Verwirrend und überraschend: „Lounge“ statt „Grieche“ und „St. Ilgen“ statt „Nußloch“

Loungeview to the garden

Schon seit 1979 betreibt Familie Antimisaris die Restauration des Angelsportverein NußLoch 1965 e.V. (sic!). Soweit so gut. Doch die Massengasse in Nußloch läßt sich im „gefühlten“ Nußloch nicht finden, ist sie doch nur über St. Ilgener Gemarkung erreichbar und liegt als Nußlocher Territorium auf der „falschen“, nämlich der St. Ilgener Seite der  B3 <Karte>.  Also quasi Exterritorialgebiet.

Seit vier Jahren heißt die Restauration jetzt außerdem „Lichtenau Lounge“ und „In der Lichtenau“ ist eindeutig eine Straße, zwar in unmittelbarer Nähe des Restaurants, aber in einer „anderen“ Stadt, nämlich auf St. Ilgener / Leimener Gemarkung.

Understatement pur ...

Zur örtlichen Verwirrung hinzu kommt jedoch noch eine handfeste gastronomische Überraschung. Nach „Fischerhaus-Nußloch“ wurde jahrzehntelang der „Grieche-am-See“ nach vorne gestellt. Zu Recht, denn es handelte sich um ein typisch griechisches Restaurant an einem wirklich idyllischen See.

Der heutige Ausflügler jedoch, der bis zur Massengasse vordringt, sieht am Haus zuerst die großzügig ausgelegte Aufschrift „Angelsportverein NußLoch e.V.“ mit zwei „hübsch“ gemalten Fischen (Karpfen?). Von der Straße aus macht das Ganze denn auch einen „idyllischen“ (naturbelassenen) Eindruck. Wer aus Hunger oder Neugierde den Weg hinunter zur Terrasse und Eingang findet, fängt jedoch an, sich zu wundern.

Weniger is(s)t Mehr. Stylish statt historisch.

Schon die Eingangstür sieht ziemlich modern und nicht nach dem so großzügig avisierten „Fischerhaus“ und „Angelsportverein“ aus. Und wer eintritt, erleidet den endgültigen Dissonanzschock. Statt „Anglerambiente“ findet er/sie sich in der „Lichtenau-Lounge“ wieder: Stylish, minimalistisch, avantgardistisch!

Wer nach dem typischen „Griechen-am-See“ suchte, nach Sirtaki-Musik, Statuen und Fresken, dem Sprachkurs auf der Serviette, dem Ouzo auf´s Haus vor und/oder nach dem Essen: „Überraschung!

Diese alt-traditionellen Zöpfe wurden in der Lounge endgültig gekappt. Hier wird nun eine Modernität gepflegt, die man in Berlin, Paris, London oder New York erwartet hätte, aber nicht an dieser „Location“.

Auch an der Bar: klare & überschaubare Einteilung - Spezialitäten inklusive

Ein durchdachtes und bis in´s Detail durchgesetztes urban-gastronomisches Konzept. Eine „echte“ Lounge“, nicht nur dem Namen nach. Mit einem Blick durch die entsprechend „hip“ gestylten Fenster auf einen See, der aus dem Lounge-Blickwinkel ein „NY – Central Park Feeling“ aufkommen läßt.

Mit einer Speisekarte, auf der lediglich noch einige griechische Reminiszenzen zu finden sind, dafür aber internationale Küche und eine Getränkeauswahl für Kenner. Mit Afri- statt Coca-Cola und „Markers Mark“ Kentucky Straight Bourbon Whisky statt Ouzu (den es aber immer auch noch gibt!). Die Küche ist ausgesprochen gepflegt, die Preise angemessen.

Stylish bis in den "Intimbereich". "Seaview" auf den Toiletten.

Wenn beim Gast die erste Überraschung nach ungläubiges Staunen in Anerkennung für die nahezu perfekte Übersetzung des modernen gastronomischen Konzeptes übergegangen ist, hat das ehemalige „Fischerhaus“ oder der „Grieche-am-See“  meist einen neuen Stammgast für die „Lichtenau-Lounge“ gewonnen. Seit dem Umbau vor vier Jahren durch die 2. Generation Antimisaris eine echte „Location„, statt eines Standard-Restaurants.

Ob Nußloch oder St. Ilgen wird da völlig egal! Die „Lichtenau-Lounge“ sucht auch im deutlich weiteren Umfeld ihresgleichen.

 

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