Vom Wanderpfad zum Mountainbike-Trail: So entstand der Maulwurf-Trail Spechbach
(rnk – 2.5.26) Zwischen Spechbach, Epfenbach und Lobbach führt ein rund fünf Kilometer langer Mountainbike-Rundkurs durch den Wald. Der Maulwurf-Trail zeigt, wie ein legal ausgewiesener Trail entstehen kann, wenn Forst, Verwaltung und Mountainbiker früh miteinander sprechen und Aufgaben klar verteilen.
Vom schmalen Pfad zum offiziellen Trail

Am Eingang des Maulwurf-Trails Spechbach weist eine Infotafel auf Strecke, Regeln und Informationen zum Rundkurs hin. Bildquelle: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
Im Wald gelten in Baden-Württemberg klare Regeln: Radfahren ist grundsätzlich nur auf Wegen erlaubt, die breiter als zwei Meter sind. Für schmalere Strecken kann es Ausnahmen geben, wenn sie ausdrücklich ausgewiesen und naturverträglich geplant werden.
Der Maulwurf-Trail ist eine solche Ausnahme. Grundlage war ein bereits vorhandener schmaler Wanderpfad im Spechbacher Wald. 2019 wurde dieser Pfad zu einem befahrbaren Mountainbike-Trail umgebaut. Seit 2020 ist die Strecke offiziell ausgewiesen und in Betrieb.
Förster Markus Groß war an der Planung beteiligt. „Die Grundlage für den Trail war ein bereits existierender, schmaler Wanderpfad im Spechbacher Wald“, erklärt er. „Dieser Pfad wurde 2019 zu einem befahrbaren Mountainbike-Trail umgebaut. Es war mir wichtig den kompletten Prozess zu begleiten.“
Groß übernahm die Abstimmung mit den Beteiligten und bereitete die Genehmigung für die Untere Forstbehörde des Rhein-Neckar-Kreises vor. Das Kreisforstamt unterstützte das Vorhaben von Beginn an.
Verein kümmert sich um Pflege und Regeln
Anfangs gab es Spannungen zwischen einzelnen Nutzergruppen. Inzwischen hat sich die Lage laut Kreisforstamt deutlich beruhigt. Seit 2022 kümmert sich eine Gemeinschaft aus Mountainbikern ehrenamtlich um Pflege und Weiterentwicklung der Strecke. 2023 gründete sich daraus der gemeinnützige Verein „Freunde des Maulwurf-Trail Spechbach e.V.“. Der Verein arbeitet mit Verwaltung und Kreisforstamt zusammen. Er übernimmt Pflege, Instandhaltung und hilft dabei, illegale Trails zu vermeiden.
Die Arbeit im Wald endet nicht beim Entfernen von Laub und Ästen. Nach Regen, Frost oder starker Nutzung muss der Untergrund ausgebessert werden. Erde wird bewegt, Passagen werden stabilisiert. Daher passt der Name: Der Maulwurf, der „Buddelmeister“ des Waldes, gab dem Trail seinen Namen.
Fünf Kilometer mit 120 Höhenmetern
Der Rundkurs ist etwa fünf Kilometer lang. Rund die Hälfte der Strecke besteht aus naturbelassenem Singletrail mit schmalen Pfadabschnitten. Natürliche Geländeformen wurden in die Strecke eingebunden.
Jann Benjamin Lohe vom Kreisforstamt hat den Trail selbst getestet. „Der Trail gehört zur Kategorie der einfacheren Mountainbike-Trails und kann so Anfängern einen Einstieg in das Mountainbiking bieten. Sämtliche Hindernisse sind entweder umfahrbar oder abrollbar, sodass jeder mit grundlegender Raderfahrung den Trail nutzen kann“, berichtet er. Trotzdem bleibt die Strecke auch für geübte Fahrerinnen und Fahrer interessant. Sie bietet 120 Meter Höhenunterschied und mehrere Abschnitte, die fahrtechnisch fordern.
Ein Mountainbiker namens Chris hebt vor allem den oberen Teil hervor: „Das Highlight des Maulwurf-Trails ist der obere Teil. Er bietet viele überfahrbare Baumstümpfe und Senken, die, egal bei welcher Geschwindigkeit, richtig Spaß machen. Am Ende des Trails kann bei zwei Steilstücken, außerdem nochmal fahrerisches Können bewiesen werden.“
Einstieg am Kraichgaublick
Wer den Maulwurf-Trail ausprobieren möchte, startet am Kraichgaublick in Epfenbach. Dort gibt es laut Kreisforstamt ausreichend Parkmöglichkeiten. Weitere Informationen stehen unter www.maulwurftrail.de.
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