Tipps zur Absicherung gegen Einbrecher

Einbrecher bricht in ein Haus ein

Vor allem Fenster und Balkon- bzw. Terassentüren sind für Einbrecher häufig eine Einladung. Bildquelle: sirtravelalot – 673914760 / Shutterstock.com

In einer Woche beginnen die Sommerferien in vielen Bundesländern. Viele Familien nutzen diese Zeit, um in den Urlaub zu fahren, aber auch die Einbrecher haben dann Hochsaison. Damit Sie bei der Rückkehr kein leergeräumtes Haus vorfinden, geben wir Tipps zur Absicherung von Haus und Wohnung gegen Einbrecher.

Die Einbruchszahlen sind 2016 zwar gesunken, jedoch bleiben sie auf einem hohen Niveau. Insgesamt wurden in Deutschland etwa 151.000 Wohnungseinbrüche bei der Polizei angezeigt. Das entsprich einem Rückgang von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2015 wurden noch 167.000 Einbrüche gezählt.

Gestiegen sind die Einbruchszahlen nur in Sachsen und in Sachsen-Anhalt. In Baden-Württemberg gingen die Zahlen kongruent mit den deutschlandweiten Statistiken zurück. Auch hier war ein Rückgang von knapp zehn Prozent zu verzeichnen. Insgesamt lag die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle in Baden-Württemberg bei 11.095 (2015: 12.255). Um ihr Haus oder die Wohnung besser vor Einbrechern zu schützen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Natürlich können die Maßnahmen keinen Schutz garantieren. Denn wenn ein Einbrecher genügend Zeit hat, kann er in so gut wie jede Wohnung eindringen. Um Einbrecher von ihrem Haus fernzuhalten, genügt es bereits, besser zu sein als der Nachbar. Wenn die Kriminellen zu viele Hindernisse erkennen, suchen sie sich in der Regel ein leichteres Ziel. Abschreckend wirken vor allem technische Sicherungsmaßnahmen wie eine Videoüberwachung.

Videoüberwachung installieren

Rechtlich unbedenklich für Hausbesitzer ist es, wenn das eigene Grundstück mit einer Kamera gefilmt wird. Jedoch ist die Videoüberwachung verboten, wenn durch die Kameras auch öffentlicher Raum oder sogar Teile des Nachbargrundstücks aufgenommen werden. Zusätzlich muss mit einem Schild darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Grundstück unter Videoüberwachung steht.

Auf jeden Fall sollte man das Gespräch mit den Nachbarn suchen, wenn man solch eine Videoüberwachung installiert. Ansonsten kann sich Ärger mit den Mitmenschen einstellen, da sich viele nicht ohne Grund in ihrer Privatsphäre verletzt fühlen, wenn sie das Gefühl haben, auf Video aufgenommen zu werden.

Kamera-Attrappen zu installieren wird indes nicht von der Polizei empfohlen, da Attrappen Einbrecher weniger entmutigen, als dass sie ihnen das Gefühl vermitteln, dass sich hier der Einbruch besonders lohnen muss. „Überwachungskameras müssen aber nicht teuer sein. Für kleine Flächen wie Häuser und Ladengeschäfte empfehlen sich SDI- oder AHD-Kabel-Videosysteme, die digital (SDI) oder analog (AHD) die Videoüberwachung übernehmen“, so ein Sicherheitsexperte von topsicherheit.de.

Grundsätzliches beachten

Neben einer Videoüberwachung gibt es selbstverständlich noch mehr Maßnahmen, die abschreckend wirken. Zuvorderst ist es wichtig, die grundsätzlichen Regeln einzuhalten, um auch im Fall der Fälle Schadensansprüche aus der Hausratsversicherung ersetzt zu bekommen. Dazu zählen:

  • Das Abschließen der Haustür
  • Die Fenster komplett schließen und nicht kippen
  • Die Schlösser bei Verlust eines Schlüssels möglichst zügig austauschen
  • Keinen Ersatzschlüssel im Freien verstecken
  • Gartenmöbel, Mülltonnen oder Sonstiges zum Aufstieg in höhere Stockwerke sicher verwahren

Werden solch einfache Regeln missachtet, kann es dazu kommen, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt, weil der Versicherungsnehmer grob fahrlässig handelt.

Ein bewohntes Haus ist ein sicheres Haus

In den meisten Fällen versuchen Einbrecher den Kontakt mit den Besitzern oder Mietern zu vermeiden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll und häufig schon ausreichend, wenn das Haus oder die Wohnung einen bewohnten Eindruck hinterlässt. Dafür gibt es mehrere einfache Maßnahmen:

  • Das Licht mit Zeitschaltuhren in mehreren Räumen ein- und ausschalten
  • Elektrische Rollläden mit Zeitschaltuhren tagsüber hoch- und abends runterfahren lassen
  • Den Briefkasten von einem Nachbarn, Freund oder Familienmitglied leeren lassen; dieser kann bei der Gelegenheit auch gleich die Blumen gießen oder die Fische füttern
  • Elektronische Hilfsmittel simulieren beispielsweise Hundegebell oder das Flimmern eines Fernsehers

Sicherung der Eingangstür

Eine schlecht gesicherte Wohnungstür stellt für versierte Einbrecher kein großes Hindernis dar, das nicht in wenigen Minuten überwunden werden könne. Daher sollten Sie hier, wenn Sie Eigentümer sind, Wert auf erhöhte Sicherheit legen. Auch hier gibt es wieder mehrere Maßnahmen zu ergreifen:

  • Schließzylinder mithilfe von Türbeschlägen abdecken. Das verhindert, dass ein Schloss aus der Tür herausgezogen werden kann, nachdem es aufgebohrt wurde.
  • Installation verlängerter Schließbleche, die bis ins Mauerwerk der Türöffnung reichen. Dadurch wird das Aufbrechen mit einer Brechstange deutlich schwieriger.
  • Panzerriegel über die Breite der Tür montieren.

Auch für Fenster gibt es Sicherheitsmaßnahmen, über die „Standardfenster“ nicht verfügen:

  • Fenster mit Pilzkopfzapfen, die einrasten, wenn das Fenster geschlossen wird. Ein Aufbrechen mit einem Brecheisen oder Schraubendreher wird dadurch erschwert.
  • Scharnierseitensicherung zur Sicherung der Bandseiten.
  • Installation von Zusatzschlössern an gefährdeten Fenstern.

Welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, kann mit einem Experten besprochen werden. Auch die Polizei bietet ihre Hilfe an, wenn es um den Schutz vor Einbrechern gilt. Welche Beratungsstelle in Ihrer Nähe liegt, erfahren Sie über die Beratungsstellensuche der Polizei.

Auch das Informationsmobil des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg wurde unlängst als mobile Einbruchschutz-Beratungsstelle genutzt. Im Zuge der Kriminalprävention kommen Fachberater der Polizei sogar zu den Interessenten nach Hause, um Schwachstellen aufzudecken und Maßnahmen zu besprechen.

Einbrecher haben auch Facebook

Vorsichtig sollte man auch mit seinen Posts in sozialen Netzwerken umgehen. Es ist nicht zu empfehlen, im Internet bekannt zu machen, wann man in den Urlaub fährt. Auch die Statusanzeige sollte nicht dazu genutzt werden, um anderen mitzuteilen, was man gerade im Urlaub macht. Warten Sie lieber bis nach dem Urlaub mit dem Hochladen von Bildern und Erlebnissen, damit Sie bei der Rückkehr keine böse Überraschung erleben.

Die hier vorgestellten Tipps sind übrigens nicht nur für den Urlaub geeignet. Auch wenn Sie nur kurze Zeit nicht zu Hause sind, sollten Sie zumindest einige davon beherzigen. Ein kleines Zeitfenster reicht den Einbrechern bereits aus, denn im Durchschnitt benötigt ein Krimineller für einen Einbruch gerade einmal 15 Minuten.

Vor allem während der Dämmerung sollten Sie vorsichtig sein, denn zu dieser Zeit geschehen die meisten Wohnungseinbrüche. In dieser Zeit gehen auch die meisten Bürgerwehren auf Einbrecherjagd. Vor allem in Gebieten mit wenig Polizeipräsenz kann eine Bürgerwehr abschreckend wirken oder bei der Identifikation von Tatverdächtigen helfen.

Bildquelle: sirtravelalot – 673914760 / Shutterstock.com

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