SVS: „Zweikampfverhalten einer Altherrenmannschaft“

(jb) Der Präsident des SV Sandhausen, Jürgen Machmeier, war sich im Vorfeld der Partie gegen den Tabellenletzten MSV Duisburg sicher: „Wenn jeder aus dem Team seine 100% ige Leistung abruft, werden wir die 3 Punkte am Hardtwald behalten.“ Nach der 0:2-Heimniederlage war er einer der wenigen beim SV Sandhausen, der nicht ratlos wirkte, sondern die Antwort auf die Frage nach der Ursache der Niederlage kannte: „Es wurden nicht 100 % gegeben. Wir haben Duisburg durch unsere Leistung stark gemacht  und das ist nicht zu akzeptieren.“ Desweiteren ärgerte er sich über das Zweikampfverhalten seiner Mannschaft, das „wie das einer Altherrenmannschaft“ gewesen sei. Auch sein Trainer Gerd Dais pflichtete ihm bei: „Es wurde nicht das umgesetzt, was wir uns im Vorfeld vorgenommen hatten. Wir standen viel zu weit vom Gegner weg.“

Dabei versuchten die Sandhäuser in der Anfangsphase der Partie an die Leistungen der Spiele gegen Aalen und Kaiserslautern anzuknüpfen. Sie waren engagiert, machten das Spiel und versuchten über die beiden Flügelspieler Andrew Wooten und Nico Klotz zum Torerfolg zu kommen. Vor allem die Rückkehr von Nico Klotz, der wegen eines Muskelfaserrisses fast einen Monat nicht einsetzbar war und statt Kandziora von Beginn an spielte, machte sich durch die schnellen Antritte und lebendigen Dribblings des 26-Jährigen bemerkbar. Was jedoch oft nach einem gefährlichen Angriff mit einer zur Folge habenden Großchance aussah, verpuffte meistens im „Nichts“. Die letzten Zuspiele kamen nicht bei Onuegbu an und die eigentlich sichere Defensive hatte mit Kittner, der wieder als Ersatz für den weiterhin verletzten Daniel Schulz spielte, einen großen Unsicherheitsfaktor – wie schon in Kaiserslautern, als Kittner die Hauptschuld an den ersten beiden Gegentoren traf. Das Spiel beider Mannschaften war geprägt von vielen Fehlpässen und es dauerte fast eine halbe Stunde, ehe Onuegbu die Chance zur Führung für die Hausherren hatte, diese aber vergab. Auch der gute Tüting konnte wenig später seine Chance nicht nutzen. Auf der anderen Seite war es Sukalo, der Ischdonat ein erstes Mal prüfte.

Nach 33 Minuten landete der Ball dann im Tor der Sandhäuser. Duisburg geht nach einer schönen Kombination aus dem Mittelfeld über Berberovic durch Sören Brandy in Führung, der Ischdonat keine Chance ließ. Sandhausen war in der Folge bemüht den Rückstand zu egalisieren, tat sich aber sehr schwer damit. Kurz vor der Pause hatte Tüting eigentlich schon den Ausgleich auf dem Fuß, schaffte es aber irgendwie die gute Hereingabe von Jan Fießer neben das Tor zu setzen. In der Halbzeitpause reagierte Dais: Für den schwachen Kittner kam Kapitän Frank Löning in die Partie, Morena rückte vom defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung, so dass aus dem 4-3-2-1 ein 4-4-2-System geworden war.

Nach dem Spiel analysierte Fabio Morena die zweite Hälfte aus Sicht der Sandhäuser recht passend: „In der zweiten Halbzeit haben wir die Räume dann aufgemacht und Duisburg hat sie genutzt.“ Gerd Dais vervollständigte die Analyse, denn „in der zweiten Halbzeit waren wir besser, aber ohne zwingender in der Offensive zu werden.“ In der 60. Minute nutzte Sören Brandy einen dieser offenen Räume zu seinem zweiten Streich an diesem Nachmittag. Mit einer einfachen Drehung ließ er Marco Pischorn aussteigen und tunnelte den machtlosen Daniel Ischdonat. Etwa zehn Minuten nach dem zweiten Gegentor hatten die Sandhäuser nach dem genialen Zuspiel von Tüting durch Onuegbu die Riesenchance, den Anschlusstreffer zu erzielen, doch Onuegbu verstolperte kläglich den Ball. Duisburg spielte die Führung kontrolliert und souverän runter, so dass es beim verdienten 0:2-Auswärtserfolg für die Gäste aus dem Ruhrgebiet blieb, die einfach cleverer waren.

Die Stimmung im Hardtwaldstadion war nach dem Spiel „auf dem Tiefpunkt“ (Machmeier). Das Fazit von Gerd Dais auf der Pressekonferenz hätte eindeutiger nicht ausgedrückt werden können: „Wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenze gehen, dann können wir in dieser Liga gegen keinen Gegner gewinnen. Wir haben eine ärgerliche Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten erlitten.“

Die trostlose Vorstellung war passend zu der enttäuschenden Zuschauerzahl und den eisigen, nasskalten äußeren Bedingungen. Einige Fans verließen frühzeitig das Stadion und die Spieler ließen die Köpfe hängen. Fabio Morena erklärte, dass „die Fehler analysiert und abgestellt, die Automatismen verbessert werden müssen.“ Vor allem aber „darf die Mannschaft nicht die Begeisterung verlieren, in der zweiten Liga zu spielen, sonst ist das das Ende.“ Am Dienstag steht bereits das nächste Spiel an. Dann müssen die Sandhäuser zum Champions League Teilnehmer FC Schalke 04. Schalke, das in dieser Woche Dortmund, Arsenal London und Nürnberg besiegte, käme laut Machmeier „gerade recht“, immerhin gibt es dort nichts zu verlieren.

Auf Schalke dürfen die Fans keine großen Veränderungen bezüglich der Aufstellung erwarten. Gerd Dais fehlen die Alternativen, da die wieder einsatzbereiten Riemann, Danneberg, Schauerte und Schulz zu lange verletzt waren und daher ein Einsatz von Anfang an laut Dais „nicht in Frage kommt.“

Am Ende der Pressekonferenz hatte Gerd Dais dann sogar schon wieder seinen Humor gefunden: „Ich habe keine Befürchtungen, dass wir zweistellig verlieren.“

SV Sandhausen: Ischdonat – Falkenberg (77. Kandziora), Kittner (46. Löning), Pischorn, Achenbach – Morena – Wooten, Fießer, Tüting, Klotz (67. Riemann) – Onuegbu
MSV Duisburg: Wiedwald – Kern, Lachheb, Bajic, Berberovic – Hoffmann, Sukalo – Brosinski (85. Exslager), da Silva (78. Domovchiyski), Brandy (67. Pamic) – Baljak
Tore: 0:1 Sören Brandy (33.), 0:2 Sören Brandy (60.)
Gelbe Karten: Fießer, Pischorn – Brandy
Schiedsrichter: Christian Leicher
Zuschauer: 3500

 

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