Turm Apotheke spendet 1.000 Euro an den Leimener Sozialverein „Auf Augenhöhe“

(wm) Die Apotheke zählt in den Zeiten von Corona zu den „systemrelevanten Berufen“. Nun dies ist zwar eine neu geschaffene Begrifflichkeit, aber ansonsten keine neue Erkenntnis, denn relevant ist die Institution Apotheke für die Menschen seit bald 800 Jahren.

v.l.: Oberbürgermeister Hans Reinwald – hinter der Glaswand Apothekerin Julia Bittler,  Apotheker Wolfgang Müller (Vater)

Sie versorgt mit einem gesetzlichen Auftrag die Menschen mit Arzneimitteln, sie stellt welche her, sie berät die Menschen und sie ist unabhängiger „Lotse“ mit oftmals sogar „seelsorgerischen“ Fähigkeiten, nach denen die Menschen oft nachfragen und bitten, weil sie diese Zuwendung und dieses „Gehört-werden-wollen“ in der Welt von Google und Amazon nicht bekommen.

Die Vorort-Apotheke hat sich als unersetzlich erwiesen. Und das Team der Turm Apotheke hat bislang ihr Bestes gegeben und tut es weiter: als es keine fertigen Hände -Desinfektionsmittel mehr gab, hat man selbst welche hergestellt, um schnell und unbürokratisch (und sehr oft kostenlos) u.a. Arztpraxen, Altenheime, Kindergärten, Polizeibehörde und Kirchen zu versorgen. So was können Amazon, Google und Internet Apotheken nicht leisten.

Zudem reiht sich die Apotheke ein in das Angebot der Leimener Betriebe: auch sie liefert, insbesondere für ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. Die Beschaffung von (qualitativ hochwertigen!) Schutzmasken und Einmalhandschuhen (sehr häufig für die häusliche Pflege) war und ist auch jetzt noch immer wieder problematisch und kritisch und bedarf einer täglichen logistischen Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Ganz zu schweigen von der nicht befriedigenden Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen, insbesondere Grippeimpfstoffen und Impfstoffen gegen Lungenentzündung. Ja und weiterhin mehr als unbefriedigend ist die Lieferfähigkeit vieler, klassischer Arzneimittel von Blutdruck bis Schilddrüse, von Diabetes bis Psychopharmaka. Denn hier rächen sich die Versäumnisse aus der Vergangenheit, ganze Wirkstoffproduktionen aus preislichen Gründen nach Fernost, nach China und Indien zu verlagern und nicht mehr in Europa zu produzieren.

Die Bundesregierung will diesen Weg wieder „umkehren“, aber das dauert und gelingt nicht von heute auf morgen. Was lernen wir daraus? Gesundheit und Arzneimittel sind „Güter“, die nicht nach nur marktwirtschaftlichen Überlegungen gehandelt und beurteilt werden dürfen. Und was machen wir in dieser Situation? Wir „verwalten tagtäglich den Mangel“ und suchen permanent nach Alternativen und nach gleichwertigen „Ersatzlösungen“.

Das ist gelebte Pharmazie des Alltags zum Wohle der Bevölkerung in den Zeiten von Corona. Und da man – bei allem Engagement – unternehmerisch zudem bestehen konnte, war es Wolfgang Müller und Tochter Julia Bittler ein Bedürfnis, 1.000,00 Euro für Leimener zu spenden, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Diese Spende nahm Oberbürgermeister Hans D. Reinwald dankend entgegen und betonte seinerseits nochmals die Unersetzbarkeit der Apotheke Vor-Ort, was sich noch mehr in Corona-Zeiten zeigt.

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