Zwischen Geschichte und Gegenwart:
Vortrag über die Zukunft der Demokratie

v.l.n.r.: Vera Pfirmann (FDP Walldorf), Dr. Jens Brandenburg (Parl. Staatssekretär a.D. und MdB a.D.), Alexander Hahn (FDP Leimen), Claudia Felden (FDP-Landtagskandidatin), Karl Graf Stauffenberg, Dr. Matthias Spanier (FDP Wiesloch)
(pm – 17.2.26) Schon eine Weile vor Beginn der Veranstaltung gab es keine freien Stühle mehr, und es mussten eilig neue herbeigeschafft werden. So groß war der Andrang, als jüngst die FDP-Landtagskandidatin Claudia Felden gemeinsam mit dem FDP-Ortsverband Leimen zu einem politischen Vortragsabend in das Leimener Restaurant La Vite einlud. Gastredner war Karl Graf Stauffenberg, der Enkel von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am 20. Juli 1944 das letztlich gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler verübte. Karl Graf Stauffenberg referierte über die aktuelle Lage der Demokratie.
Begrüßung und historische Einordnung
In seinen Begrüßungsworten erläuterte FDP-Ortsvereinsvorsitzender Alexander Hahn die historische Bedeutung des 20. Juli 1944 und die Rolle von Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Er stellte heraus, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern vielmehr von jeder Generation neu verteidigt werden muss.
Grußwort von Claudia Felden
Claudia Felden, FDP-Landtagskandidatin, knüpfte daran in ihrem Grußwort an. Sie hob hervor, dass Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Stärke zentrale Voraussetzungen für eine stabile Demokratie sind. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und gesellschaftlichen Spannungen brauche es Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung übernehmen und sich aktiv einbringen. Politik lebe vom Engagement der Menschen vor Ort und vom offenen Austausch.
Vortrag: Wie steht es um unsere Demokratie?
Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend der Vortrag von Karl Graf Stauffenberg. Unter dem Leitgedanken „Wie retten wir die Demokratie – und wie steht es um unser Land?“ spannte er einen Bogen von historischen Erfahrungen bis hin zu aktuellen Herausforderungen.
Stauffenberg schilderte, dass aktuell viele Menschen von Sorgen geprägt sind: wirtschaftliche Unsicherheit, fehlendes Wirtschaftswachstum, steigende Kosten sowie die Angst vor Krieg und möglichen Energieengpässen. Solche Ängste können laut Stauffenberg das Vertrauen in Politik und Staat belasten. Ähnliche Ängste habe es bereits in der letztlich gescheiterten Weimarer Republik gegeben, als wirtschaftliche Krisen und Zukunftsängste breite Teile der Gesellschaft verunsicherten.
Parallelen zur Weimarer Republik
Auch politische Strukturen nahm Stauffenberg in den Blick. In der Weimarer Republik bestanden die Regierungskoalitionen häufig aus Parteien mit starken programmatischen Unterschieden. Deshalb seien die Reichsregierungen damals häufig instabil gewesen.
Stauffenberg sah hier Parallelen zu heutigen politischen Entwicklungen. Auch in jüngerer Zeit habe sich gezeigt, wie schwierig es ist, wenn Koalitionspartner dauerhaft in grundlegenden Fragen auseinanderliegen. Politische Stabilität sei jedoch entscheidend für das Vertrauen in die Demokratie.
Krisen als Prüfstein für Gesellschaften
Zudem ging er auf große Krisen ein, die Gesellschaften prägen. Neben den Folgen des Ersten Weltkriegs habe von 1918 bis 1920 die Spanische Grippe als weltweite Pandemie enorme Auswirkungen auf die Menschen in der Weimarer Republik gehabt. Dies stellte er in einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Wichtig sei laut Stauffenberg nicht nur, Krisen zu überstehen, sondern sie auch aufzuarbeiten und daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen.
Verantwortung jedes Einzelnen
Einen besonderen Schwerpunkt setzte Stauffenberg auf die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen. Den Begriff „Held“ für seinen Großvater, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, wählte er bewusst nicht. Ein Held, so führte Stauffenberg aus, wirke oft wie eine unerreichbare Figur aus der Ferne – jemand, mit dem sich der „normale Mensch“ nicht vergleichen könne. Genau das möchte er vermeiden.
Für ihn steht sein Großvater vielmehr als Beispiel dafür, dass jeder Mensch Verantwortung übernehmen und den Mut aufbringen kann, für seine Überzeugungen einzustehen. Zivilcourage ist für Stauffenberg keine Frage besonderer Herkunft oder außergewöhnlicher Fähigkeiten, sondern eine Entscheidung, die grundsätzlich jeder treffen kann.
Lebhafte Diskussion zum Abschluss
Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den Abend: Demokratie lebt davon, dass Menschen nicht wegsehen, sondern sich einbringen. Freiheit und Rechtsstaat sind das Ergebnis des Einsatzes vieler – damals wie heute.
In der anschließenden Diskussion entwickelte sich ein lebhafter Austausch über Vertrauen in Politik, wirtschaftliche Perspektiven und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Abend machte deutlich, wie sehr die Frage nach der Zukunft der Demokratie viele Menschen bewegt – und dass ihre Stärke letztlich vom Engagement jedes Einzelnen abhängt.
Zum Abschluss dankte Hahn Graf Stauffenberg für den überaus gewinnbringenden Vortrag sowie Claudia Felden dafür, dass sie ihn durch ihr großes Netzwerk als Referenten nach Leimen geholt hatte.
Disclaimer
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