Vernissage „Tanz und Bewegung“ – Begeisternder Auftritt der „Floor LegendZ“

v.l.: Lisa Taube, Oberbürgermeister Hans Reinwald, Alexander Grünewald, Walter Fogel

(fwu – 14.7.22) Der Leimener Kunstverein konnte nach zwei Jahren Conona-Pause am letzten Samstag erstmals wieder der Öffentlichkeit eine Ausstellung präsentieren, die in der Alten Fabrik in Leimen noch bis 28. August zu sehen ist. Eröffnet wurde die Ausstellung „Tanz und Bewegung“ durch ein spontanes Grußwort von Oberbürgermeister Hans Reinwald, der die ausgestellten Werke als inspirierend und spannend und die Alte Fabrik als sehr geeignet für Ausstellungen bezeichnete. Dies wurde von dem anwesenden Publikum, darunter die Stadträte Michael Reinig, Alexander Hahn, Ralf Frühwirt und Christa Hassenpflug, mit starkem Applaus bedacht.

Nach ihm begrüßte die Stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins Lisa Taube die Gäste und den ausstellenden Künstler Walter Fogel. Sie erläuterte, dass dies die erste Ausstellung des Vereins unter dem neuen Vorstandsteam mit dem Vorsitzenden Alexander Grünewald sei und forderte das Publikum auf, einen neugierigen Blick auf die Kunst des vielfach preisgekrönten Werbe- und Kunstfotografen zu richten.

Auch der Künstler Walter Vogel selbst zeigte, dass er den Breakdance-Kopfstand beherrscht.

Ein Interview mit Walter Vogel durch den Vereinsvorsitzenden Alexander Grünewald folgte, dessen Resüme wir unten wiedergeben dürfen. Beim begeisternden Auftritt der Artisten von Floor LegendZ, die mit ihrer Break-Dance-Show die Grenzen der Biologie und Körperphysik nahezu überschritten, waren die Zuschauer fasziniert. Das normalerweise sehr zurückhaltend-gesittete Kunstverein-Publikum konnte davon kaum genug bekommen und forderte lautstark (!) „Zugabe“!

Die Ausstellung der Werke von Walter Fogel kann noch bis Ende August in der Alten Fabrik besichtigt werden.


Erläuterungen von Walter Fogel zu seinem Wirken:

Mit den Kopfstandbildern fing eigentlich alles an. 2010 durfte ich meinen Sohn Adrian zum Breakdance Training in die Sporthalle nach Ittlingen begleiten. Laute fetzige Musik eine lockere entspannte Atmosphäre und die B-Boy Artisten von Floor LegendZ am liebsten hätte ich da sofort mitgemacht, aber ich hatte ja meine Kamera.

Aus den Bewegungen der B-Boys auch Moves genannt entstanden lässige Bewegungsskulpturen, die ich dann in mein fotografisches Notizbuch aufnehmen konnte. Nachdem das erste gegenseitige Beschnuppern erfolgreich überwunden wurde, entstand eine bis heute andauernde Zusammenarbeit.

Während einer Gruppenaufnahme in einer Autowerkstatt hat mich Arnold Nuss aufgefordert auf den Auslöser zu drücken, wenn er bis 3 gezählt hat. Er stand dann auf dem Kopf, hat die Arme hoch gerissen und das erste Headstand Foto war geboren. Kombiniert mit den zahlreichen alltäglichen Hintergründen in den verschiedenen Stadtlandschaften vom Garagentor, Eisdiele, Hinterhöfen bis zum Müllberg hinter einem Restaurant in London, wie in dem Eingangsbild in dieser Ausstellung (mit Adrian als B-Boy) wird das menschliche Ausrufezeichen zu einem Aktion Hero auf einem abstrakten Bühnenbild.

Mit diesem Headstand Projekt konnte ich 2016 den international ausgeschriebenen Ideenwettbewerb von Pentax gewinnen. Als Belohnung durfte ich den Jahreskalender 2016 gestalten, der wiederum vom Grafischen Club Stuttgart mit einem Gregor ausgezeichnet wurde! Selbst Sony ist auf diesen Zug
aufgesprungen und hat ein Filmteam aus London nach Ittlingen geschickt, um einen Werbefilm mit den Floor LegendZ Artisten zu drehen und mich zum Werbebotschafter für die ALPHA6000 Kamera zu machen.

Die Breakdance Bilder wurden zu dieser Zeit fast ausschließlich „on location“ fotografiert bis mich die professionelle Flamenco Tänzerin Suzann Bustani (zugleich uralt Freundin der Fogelfamilie) auf die Idee brachte, Ihre Kunst in meinem Fotostudio zu fotografieren. Dabei wollte ich weg von den üblichen eher dunklen Flamenco Hintergründen hin zu einer modernen Bildsprache.

Auch die Stadträte Michael Reinig, Alexander Hahn, Ralf Frühwirt und Christa Hassenpflug waren nach der Performance im Breakdance-Fieber

Eine weiße Hohlkehle, längere Belichtungszeiten kombiniert mit externer Blitztechnik und die Tänzerin scheint sich im Hintergrund aufzulösen wird abstrakt und gewinnt an Leichtigkeit. Diese Technik habe ich dann auch noch auf die rhythmische Sportgymnastik angewendet. Hier überlagern die Bänder den Körper der Tänzerinnen es entstehen grafische Bewegungsmuster, die mit dem Hintergrund verschmelzen.

Meine langjährige Freundin Kerstin Weinberger hat mir den wunderbaren Balletttänzer Yuhao Guo, Dozent an der Tanzakademie Mannheim, vorgestellt, der sofort bereit war, mir mit seinen zwei Schülern Virginia Vorraro und Gabriel Capizzi Model zu stehen. Auch hier wollte ich durch die gezielte Bewegungsunschärfe sogenannte Klangskulpturen schaffen, die Bilder scheinen zu vibrieren man spürt die Musik in denen sich die Körper bewegen.

Zusätzlich komponierte  ich dann noch neue Körper mit dem Photoshop, eine inspirierende Arbeit und natürlich immer mit der passenden Musik in dem Fall Wagner damit die Ergebnisse außergewöhnlich werden. Solche Klangskulpturen habe ich dann auch mit den B-Boys in dem Fall Vanesco und Nino Böhm in meinem Fotostudio geschaffen, natürlich mit anderer Musik im Hintergrund! Interessant ist in dem Zusammenhang auch, dass oft das Festhalten des Moments kurz vor dem Endpunkt des Moves, noch interessantere Körperskulpturen entstehen lassen.

Die Serie Camouflage wurde beeinflusst durch die Begegnung mit dem Bühnenbildner Roland Olbeter von der spanischen Gruppe La Fura dels Baus, den ich in der Oper in Valencia und in Mailand kennengelernt habe, als ich dort die Wagner Opern fotografieren durfte. Bei der Walküre Aufführung in der Scala war über die Bühne eine riesige Gaze gespannt, auf die eine sich bewegende Wildpferdherde projeziert wurde. Diese verschmolzen mit den Opernsängern zu einem Gesamtbild und an diese Sandwichtechnik habe ich mich erinnert, als meine Camouflage Serie geboren wurde.

Die Tänzer verbinden sich mit Elementen aus der Tier- und Pflanzenwelt. So entstehen Bühnenbilder, in der sich die Tänzer in einer eigenen Traumwelt bewegen. Aus dieser Bilderserie habe ich dann den Camouflage Kalender gestaltet, mit einem immerwährenden Kalendarium. Auch dieser Kalender schaffte es in die Endauswahl des Grafischen Klubs in Stuttgart. 

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