Zwischen Regenschirm und Rollator
Wahlkampf auf dem Wochenmarkt
(fwu – 13.2.26) Der Wahlkampf zur Landtagswahl in Baden-Württemberg kommt in Schwung. Gewählt wird am 8. März. Dreieinhalb Wochen sind im politischen Kalender kein Wimpernschlag mehr, sondern Endspurt. Wo geht man hin, wenn man noch Unentschlossene treffen will? Nicht ins Internet. Auf den Markt.
Vormittag in Leimen: Zwei Schirme gegen den Regen

„Ökumenischer“ Wahlkampf – CDU und FDP unter einem Schirm (Vorbild für Stuttgart?) – mit v.l. Michael Wagenblas, Altgemeinderat Hans Appel, FDP-Landtags-Kandidatin Claudia Felden, Alexander Dome.
Auf dem Georgi-Marktplatz in Leimen standen trotz erst Niesel- und dann Dauerregen zwei Stände: CDU und FDP. Kein Gedränge, aber auch kein Totalausfall. Wer einkaufen war, kam vorbei – und blieb mitunter stehen. Am CDU-Tisch war unter anderem Altgemeinderat Hans Appel präsent. Die FDP hatte Unterstützung durch ihre Landtagskandidatin Claudia Felden, die in ihrer Mittagspause vorbeischaute. Politik zwischen Käsetheke und Blumenkohl. So läuft das im Kommunalen. Die Gespräche? Bodenständig. Es ging um Energiepreise, Schule, Straßen. Große Weltpolitik passt schlecht zwischen Marktstand und Einkaufsbeutel.


Nachmittag in St. Ilgen: Vier Parteien, ein Platz
Am Nachmittagswochenmarkt in St. Ilgen wurde es voller. AfD, CDU, FDP und SPD – alle mit eigenem Schirm, eigenem Stehtisch, eigener Farbwelt.
Die AfD brachte ihren Direktkandidaten Thomas Nitz mit und zusätzlich den Bundestagsabgeordneten Achim Köhler. Die CDU wurde u.a. von MdL Christiane Staab vertreten. Bei der FDP stand erneut Claudia Felden – als Landtagskandidatin, nicht als Bürgermeisterin. Die SPD hielt ebenfalls Präsenz, wie es sich gehört. Man sprach miteinander. Bürger mit Politikern. Politiker untereinander. Kein Schlagabtausch, eher Marktplatzton. Man kennt sich.
Taschentücher als Wahlkampfschlager
Eine kleine Beobachtung am Rand – und doch bezeichnend: Alle vier Parteien hatten Taschentücher im Gepäck. Bedruckt mit Logo oder Slogan. Winterwahlkampf ist eben kein Sommerfest. Kalte Finger, rote Nasen, feuchter Wind. Wer da ein Päckchen gereicht bekommt, nimmt es dankbar. Wahlprogramm liest man vielleicht später. Erst mal Nase putzen. Selten war Werbematerial so praktisch.
Markt bleibt Markt
Erfreulich: Der Nachmittagsmarkt war gut besucht. Trotz Wetter. Trotz Wahlkampf. Viele Gespräche entstanden nicht aus Parteibindung, sondern aus Neugier oder Ärger. Der Wochenmarkt ist kein Parteitag. Hier gibt es keinen Applaus auf Kommando. Wer stehen bleibt, hört zu – oder sagt seine Meinung direkt ins Gesicht. Das ist für manche härter als jede Talkshow.
P.S.: Der ausführliche Bericht vom Nachmittags-Wochenmarkt folgt.
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