Technikfehler mit gravierenden Folgen:
600.000 € Reparatur im Leimener Freibad
(fwu – 23.2.26) Im Freibad des Bäderparks Leimen gab es vor zwei Jahren einen schwerwiegenden technischen Defekt. Die Hebeanlage für das Schwimmerbecken fiel aus. Was technisch klingt, hatte handfeste Folgen: Wasser staute sich unter dem Becken. Der Druck von unten wurde zu groß. Der Stahlboden wölbte sich nach oben.
So etwas passiert zwar quasi über Nacht, und es repariert sich leider nicht so schnell. Zunächst musste geklärt werden, wie groß der Schaden tatsächlich ist. Gutachten, Kostenschätzung, Zeitplan. Genehmigung durch den Gemeinderat und das Regierungspräsidium. Das alles dauert.
Spezialauftrag – wenige Anbieter
Die Sanierung wurde öffentlich ausgeschrieben. Doch Firmen, die solche Arbeiten an Stahlbecken und Drainagesystemen durchführen können, sind rar. Das ist kein gewöhnlicher Tiefbau. Hier geht es um spezielle Beckentechnik, Abdichtung und Statik.
Es dauerte, bis Angebote eingingen. Erst nach Prüfung konnte die Vergabe erfolgen. Für die Verantwortlichen war das ein kritischer Punkt im Zeitplan. Rudi Kuhn von den Technischen Betrieben Leimen sagt offen, dass er erleichtert ist, dass es am Ende geklappt hat. Die passenden Firmen wurden gefunden. Die Verträge sind geschlossen. Jetzt kann gearbeitet werden.
Zwei Tage Flexarbeit
In der vergangenen Woche begann der Rückbau. Fünf Arbeiter standen über zehn Stunden täglich im Becken und trennten den alten Stahlboden mit der Flex heraus. Zwei volle Tage dauerte allein dieser Schritt. Nun folgen die Kanäle und die alte Drainage. Alles wird ausgebaut. Danach entsteht eine neue Drainage als Grundlage für den neuen Stahlboden.
Ziel ist die Fertigstellung bis Ende April. Dann wird das Becken gefüllt. Das Gesundheitsamt prüft das Wasser. Es muss aufgeheizt werden. Wenn Wetter und Ablauf mitspielen, öffnet das Freibad am Samstag vor Pfingsten. Regen oder ein später Wintereinbruch würden den Plan verzögern. Draußen arbeitet es sich anders als in einer Halle.
600.000 Euro – 50.000 zahlt Versichedrung
Rund 600.000 Euro kostet die Reparatur. Etwa 50.000 Euro übernimmt die Versicherung. Den überwiegenden Teil trägt also die Stadt. Bürgermeisterin Claudia Felden zeigte sich bei einem Ortstermin am 17. Februar zuversichtlich, dass der Zeitplan hält. Neben ihr erläuterten Rudi Kuhn und der stellv. Betriebsleiter Tobias Hornisch die einzelnen Schritte. Recycelt wird, was wiederverwendbar ist. Kies und Sand bleiben erhalten. Stahl wird fachgerecht entsorgt.
Neubecken im Altbecken
Das heutige Becken steht im ursprünglichen Becken aus der Zeit vor der mißglückten PPP-Partnerschaft. Die jetzige Sanierung greift damit auch in ältere Strukturen ein. Neu hinzu kommt eine feste Einstiegstreppe. Sie erleichtert Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit den Zugang ins Wasser deutlich. Der vorhandene Beckenlifter bleibt weiter in Betrieb. Wer weder Leiter noch Treppe nutzen kann, hat damit weiterhin eine sichere Lösung.
PS: Manchmal hängt ein Sommer daran, ob sich eine Spezialfirma rechtzeitig meldet.
Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=200056
















































