Verkehr(t) in Sandhausen: Radtour der Alternativen Liste mit MdL Katzenstein

(sh – 9.4.19) Ein Dutzend Teilnehmende fanden sich mit ihrem Fahrrad beim Treffpunkt vor der Gemeindebibliothek ein. Als Spitzenkandidat der Alternativen Liste Sandhausen begrüßte Lukas Öfele auch den Grünen Landtagsabgeordneten und Verkehrspolitiker Hermino Katzenstein, der mit S-Bahn und Faltrad angereist war.

Mit der Büchertstraße wurde an Ort und Stelle der erste „Fall“ in Augenschein genommen. Viele Schülerinnen und Schüler auch von außerhalb fahren hier entlang zum Schulzentrum. „Wie wäre es, für ihre Sicherheit diese Straße in eine Fahrradstraße umzuwandeln?“, regte Öfele an. Dies würde den Radlern Vorrang vor dem motorisierten Verkehr und damit mehr Aufmerksamkeit und Sicherheit bringen, zeigte sich der 27-Jährige überzeugt. Begrüßt wurde auch, dass Radfahrende nebeneinander fahren dürften, was Jugendliche ja ohnehin gern tun.

Als kritisch empfanden die Teilnehmenden den viel befahrenen Abschnitt von der Bahnhofstraße zum Abzweig der Gottlieb-Daimler-Straße, die zum Aldi und dm-Markt führt. Öfele bezweifelte, dass der Radverkehr hier die vorherrschende Verkehrsart sei und sah hier eine Hürde für die Umsetzung. Man könnte die Fahrradstraße erst im Abschnitt hinter dem Abzweig ausweisen, regte Katzenstein an und ergänzte: „Grundsätzlich wäre das eine feine Sache.“

Eine Teilnehmerin regte an, auf der Westseite der Büchertstraße zwischen Bahnhofstraße und Gottlieb-Daimler-Straße eine Parkverbotszone auszuweisen. Wegen parkender Autos werde der Verkehrsfluss und auch die Sicherheit vor allem für die Radfahrenden zur Schule beeinträchtigt. Parkmöglichkeiten fänden sich auch unter der Brücke. Öfele, der einen Maßnahmenkatalog für den Radverkehr in Sandhausen erarbeitet, nahm den Vorschlag der Bürgerin dankbar auf.

Die Tour führte über die Große Lachstraße, wo die Gruppe an der Einmündung Kleine Ringstraße einen Halt einlegte. Auf Betreiben der AL Sandhausen war diese Einbahnstraße (und fünf weitere) gegen erheblichen Widerstand für den Radverkehr in der Gegenrichtung freigegeben worden. Das Verkehrschaos, das einige für die Öffnung vorhergesagt hatten, sei ausgeblieben, sagte er augenzwinkernd.

Bei der Post wurde die Verkehrssituation in der frisch sanierten Hauptstraße begutachtet. Der Abgeordnete zeigte sich entsetzt als er sah, wie Autofahrer dem entgegenkommenden Bus mit einem Schlenker über den schmalen Gehweg auswichen. „Das ist ja kriminell!“, entfuhr es ihm. Er schlug eine Ampel oder alternativ eine Einbahnstraße vor.

AL-Fraktionssprecher Gerhard Hettinger winkte ab. „Wurde alles abgelehnt“, berichtete er. Die Einbahnstraßenregelung mit der Begründung, dass alle außenrum sich beschweren würden und der Bus einen Umweg fahren müsse. Dabei – so Hettinger – musste die Hauptstraße während der Bauzeit ohnehin gesperrt werden, „da ging es ja auch“. „Zwei Wochen lang gab es Beschwerden, dann war Ruhe.“

Eine Teilnehmerin störte sich an dem neu verlegten Pflaster, das für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl nicht geeignet sei: „Wenn ich meinen Vater über das Pflaster schiebe muss ich aufpassen, dass ihm nicht das Gebiss rausfällt.“

Die nächste Station war die Heidelberger Straße. Hier endet der Radstreifen vor der Bushaltestelle, hinter der die Straße Am Leimbachring einmündet. Erst dahinter beginnt der Radweg. „Wenn hier eine Spur für Radfahrer wäre würde man sich sicherer fühlen“, sagte eine Teilnehmerin. Mit Hinweis auf die Breite des Gehwegs regte Hettinger an, die Randsteine zu entfernen und durch eine Verbreiterung des Straßenraums Platz für Radfahrer zu schaffen.

„Wichtig ist, dass man als Radfahrer selbstbewusst ist und sich nicht an den Rand drängen lässt. Zugleich sollte man defensiv fahren und im Hinterkopf behalten, dass Verkehrsteilnehmer auch Fehler machen“, sagte Öfele. „Wir Radfahrer sind Verkehr und keine Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse“, betonte auch Katzenstein.

Durch ruhiges Wohngebiet führte die Route über den Leimbachring weiter zum Neubachweg. Eine Umlaufsperre behinderte das unbeschwerte Radeln. Mit seinem Fahrradanhänger musste der Kandidat der AL Sandhausen Maßarbeit leisten. Er schlug vor, die Sperre zu beseitigen und durch Sperrpfosten zu ersetzen. Katzenstein nannte die Empfehlung, dass Poller reflektierend sein sollten und zusätzlich auf dem Boden Markierungen angebracht werden sollten. Anhand eines Ortsplans wurden weitere kritische Stellen diskutiert, darunter auch der geplante Verlauf einer Route des Landesradwegenetzes, die durch Sandhausen führt.

Im Anschluss an die Tour hielt Hermino Katzenstein einen interessanten Vortrag zum Thema „emissionsfreier Verkehr und ÖPNV in der Region“.

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