Götterblitze, Knallerei und leider viel Müll: Eine kritische Silvesterbetrachtung
(fwu – 31.12.25) Wenn in der Silvesternacht die Raketen gen Himmel schießen, das Firmament zuckend aufglüht und der Lärmpegel an die Schreie antiker Schlachtfelder erinnert, dann wird offenbar: Der Mensch will nicht still ins neue Jahr gleiten. Nein, er will – ja, er muss – es mit Getöse erzwingen.
Woher rührt dieses archaische Bedürfnis nach Licht und Lärm? Vielleicht, so möchte man spekulieren, liegt die Wurzel im mythischen Fundus der Menschheit. Zeus, der olympische Donnerer, schleuderte seine Blitze als Ausdruck göttlicher Souveränität. Wer donnerte, herrschte. Wer das Licht aus dem Dunkel riss, war Schöpfer – oder wenigstens Zerstörer. Und auch die germanischen Götter, allen voran Thor mit seinem Mjölnir, waren keine Leisetreter. Der Himmel war ihre Arena, das Geräusch ihre Signatur.
Doch – und hierin liegt ein entscheidender Unterschied – Zeus’ Blitze hinterließen keinen Müll. Auch Thors Gewitterdonner verteilte keine leeren Champagnerflaschen, Raketenstiele oder verkohlten Plastikreste auf den Straßen Midgards. Der Mensch hingegen, stets bemüht, das Erhabene mit dem Profanen zu verbinden, schafft es mühelos, aus einem metaphysischen Spektakel eine ganz irdische Müllhalde zu machen.
Drum sei – nach aller pyrotechnischen Ekstase – zur Mäßigung gemahnt und zur Ordnung aufgerufen! Lassen wir’s bei einer Nacht der Ballerei bewenden, und sorgen wir am Morgen danach mit Besen und Bürgersinn dafür, dass der Boden nicht das Gegenteil des Himmels bleibt. Die Welt braucht nicht mehr Feuerwerk – sondern mehr Rücksicht. Auch darin liegt ein göttlicher Funken wahrer Größe.
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