Wildbienen und andere Tiere im Leimener Wald – Wanderung mit Anita Kühner

(gwr – 15.7.21) Bei herrlichem Wetter trafen sich am Samstag, den 10.7.2021 um 11 Uhr an der Prinzenbrücke in Leimen 23 Personen zwischen 5 und 70+. Wegen Corona musste die übliche Winterwanderung lange verschoben werden, so konnten wir nun Tiere betrachten, die im Winter nicht zu sehen sind.

Ganz rechts: Gudula Weigel-Riemann – Lokale Agenda Leimen

Auf allen Ebenen des Waldes vom Boden bis zum Krondach der Bäume halten sich verschiedenste Tiere auf. Wenn man bedenkt, dass in einer Handvoll Waldboden mehr Lebewesen enthalten sind als es auf der Erde Menschen gibt, kann man nur staunen. Die Mikroorganismen wie Bakterien, die da in Milliardenhöhe vorkommen, können wir ja mit bloßem Auge nicht sehen.

Auf dem Weg hatten wir viele Begegnungen mit schönen großen Weinbergschnecken, die zu sammeln streng verboten ist, und mit den nackten Wald-Wegschnecken, bei denen das ursprüngliche Gehäuse weitgehend reduziert oder in den Weichkörper hinein verlegt ist und die uns Menschen zu glitschig sind. Sie lieben frisches Grün.

Zum Glück gibt es fleißige Nacktschneckenjäger wie viele Insektenarten, auch ihre Larven, außerdem Frösche, Blindschleichen, Eidechsen, Vögel wie Amseln, Störche, Krähen. Kleine Schnecken mit Häuschen saßen weit oben an Brennesseln, vielleicht weil die Pflanze so bakterienhemmend und nährstoffreich ist, vielleicht aber auch, weil es ihnen am Boden schon zu warm war. Dann machen sie eine kleine Deckel auf ihre Öffnung, damit es innen feucht bleibt.

Ganz links Gudula Weigel-Riemann, rechts mit schwarzem Hut Jägerin und Naturpark-Ranger Annita Kühner

Immer wieder trafen wir auf Mistkäfer, die am liebsten frischen Dung fressen und die den Boden mit Nährstoffen versorgen, wenn sie den Dung zu den Tunneln und Kammern für ihren Nachwuchs im Boden transportieren.

Unerwartet kam ein uns ein Reh recht nahe. Frau Kühner erklärte uns, dass das Rehwild Mitte Juli – Mitte August Paarungszeit hat. Diese wird auch Blattzeit genannt. Blatten ist der Begriff für die Lockjagd auf den Rehbock durch Imitation der Fieplaute der Rehe oder Kitze.

Angekommen an der immer noch riesigen Verlobungseiche, die vor etwa 10 Jahren gefällt wurde, konnten wir das unglaublich Werk der kleinsten und kleinen Waldbewohner bestaunen, die nach und nach den Baum zerlegen. In der ersten Phase mit sog. Pionierinsekten, Käfern, die auf Holz spezialisiert sind und die Rinde vom Holz lösen, danach die Zersetzungsphase mit Käfern, Fliegen, dann Bakterien und Pilzen, zuletzt die Phase, in der mit Hilfe anderer Bewohner das Holz zu Rohhumus gemacht wird.

Leider konnten wir wie befürchtet keine Heimat von Wildbienen in einem Baum finden, so dass wir uns in die Sonne begaben. Auch nahe Blühwiesen, gemähten Wiesen mit Störchen, Blühstreifen mit violettblauem Bienenfreund konnten wir leider keine Wildbienen entdecken, auch nicht dort, wo man kleine Löcher sah.

In Ochsenbach merkte man bei der schönen Einkehr, wie glücklich alle waren, endlich mal wieder unter Menschen zu sein und bei Sonne in der Natur unterhaltsame Stunden zu erleben. Danke an Frau Kühner für die Gastfreundschaft!

Vom idyllischen Ochsenbach ging es vorbei an einer Blühwiese und an der Hirschgrundhütte zurück zum Ausgangspunkt.

Wir danken allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen für die schönen Stunden des Austauschs.

Bis zum nächsten Mal alles Gute!

Gudula Weigel-Riemann – Lokale Agenda Leimen

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