Werner Lindner: Zum High-Speed-Netzausbau

2436 - Werner LindnerBedeutendes Thema auf der letzten Sitzung des Leimener Gemeinderats war der Beitritt zum Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar mit dem Ziel, kreisweit ein Glasfasernetz zur schnellen Datenübertragung zu errichten.

Schnelles Internet für Bürger und Gewerbebetriebe wird zunehmend zu einem wichtigen Standortfaktor für Gemeinden und ist existentiell für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Videostreaming, Übertragung von Grafikdaten, Cloud-Dienste und künftig Telemedizin verlangen eine ständig steigende Übertragungsgeschwindigkeit, welche künftig nur durch ein Glasfasernetz übertragen werden kann.

Während im Ausland zügig Glasfaseranschlüsse in die Häuser gelegt werden, herrscht bei uns noch weitgehend Stillstand. Nur 2,6% unserer Gebäude haben einen Glasfaseranschluss und das sind Firmen- und Bürogebäude, in Skandinavien sind es schon 40% und viele Länder der EU sind hier schon weiter. Allerdings ist bei 50% unserer Gebäude in Ballungszentren mit koaxialem Breitbandanschluss oder VDSL eine Datenrate von immerhin 150 bzw.50 Mbit/s möglich. Der Rest verfügt nur über max. 16 Mbit/s, im ländlichen Raum vielleicht nur 1 Mbit/s.

Ziel muss es sein, in allen Siedlungsbereichen einen schnellen Internetanschluss Datenraten von 100 – 200 MBit/s bereit zu stellen. Um dies zu erreichen macht es Sinn, auf ein Glasfasernetz als modernste und zukunftsweisende Technologie zu setzen. Im Übrigen werden in Deutschland schon seit vielen Jahren alle Telefonfernverbindungen in Deutschland über Glasfaserkabel geführt.

Wir könnten schon viel weiter sein mit dem Netzausbau. Ziel der europaweiten Liberalisierung des Telekommunikationsmarkts 1984 war, dass neben der Telekom weitere Unternehmen in den deutschen Telekommunikationsmarkt eintreten und in den Netzausbau investieren. Erreicht wurde das genaue Gegenteil: Eine völlig falsche Politik nahm dem ehemaligen Monopolisten die Planungssicherheit und Renditechancen mit der Folge, dass dieser viele Netzausbauvorhaben nicht mehr realisieren konnte. Die Konkurrenz führte nur zu immer billigeren Angeboten für die Kunden. Das eingesparte Geld ist genau das, was nun aus Steuergeldern Kreise und Gemeinden für den Netzausbau zunächst in die Hand nehmen müssen.

Da die Zeit drängt, fördern Bund und vor allen Dingen das Land den flächendeckenden Bedarf an Anschlüssen mit hoher Bandbreite. Wie viele Landkreise Baden-Württembergs und wohl auch in ganz Deutschland. Zur Realisierung des kreisweiten flächendeckenden Netzes wurde der Zweckverband „High-Speed-Netz Rhein-Neckar“ gegründet, dem neben dem Kreis alle Städte und Gemeinden beitreten sollten und wohl auch werden. Auf der letzten Sitzung hat der Gemeindrat Leimen dem Beitritt zugestimmt. Es ist davon auszugehen, dass zum Stichtag im November neben dem Rhein-Neckar-Kreis alle 54 Kommunen Mitglied des Zweckverbandes sein werden,

Werner Lindner, Stadtrat Leimen

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