraße 20 gegründet wurde. Die Brüder Kraft setzten die Tradition fort, doch nach dem tragischen Unfalltod von Albert Kraft übernahm Johannes Köhler den Betrieb. Neben der Schnapsbrennerei betrieb die Familie Kraft auch eine Wäscherei und die Firma Lodelwa, die Heizdecken herstellte. Die Leimbacher brachten häufig Mais zum Brennen, und die Brennerei war bekannt für ihre Spezialbrände, darunter der „Saurer Jakob“ und der mit echtem Gold veredelte „Goldlak“.

Station 4: Evangelische Kirche

Manfred Mattern führte die Teilnehmer zur Evangelischen Kirche und gewährte Einblicke in ihre bewegte Geschichte. Der Bau der Kirche begann 1914 und wurde 1916 feierlich eingeweiht. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Renovierungsarbeiten durchgeführt, wobei 1963 Veränderungen im Kirchenschiff vorgenommen wurden. In den 1990er Jahren erfolgte eine Rückbesinnung auf das ursprüngliche Design. Die Dreifaltigkeitskirche erhielt schließlich nach neun Jahren eine Orgel, die Rudi Sailer virtuos vorstellte.

Abschluss im Martin-Luther-Haus

Der Abend fand seinen gemütlichen Abschluss im Martin-Luther-Haus, wo der Stadtteilverein Schmalzbrote und Getränke bereitstellte. Dr. Karl-Peter Herb informierte die Gäste über die auf einer Leinwand gezeigten Bilder, und die Stimmung sowie die Resonanz auf die Veranstaltung waren äußerst positiv.

Das Vorbereitungsteam um Birgit Stumpf, Annette Ebinger, Gabriele Zinke, Helga Bender und Angela Weisgerber sowie die Referenten Wolfgang Stern, Franz Purkart, Elke Herd, Manfred Mattern und Rudi Sailer trugen maßgeblich zum Erfolg der Nachtwächterführung bei. Ein besonderer Dank ging an Elly Weißbrod, die ihren Bollerwagen wieder zur Verfügung stellte.

Die Bewohner von St. Ilgen freuen sich bereits auf die nächste Nachtwächterführung im Herbst, um erneut in die faszinierende Geschichte ihres Stadtteils einzutauchen.

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